Klausi, Ralle und Co. bei "Ab ins Beet" auf VOX

Vox hat mit der Serie "Ab ins Beet" Typen gefunden, die ihresgleichen suchen.

Sonntags sind die heute-Nachrichten ja bereits um 19.10 Uhr zu Ende, und das ist gut so. Denn danach läuft auf VOX die Serie "Ab ins Beet", eine Doku-Soap über Menschen wie Du und ich, die Gartenprojekte planen und - mehr oder weniger fachkundig - umsetzen. Man weiß nicht, was interessanter ist, die Gärten oder die Menschen, die sich darin abmühen.

Der Themengarten am Niederrhein

Da gab es Ralf vom Niederrhein. Als Ga-La-Bauer ist er ein Profi für Gartenarbeiten. Ralf hat einen großen Garten, fast schon ein Anwesen. Ralf hat große Ideen, und Ralf hat seine Frau Petra, die in stoischer Ruhe alle Arbeiten ausführt, die ihr Gatte ihr aufträgt. Petra muss auch schon mal an den Bagger und begleitet ihren Mann nach England. Dort kaufen sie dann bestimmte Gräser für eine ganz besondere Ecke in ihrem Idyll.

Ralf als cool zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht werden. Er ist ruhig, und irgendwie auch spinnert und bodenständig zugleich. Bei Ralf bekommt man den Eindruck, was er sich in den Kopf gesetzt hat, wird auch was. Was hat er nicht alles in Begleitung des Fernsehteams gebaut? Einen Schwimmteich im alten Stall, eine Vogelvoliere im Schuppen, wobei er die Betonträger auch noch selbst gegossen hat, einen Aussichtsturm aus einem alten Treppengerüst, damit die Besucher, die regelmäßig am Tag der offenen Gärten kommen, einen erhöhten Gesamteindruck gewinnen können. Und - Ralf ist ein Sammler vor dem Herrn. Bevor ein Projekt gestartet wird, muss sein ganzes Sammelsurium erst einmal umgelagert werden, damit Platz ist. Und es finden sich dabei immer Teile, die im aktuellen Projekt Verwendung finden. Weit gefehlt, wenn einer annimmt, damit würden die Materialberge kleiner. Das Gegenteil ist der Fall. Aber das macht ja auch nichts. Platz genug ist vorhanden. Man konnte Ralf und Petra stundenlang beim Planen, Vorbereiten und Bauen zusehen. Es war unbedingt amüsant, auch lehrreich, denn Ralf verfügt über ein immenses Fachwissen. Doch dann kam der Baustopp, von der Behörde verhängt, weil das Dach über dem Schwimmteich instabil sein könnte. Und fortan war von dem sympathischen Ehepaar nichts mehr zu sehen und zu hören. Schade.

Die Wellness-Oase in Unna

Dann gab es Ingo aus Unna. Ingo baut alles, was sich seine Frau Marion wünscht. Und - Ingo kann alles. Meint er. Marion weiß es besser und hält damit auch nicht hinter dem Berg. Das ärgert Ingo. Und er baut weiter, bis Marion hat, was sie will. Oft gefällt es Ingo dann auch. Aber bis dahin sind dann auch schon viele Pannen und Unfälle passiert: Dem Regen geschuldet kollabieren die Wände des ausgeschachteten Pools, ein Schuppenwand kracht zusammen, weil Ingo gefuscht hat (dass das passieren würde, hat Marion aber schon vorher gesehen), Baustopp, weil Ingo sich böse verletzt hat. Streitlustig sind die beiden, und dabei liebenswert. Marion möchte alles schön haben, Ingo will alles schnell fertig haben. Da wird dann auch schon mal improvisiert, was wiederum Marion auf die Palme bringt und zu Sticheleien Richtung Gatten verleitet, der dann auch gerne mal schmollt. Und am Ende ist alles gut. Und der Zuschauer hofft, dass Marion bald wieder eine Wunsch hat, und man Ingo wieder bei der Gartenarbeit erleben darf.

Der Pool in Moers

Detlef will im eigenen Garten schwimmen, na ja eher plantschen, können, also muss ein Pool her. Gesagt, getan. Oder eher auch nicht. Denn bei solchen Arbeiten kann man sich verletzten, und das kann Detlef nicht leiden. Auch fehlt ihm die Lust zu andauernder anstrengender körperlicher Arbeit. Er kommt als Memme daher und als Choleriker. Er ist auch sicher beides, selbst wenn er das vehement abstreitet. Seiner Meinung nach würde er auch fast alle nötigen Arbeiten ausführen können, doch "the brain", als das er sich gern bezeichnet, plant lieber und hat die Oberaufsicht über die Arbeiten in seinem Garten, ausgeführt von den vielen Freunden, die auch noch fachspezifische Fähigkeiten haben. Für jedes Gewerk scheint Detlef einen Freund zu haben. Und die Freunde geben dann auch immer schnell auf, Detlef zur Mitarbeit zu bewegen. Denn ohne ihn geht es schneller. Ab und zu darf er auch mal ran. Wenn allgemeine Belustigung angesagt ist. Und zur Belustigung der Zuschauer hat Detlef auch immer markige Sprüche auf Lager. Und so baut sich Detlef mit Freunden einen Pool, eine Poolbar, eine schöne Umgebung für diese Schmuckstücke. Und zum Schluss bekommt auch sein dicker Hund Schröder einen eigenen Bereich zum Chillen. Leider stirbt Schröder kurz danach.

Unternehmen Kleingartenparzelle

Mittlerweile kennt wohl jeder die Kleingartenanlage "Zum friedlichen Nachbarn" in Bochum, in der Klaus sein Unwesen treibt. Klaus ist ein Mundwerker, Waldorfschulenabsolvent und Biologie-Dauerstudent. Es ist aber auch visionär und kreativ. Klaus denkt groß. Sein Gewächshaus muss mindestens das größte der gesamten Anlage sein. Nun dient als Abstellkammer und Gerätelager für den Bau der größten Hütte. Die Nachbarn in der Kleingartenanlage stören sich an der nicht enden wollenden Laubenbaustelle mit dem schäbigen Gerüst, das da schon so lange steht, und ein Fortschritt ist nicht auszumachen. Und was macht Klaus. Er schnappt sich seinen Kumpel Ralle, der alle Arbeiten für ihn erledigen muss, kauft Stoff, verhängt nach Christo-Manier das Gerüst und erklärt es fortan als Kunst. Sogar eine Vernissage mit rotem Teppich wird organisiert. Und siehe da - den Nachbarn gefällt's. Flugs wird auch noch ein Bauschild gebastelt, und die eigentliche Baustelle liegt erst einmal wieder still. Und Klaus kann sich einschleimen. Wenn er merkt, dass er Ralle zu sehr strapaziert hat, bietet er ihm seine Hilfe im eigenen Garten an. Natürlich nicht, ohne darauf hinzuweisen, dass man diese Zeit jetzt auch gut für den Bau seiner, Klausis, Hütte hätte nutzen können.

Diese Garten-Doku macht richtig Spaß, und die Freude ist groß, wenn es eine Doppelfolge gibt. Das ist selten genug der Fall. Und es sich diese, teils verschrobenen, Typen, die diese Serie sehenswert machen. Auf dass sie nie ein Ende findet.

Gudrun Dreier, Gudrun Dreier

Gudrun Dreier - In Essen habe ich Germanistik, Philosophie und Erziehunsgwissenschaften studiert, bevor ich mich nach bestandenen Prüfungen 1993 ...

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