Kleider und Schmuck waren auch bei den Indianer-Stämmen Nordamerikas von sozialen Hierarchien, Rangstufen und ethnischen Selbstverständnissen geprägt. Sie übernahmen also jenseits ihres praktischen Nutzens als Wärmespender auch die Funktion der äußerlich sichtbaren Abgrenzung von anderen Stämmen oder Gruppen.
Indianischer Kleiderschmuck als Ausdruck sozialer Hierarchien
Kleiderschmuck spielte dabei eine besonders große Rolle, um Rangstufen und Funktionsbereiche innerhalb eines einzelnen Stammes anzuzeigen. Durch diese Abzweckung von Kleidung als Mittel der sozialen Kennzeichnung unterschieden sich die Indianer Nordamerikas also nur unwesentlich von ihren europäischen Konkurrenten um Nahrung und Land.
Indianer-Kleider und Klimaverhältnisse
Die Materialien zur Herstellung indianischer Kleider und Schmuckgegenstände wurden bei den Indianer-Stämmen Nordamerikas durch eine ganze Reihe von Faktoren bestimmt. Neben den erwähnten sozial-ethnischen Faktoren besaßen insbesondere klimatische Aspekte den größten Einfluss; denn der jeweilige Lebensraum eines Indianer-Stammes und die ihn prägenden Klimaverhältnisse bestimmten ganz wesentlich die für die Kleiderherstellung notwendigen natürlichen Ressourcen.
Große Bandbreite natürlicher Ressourcen für die indianische Kleiderherstellung
Hierzu zählten bei der indianischen Kleiderherstellung vor allem Jagdtiere beziehungsweise Wild- oder Nutzpflanzen. Der Lebensraum der nordamerikanischen Indianer erstreckte sich vom äußersten Norden, den Randzonen der kanadischen Arktis, bis in den subtropischen Süden. Dementsprechend war die Bandbreite der bei der Herstellung indianischer Kleidung verwendeten Materialien und Techniken ausgesprochen groß.
Bekleidung bei indianischen Jägern und Ackerbauern
Zugleich war das Vorhandensein von Bekleidungsmaterialien eng an die bei den jeweiligen Indianer-Stämmen vorherrschende Wirtschaftsform gebunden. Unterschiede betrafen also nicht allein den klimatischen Lebensraum oder die jeweilige Jahreszeit, sondern ebenso die stärker nomadische oder bäuerliche Wirtschaftsweise eines Indianer-Stammes. Vor allem die nomadischen, auf die Jagd konzentrierten Indianer-Stämme unterschieden sich dabei in ihrer Bekleidungsproduktion von den auf feste Wohnplätze und Ackerbau spezialisierten Stammesverbände des Südens und Südwestens der heutigen USA.
Tierfelle bei indianischen Jagdkulturen
Einige der wichtigsten indianischen Kleidungsmaterialien lieferten Tierhäute und Tierfelle. Diese waren aufgrund ihrer isolierenden und wärmenden Wirkung bei Indianer-Stämmen von der Arktis, über die Prärieebenen, bis in die subtropischen Klimazonen des Kontinents sehr beliebt. Dies galt in besonderem Maße für Pelztiere aller Art, insbesondere Biberpelze, die beispielsweise als Kopfbedeckung gebraucht wurden. Bison-, Hirsch- und Elchfelle fanden ebenfalls regelmäßige Verwendung und dienten vornehmlich der Herstellung von Hemden, Hosen und Schuhen (Mokassins).
Federn und Tierhaare als Indianer-Schmuck
Für die Herstellung von Kleidern gebrauchten die Indianer jedoch auch noch zahlreiche andere Bestandteile ihrer Jagdbeute. So wurden beispielsweise auch Federn oder Tierhaare bei der indianischen Kleidungsproduktion verwendet. Namentlich Federn dienten bei vielen Stämmen als Brust- oder Kopfschmuck.
Indianischer Schmuck
Die indianische Jagdbeute spielte jedoch auch bei der Verzierung der Kleidung eine wichtige Rolle. Indianischer Schmuck und Zierrat wurden dabei häufig auch aus Tierzähnen, Hörnern oder Krallen hergestellt und meist als Halsketten oder Kleiderbesatz getragen. Holz-, Knochen- oder Horn-Schnitzereien spielten zudem bei vielen Stämmen der Ebenen und des Großen Beckens eine wichtige Rolle und waren an komplizierte Herstellungstechniken gebunden.
Glasperlen als indianischer Schmuck
Je nach landschaftlich-klimatischer Prägung einer Region konnten auch Steine oder Muscheln indianische Schmuckketten oder Armbänder zieren. Unter europäischen Einfluss tauchten bald auch indianisch-europäische Handels- und Tauschobjekte als Schmuckelement indianischer Kleidung auf. Typischerweise waren dies Glasperlen, die als Schmuck an Kleidung und Körper vieler Indianer-Stämme getragen wurden.
Indianische Kleidung aus Pflanzenfasern
Indianische Sammler-Kulturen, bei welchen die Sammlung von Beeren, Nüssen und anderen Nutzpflanzen eine etwas größere Rolle spielte als bei Ackerbau und Großwildjagd betreibenden Stämmen, verwendeten bei der Herstellung ihrer Kleidung häufig auch Wildgräser oder Pflanzenfasern. Diese verarbeiten sie meist zu kunstvollen Baststoffen.
Indianische Webtechniken und Baumwollgewänder
Indianer-Stämme die wie die Pueblo-Indianer im Süden der heutigen USA bereits intensiv Landwirtschaft betrieben, kannten bereits zahlreiche Webtechniken, sodass sie beispielsweise Baumwolle oder Hanf für ihre Textilien und Gewänder verarbeiten konnten.
