Großmutters weiße Baumwollbettwäsche, die Leinenbluse in langweiligem Beige, die Jeans, die an den Knien schon ganz hell geworden ist – man kann all das in den Altkleidersack packen, man muss aber nicht. Denn mit etwas Farbe erstrahlen die alten Teile in neuen Trendfarben.

Färben – ein uraltes Handwerk

Von jeher hat man aus Wurzeln, Blüten, Hölzern, Cochenille-Läusen, Purpurschnecken und anderen Naturstoffen mit viel Mühe eine erstaunliche Vielzahl von Farbstoffen gewonnen. Die aufwändige Prozedur der Farbstoffgewinnung machte Farben einst zu einem Zeichen von Reichtum und Macht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden industrielle Farbstoffe entwickelt, die farbige Kleidung für alle möglich machten. Heute ist das Färben von Textilien eine leichte Angelegenheit, eine kreative Möglichkeit Kleidungsstücken, Wohntextilien und Co. neuen Pfiff zu verleihen.

Was man für das Färben von Textilien braucht

  • Eine Küchenwaage zum Abwiegen der Stoffmenge.
  • Färbepulver aus dem Drogeriemarkt: Die Farbtiefe lässt sich über die Stoffmenge steuern. Das genaue Farb-/Stoffverhältnis ist auf der Packungsanweisung beschrieben. Für intensivere Farben braucht man dementsprechend mehr Farbe, während man z.B. für Rosatöne, einen roten Farbton wählt und entsprechend wenig Farbe zugibt. Sollte die gewünschte Farbe nicht im Sortiment sein, lassen sich die Textilfarben auch untereinander mischen, wobei ein gewisser Überraschungseffekt allerdings nicht ausbleibt.
  • Salz: Spezielles Färbesalz ist nicht notwendig, Kochsalz der billigsten Sorte erfüllt den gleichen Zweck.
  • Essig oder Essigessenz ist nur für das Färben von Seide oder Wolle notwendig.
  • Gummihandschuhe
  • Einzelne kleinere Teile kann man gut in einem 5-Liter-Eimer oder einer großen Schüssel färben. Für größere Mengen geht es besser in der Waschmaschine.

Welche Stoffe kann man färben?

Die gleichmäßigsten und farbintensivsten Ergebnisse erzielt man mit reiner Baumwolle, Viskose, Leinen und Stoffen, die einen hohen Anteil an Naturfasern haben. Auch Polyamide lassen sich färben. Je höher jedoch der Synthetikanteil, desto schwächer die Farbintensität. Sympatex-, Goretex- und Mikrofaser-Stoffe sowie Polyester und Polyacryl lässt sich nicht färben.

Hingegen lassen sich auch Woll- und Seidenstoffe färben, auch wenn sie nicht so heiß gefärbt werden können und daher anschließend immer noch etwas stärker ausbluten. Besser daher immer separat waschen.

Was beim Färben außerdem zu beachten ist

  • Der neue Farbton muss dunkler sein als der alte. Etwas Hellgrünes dunkelgrün färben ist kein Problem. Umgekehrt geht es nicht, es sei denn man bleicht erst und färbt dann neu.
  • Vorsicht bei Flecken: Mancher Fleck bleibt auch nach dem Färben noch sichtbar. Beim Färben mit dunklen Farben ist es jedoch wahrscheinlicher, dass die Flecken nicht mehr zu sehen sind.
  • Generell nehmen Mischfasern die Farbe nicht so gut an wie reine Naturfasern. Das Ergebnis kann also trotz genau abgewogener Stoffmenge weniger farbintensiv sein.
  • Auch auf die Nähte achten: Polyesterfaden färbt nicht mit, so dass die Nähte andersfarbig bleiben. Durch Materialmix können auch reizvolle Farbeffekte entstehen.
  • Knöpfe (Jeansknöpfe ausgenommen) sollte man abtrennen, wenn in einer neuen Farbe gefärbt wird. Wenn nicht gerade Stoffköpfe das Kleidungsstück zieren, färben sie sowieso nicht mit. Entfernt man die Knöpfe, kann der Stoff gleichmäßig färben. Man sollte darauf vorbereitet sein, anschließend in ein paar neue farblich passende Knöpfe zu investieren.
  • Beim Färben von Jeansstoffen verliert sich der typische Jeanscharakter – allerdings gibt es inzwischen auch spezielle Jeansfärbemittel im Handel.
  • Der gewünschte Farbton wurde nicht getroffen? Der Stoff kann jederzeit wieder überfärbt werden – nur hell nach dunkel.
  • Nach dem Färben noch einen Waschdurchgang starten.
  • Um bei der nächsten Wäsche keine unangenehme Überraschung zu erleben, sollte man die Waschmaschine nach dem Färben noch einmal leer laufen lassen.
  • Grundsätzlich gilt: Die Anweisungen des Färbemittel-Herstellers genau beachten – besonders dann, wenn man den Verlust des Kleidungsstückes nur schwer verschmerzen kann.
Lesen Sie, welche Möglichkeiten es außerdem noch gibt, Ihrer Kleidung neuen Pfiff zu verleihen.