
- Der rote Flügel - Wahrzeichen des Klavierfestivals - (Archiv) Dömges
Es ist ja so, dass besagtes Musikfestival das größte der Welt ist. „Wir sind an der Spitze“, meint auch Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg; relativiert, dass „Größe nicht Alles“ sei. Jedenfalls: Als größter Ballungsraum Deutschlands (rund 5 Mio. Einwohner) finden im vielgepriesenen „Pott“ im Sommer wie seit Jahren Konzerte mit pianistischem Schwerpunkt statt. Von Essen bis Dortmund; von Hattingen bis Bochum. Bei der Klavierfestival-Pressekonferenz mit hochrangiger Medienpräsenz vergangenen Freitag, 21. Januar 2011, wurde das Programm vorgestellt. Dabei war nicht zu überhören, dass leider das dem Ruhrgebiet nachgesagte Kirchturmdenken doch eine gewisse Rolle spielt.
Klavierfestival Ruhr 2011 vom 6. Mai bis 22. Juli im „Kohlenpott“
Nichts desto trotz: Beim Klavierfestival Ruhr, jener unbestreitbar hochkarätigen Mammutveranstaltung, wird jedem Schmuddelimage der Reviermetropole entgegentretend Klaviermusik der Weltklasse geboten. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010, das monumentale Megaprojekt von internationalem Rang, erst seit Jüngstem der Vergangenheit angehört. Prof. Ohnesorg: „Wir müssen uns die Frage stellen, was an Nachhaltigkeit von Ruhr.2010 bleibt. Führt die Kultur, die Kunst für einige Wenige weiterhin ein Nischendasein?“ Eine Änderung gibt’s schon, die dem Gedanken der Massenkultur abseits vom Mainstream nicht abträglich sein kann. Das Klavierfestival Ruhr wird künftig als Stiftung geführt – so will's der Initiativkreis Ruhrgebiet.
Ein Vierteljahr musikalische Weltklasse-Interpretationen
In 60 Veranstaltungen, davon 53 reguläre Konzerte, wird ab 6. Mai 2011 jedenfalls das Revier bespielt. 55 internationale Pianisten werden an 15 teilweise alten Industriestandorten auf 28 Podien mit 10 hochkarätigen Orchestern, Ensembles musizieren, das Ruhrgebiet, die Welt mit ihrer Kunst beglücken. Jazz und Klassik (von barock bis modern) wird geboten. Der Schwerpunkt des Klavierfestivals Ruhr 2011 liegt auf Franz Liszt. Warum? „Weil nach den 200. Geburtstagen von Frederic Chopin und Robert Schumann im Jahr 2011 nun der Piano-Titan Franz Liszt seine Würdigung finden soll“, so Anke Demirsoy, die Pressesprecherin des Festivals.
Los geht’s mit der georgischen Pianistin Khaba Buniatishvili
Georgisch geht’s los mit dem pianistischen Reigen des Klavierfestes; am Freitag, 6. Mai 2011, wird die Pianistin Khatia Buniatishvili aus dem Osten Europas Klavierstücke von Brahms über Beethoven bis zu Franz Liszt zum Besten geben. Von Letzterem, dem Klavierfestival-Jubilar erklingt der Mephisto-Walzer. Bei der Eröffnung außerdem auf dem Programm: „Trois Mouvements de Petrouchka“ von Igor Strawinsky.
Was bleibt zu sagen über ein Programm, eines internationalen Ruhrgebiets-Klavierfestivals, das dem Namen des Ruhrgebiets als Weltregion alle Ehre machen könnte, macht (immerhinn: von der Fläche ist der „Pott“ durchaus mit Paris zu vergleichen; von der Einwohnerzahl in etwa mit Berlin)?
Namen: Daniel Barenboim wird mit der Staatskapelle Berlin vor Ort sein, eine Kostprobe seines musikalischen Könnens geben. Ebenso wie Pierre Laurant Aimard, Alfred Brendel, Ya-Fei Chuang, Graham Johnson, Anne-Sophie Mutter und und und ...
