Klaus Heuser im Interview

Der Ex-Gitarrist von BAP spricht über seine Zeit danach.

Klaus "Major" Heuser wurde als Gitarrist bei der Kölner Gruppe BAP bekannt. Seine Musik prägte den Sound der Gruppe in der Zeit von 1980 bis 1998.

P. Brings: Du schriebst einmal über dich: Es klingt vielleicht kitschig, aber es ist wahr; nachdem ich als Junge die Stones und die Beatles gehört habe, war mir klar, ich wollte Gitarre spielen und so sein wie sie. Dann hast Du ja 1982 mit BAP als Vorgruppe der Rolling Stones auf der Bühne gestanden, wie war das für dich?

Klaus Heuser: Es war ein furchtbares Gefühl, weil ich dermaßen aufgeregt war, dass ich weder essen noch trinken konnte. Das war von der Aufregung her wohl das Schlimmste, was ich jemals erlebt habe (lacht). Die Zeit ging so schnell um. Wir waren auf einmal fertig, und ich habe das alles gar nicht richtig wahrnehmen können. Man konnte ja nicht ahnen, dass man wirklich mal mit ihnen zusammen bzw. auf der gleichen Bühne stehen würde.

Kurz bevor Du bei BAP ausgestiegen bist, hast Du eine Zeit in L.A. verbracht und mit dem Produzenten Mack zusammengearbeitet. Wie hat diese Zeit dein Denken verändert?

Die hat mich jedenfalls sehr beeinflusst, zumindest in dem Sinne, dass ich wieder zurück gekommen bin. Ich wollte mir das dort einmal angucken und wenn es etwas gegeben hätte, was mir gefallen hätte, wäre ich nach Amerika gegangen. Aber es ist genau das Gegenteil eingetreten. Insofern hat das mein Leben schon beeinflusst. (lacht).

Du hast dich dann der Musikproduktion zugewandt, statt weiter auf der Bühne zu stehen. War das geplant?

Mack war ja Produzent, der viele Alben mit den Stones und Queen machte. Bei ihm habe ich unheimlich viel gelernt. Es war gar nicht so, dass ich Produzent werden wollte. Ich dachte nur, diese Chance kriegst du nicht noch mal, mit diesen Leuten zusammen zu kommen und vielleicht zu arbeiten. Ihnen einfach mal über die Schulter zu gucken, hat mich ziemlich weit nach vorne gebracht.

Du hattest ja auch Kontakt zu einem Bandmitglied der Gruppe Queen.

Ich hatte zu allen Kontakt. Als wir in L.A. gewohnt haben, habe ich im Haus von Roger Taylor gewohnt, und in New York im Appartement von Freddie Mercury. Das hatte er mir zur Verfügung gestellt. Die waren alle sehr, sehr nett. Ich muss dazu sagen, Freddie war Patenonkel über ein Kind von Mack. Aber ich hatte ihn schon in München kennengelernt. Damals wurden dort die Aufnahmen Band für Afrika im Musikland gemacht. Als wir mit BAP in München waren und einen freien Tag hatten, bin ich einfach mal zu Musikland gegangen und traf dort überraschend auf Freddie Mercury. Zusammen haben wir bis sechs morgens Musik gehört und erzählt. So ist der Kontakt entstanden und auch eine ganze Weile aufrecht geblieben.

Zurück in Köln hast Du dann das erste Brings-Album produziert.

Ja, das stimmt.

Dann hast Du eine Zeit in der Schweiz verbracht und dort mit Martin Schenkel zusammen gearbeitet, der überraschend starb. Wie kam der Kontakt zustande?

Erwin Bach war damals zweiter Geschäftsführer der EMI Electrola Köln. Dann ging er mit seiner Lebensgefährtin Tina Turner in die Schweiz und wurde dort Chef der EMI Schweiz. Da hat er mich gefragt, ob ich mit Martin zusammen arbeiten wollte. So ist dieser Kontakt entstanden. Es ist auch ein tolles Album entstanden, und wir wollten viel länger zusammenarbeiten. Aber leider ist er dann auf sehr tragische Weise an einem Gehirntumor gestorben. Das war wirklich eine Tragödie. Mein Leben war zu diesem Zeitpunkt ja auch ganz anders geplant und das war ein Mosaikstein, der in eine völlig andere Richtung gegangen ist.

2003 hast Du die Zusammenarbeit mit Susanne Werth begonnen und eine CD produziert. Man sagt dir ja nach, dass du ein Perfektionist bist und die Aufnahmen über drei Jahre gingen.

Naja, da wird auch übertrieben. Wir haben nicht drei Jahre daran gearbeitet, aber der Zeitraum war so lange, weil wir erst einmal rauskriegen mussten, ob und wie eine Zusammenarbeit überhaupt möglich ist. Wir mussten ja auch erst einmal einen Stil finden.

Auf eurer CD ist nicht nur die Gitarre als Instrument zu hören. Spielst du die anderen Instrumente auch ein?

Ich habe das erst einmal alles alleine am Computer gemacht. Als es fertig war, habe ich mir nach und nach die Musiker geholt und gesagt: "Hör Dir das an, so will ich das".

Nach sieben Jahren Bühnenabstinenz standest Du 2006 zusammen mit Susanne Werth als "Major & Suzan" wieder auf der Bühne.

Ja, ich stand wieder auf der Bühne. Es hat mir viel Spaß gemacht. Aber die Hallen waren mir eigentlich noch zu groß. Ich musste Konzerte absagen. Es ist schwer, wenn man wieder neu anfängt, eine Linie zu finden, wo es passt.

Vielen Dank für das Gespräch.