Der Trend geht zum Kleinhund. Manche entscheiden sich für kleine Hunde, weil sie gerade modern sind, andere, weil der Vermieter nur einen kleinen Hund erlaubt. Aber es gibt noch mehr Punkte die für einen kleinen Hund sprechen. Welche sind das und worauf muss man bei der Anschaffung achten?

Warum einen Kleinhund kaufen?

Die Gründe sich für einen kleinen Hund (unter 40 Zentimeter Rückenhöhe) zu entscheiden sind vielfältig. Ein großer Vorteil sind die deutlich geringeren Futterkosten. Unterschiede zwischen und großen und kleinen Hunden gibt es bei Haftpflicht und Hundesteuer nicht. Viele Vermieter dulden nur kleine Hunde in einer Mietwohnung. (Auch ein kleiner Hund ist genehmigungspflichtig durch den Vermieter). Für Familien mit kleinen Kindern ist ein kleiner Hund ein geringeres Sicherheitsrisiko. Kinder können zudem einen kleinen Hund auch mal an der Leine halten. Ein kleiner Hund wird auch in Restaurants eher akzeptiert. Wer regelmäßig mit Bus oder Bahn fahren muss, kann einen kleinen Hund in einer Transportbox mitnehmen. Hunde, die nicht eine Box passen müssen einen Maulkorb tragen.

Modetrend Kleinhund

Nicht zu vertreten ist die Entscheidung für einen Kleinhund aus modischen Gründen. Was vor 50 Jahren das Pelzjäckchen war, ist aktuell der Minihund der in einem modischen Täschchen herumgetragen wird. Getragen sollte ein kleiner Hund nur kurzfristig aus Sicherheitsgründen zum Beispiel bei größeren Menschenansammlungen, aufgrund einer Verletzung, oder bei längeren Treppen. Ein kleiner Hund stellt allerhöchste Ansprüche an Erziehung und Bewegung. Zur Zeit häufen sich leider die Tierschutzfälle von Minihunden, die nie spazierengeführt oder gar in Käfigen oder Boxen gehalten werden. Das ist Tierquälerei und strafbar. Meist werden ihre Besitzer sie dann irgendwann leid und die Hunde wandern ins Tierheim oder zu hilfsbereiten Menschen. Diese groben Haltungsfehler sind nie wieder gutzumachen. Die Hunde sind für den Rest ihres Lebens in ihrem Verhalten gestört.

Styling für Kleinhunde

Wer Mode und Hund verbinden möchte, findet ein umfangreiches Angebot in Katalogen für Hundeausrüster oder Fachgeschäften. Solange das Tier ausreichend Kontakt zu Artgenossen, genug Auslauf und ausgewogenes Futter hat ist nichts dagegen einzuwenden.

Auch wer Freude daran hat, seinem Hund strassbesetzte Halsbänder zu kaufen oder ein sündhaft teures Hundekissen, braucht sich dafür nicht zu rechtfertigen. Es erfreut den Halter und den Hund stört es nicht. Vorsicht geboten ist mit Jacken und Mäntelchen. Das Hundefell braucht Luft. Lediglich sehr empfindliche Tiere brauchen bei entsprechender Witterung einen Schutz.

Kritisch zu sehen sind sogenannte Hundekinderwagen. Nachempfunden einem Kinderbuggy werden in diesen Wagen kleine Hunde spazieren gefahren. Diese Wagen sind sicher eine Erleichterung für sehr alte oder kranke Hunde. Ein gesunder Hund sollte jedoch laufen um gesund zu bleiben.

Erziehung von Kleinhunden

Auch kleine Hunde müssen gut erzogen werden. Manche Halter neigen zu Nachlässigkeit und im Ergebnis hängt der kleine Hund an der Leine und kläfft seine Artgenossen an.

Auch wenn das viele Hundebesitzer amüsiert, dieses Verhalten ist gefährlich denn es ist nichts anderes als blanke Provokation. So ein rüpelhaftes Benehmen kann zu Beißereien führen, die für einen kleinen Hund lebensgefährlich sind. Hier helfen Hundeschulen. In jedem guten Hundeverein oder Hundeschule werden Kleinhunde genauso herzlich aufgenommen wie jeder andere Hund auch.

Was kann ein Kleinhund lernen?

Ein Kleinhund kann fast alles was ein großer Hund auch kann. Sämtliche Freizeithundesportarten stehen auch den kleinsten Hunden offen.

In der Agilty wird die Hindernishöhe der Hundegröße angepasst. Flyball, Frisbeesport, dogdancing, auch die Rettungshundeausbildung stehen grundsätzlich allen Hunden offen.

In den USA gibt es den ersten Chihuahua mit einer Ausbildung zum Suchtmittelspürhund.

Der Vorteil der Kleinhunde liegt gerade in ihrer geringen Körpergröße. Als Trümmersuchhunde kommen sie auch durch sehr enge Räume, als Agiltypartner zeichnen sie sich durch ihre Wendigkeit aus.

In Shows bei Hundeveranstaltung glänzen Papillons, Chihuahuas oder Coton der Tulear durch ihre Pfiffigkeit. Sie lernen schnell eine Vielzahl von beeindruckenden Kunststücken.

Kauf eines Kleinhundes

Der Züchter sollte die erste Wahl sein. Adressen bekommt man beim Verband für das deutsche Hundewesen. Vermehrer gibt es leider reichlich. Der Händler fährt mit einem Kofferraum voll mit entzückenden Welpen vor, die zu Dumpingpreisen und häufig mit gefälschten Papieren verkauft werden. Diese Händler inserieren auch und geben sich als verantwortungsvolle Züchter aus. Erst vor Ort bemerkt man, dass hier im großen Stil gehandelt wird.

Hier gilt: Finger weg! Die Hunde sind häufig illegal durch halb Europa gefahren worden um sie in Deutschland möglichst schnell zu verkaufen. Sie sind meist zu früh von der Mutter weggekommen, traumatisiert und krank.

Der Besuch im Tierheim lohnt sich in jedem Fall. Nicht jeder Tierheimhund ist schlecht erzogen. Das Tierheimpersonal kann kompetent Auskunft erteilen.

Gesundheit von Kleinhunden

Hunde von erfahrenen Züchtern werden tierärztlich betreut. Bei sehr kleinen Hunden besteht die Gefahr von Missbildungen einzelner Organe. Die Folgen zeigen sich meist schon im Welpenalter.

Hunde, die nicht gezielt auf extreme Minimaße gezüchtet wurden, von gesunden Eltern stammen und hundgerecht aufgezogen wurden, sind robust und sehr viel langlebiger als ihre großen Artgenossen.

Ein kleiner Hund kann 15 Jahre und älter werden. Aktuell ist der älteste Hund der Welt ein 21jähriger Dackel.