Kleiner Einkaufsführer für italienische Weine

Italienische Weine in reicher Auswahl - Michael Bornhoft
Italienische Weine in reicher Auswahl - Michael Bornhoft
Weine aus Italien sind äußerst beliebt, doch zuweilen schwer einzuordnen. Hier erfahren Sie, welche italienischen Weine man bedenkenlos kaufen kann.

Italien ist neben Frankreich das bedeutendste Weinbauland der Welt. In den deutschsprachigen Ländern ist italienischer Wein seit vielen Jahren der mit Abstand meistgekaufte überhaupt. Kein Wunder, denn italienische Weine sind in enormer Sorten- und Geschmacksvielfalt zu bekommen. Aus allen Regionen des Stiefels kommen Rotweine und Weißweine hervorragender Qualität. Von leichten, bekömmlichen Weißweinen bis hin zu großen, bedeutenden Rotweinen bietet Italien alles, was sich der Weinfreund nur wünschen kann. Ein weiteres Merkmal italienischer Weine: die moderaten Preise. Gegenüber seinem großen Konkurrenten Frankreich bietet Italien noch immer eine optimales Preis-/Qualitätsverhältnis. Selbst die großen und unter Kennern in aller Welt geschätzten Derivate sind im Vergleich zu ihren französischen Pendants zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Schattenseite dieser Vielfalt für den heimischen Genießer: Die Wahl des richtigen Weins fällt oft nicht leicht.

Italien bietet eine enorme Sortenvielfalt

Italien ist eines der wenigen Weinbauländer, das in allen geografischen Regionen des Landes Wein anbaut. Die zwanzig italienischen Regionen vom Aosta-Tal ganz im Norden bis hinunter nach Sizilien erzeugen Weine unterschiedlichster Prägung und von durchweg erstklassiger Qualität. Neben internationalen Rebsorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvigon und Merlot werden im ganzen Land auch sehr viele so genannte "autochthone Rebsorten" angebaut, das heißt, die Trauben, aus denen diese Weine produziert werden, kommen nur in Italien vor. Dieser Umstand macht italienischen Wein in der Welt einzigartig, denn die heimischen Rebsorten, allen voran Sangiovese und Nebbiolo, verleihen den Weinen einen ganz eigenen und unverwechselbaren Charakter.

Herausragende italienische Weißweine

italienische Weißweine werden zwar im ganzen Lande produziert, die feineren Exemplare kommen aber aus den nördlicheren Regionen, weil elegante Weißweine per se nicht allzu viel Hitze vertragen. In Südtirol (Alto Adige), dem Friaul (Friuli), in Venetien (Veneto) und dem Piemont (Piemonte) wachsen ausgezeichnete Weißweine aus heimischen, aber auch aus internationalen Rebsorten. Pinot Grigio (zu Deutsch: Grauburgunder) ist besonders gut in Südtirol, Sauvignon Blanc ist am besten im Friaul (vor allem aus der Region Collio). Des weiteren meist ein sicherer Griff: Roero Arneis, der im Piemont aus der autochtonen Rebsorte Cortese hergestellt wird, und leichter Lugano aus Venetien.

Empfehlenswerte italienische Rotweine

Gute Rotweine werden ebenfalls in ganz Italien produziert. Die berühmtesten kommen freilich aus der Toskana. Neben der toskanischen Küstenregion Maremma, aus der u.a. die teuersten Erzeugnisse, die so genannten "Super Tuscans" stammen, sind die Gebiete Chianti, Montalcino und Montepulciano Synonyme für vollmundige, kräftige Rotweine bester Qualität. Beim Chianti ist der einfache Vertreter oft eher ein leichter, süffiger Rotwein, der Chianti Classico hingegen nimmt sich schon ein wenig kraftvoller aus und kostet meist auch ein wenig mehr. In der Gemeinde Montalcino (in der Nähe der weltberühmten Stadt Siena gelegen) sind zwei Rotweine vertreten, bei denen man eigentlich selten etwas falsch macht: Der leichtere und dennoch vollmundige Rosso di Montalcino und sein großer Bruder, der Brunello di Montalcino, der mindestens zwei Jahre im Eichenholzfass ausgebaut wird und ein komplexer, sehr hochwertiger Wein ist. Etwas weiter nach Osten, in der Gegend um Montepulciano, finden wir eine ähnliche Konstellation: Einen leichteren Rosso di Montepulciano und einen sehr anspruchsvollen, nicht ganz billigen Vertreter namens Vino Nobile di Montepulciano (Edler Wein von Montepulciano).

Der große Konkurrent der Toskana ist das Piemont, aus dem die nicht minder bekannten Weine Barolo, Barbaresco und Barbera stammen. Beim Barbera sind die Exemplare aus Alba ("Barbera d'Alba") besonders hervorzuheben, Barolo und Barbaresco stammen aus bestimmten Gemarkungen rund um die gleichnamigen Orte und sind überaus komplexe Weine von sehr hoher Qualität. Es gibt Unterschiede, gewaltige sogar, doch wirklich schlechte Weine aus diesen DOCs gibt es eigentlich kaum.

Die übrigen Regionen Italiens produzieren allesamt ebenfalls hervorragende Rote; herausragend sind der leichte Valpolicella und der Spitzenwein Amarone aus der Gegend um Verona (Venetien). Weitere Highlights: Cabernet Franc aus dem Friaul, Sangiovese aus der Romagna und aus Umbrien, Salice Salentino und der erdige Primitivo aus Apulien, Cannonau von der Insel Sardinien und Nero d'Avola aus Sizilien.

Michael Bornhoft, Paola Ceretti

Michael Bornhoft - Michael Bornhoft ist 1964 geboren und von Hause aus eigentlich Grafiker. Er arbeitete viele Jahre für Werbeagenturen in Deutschland, ...

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