
- Aura Dione, Before the Dinosaurs, CD-Cover - Island (Universal)
Rihanna scheint wohl nicht nur optisch für Björk ein Vorbild zu sein, denn auch Aura Dione versucht auf ihr musikalisches und visuelles Image-Vehikel aufzuspringen, hinterher zu hoppeln, so wie sie das auch bei Lady Gaga macht: „Ohla, ohlo 'Geronimo'“, die erste Hit-Single aus „Before the Dinosaurs“ ist ein Abklatsch von Gagas „Alejandro“ und Shakira. Aura Dione schoss mit „Geronimo“ sofort auf Platz # 1 in Deutschlands Single-Charts, sie verliert damit aber an Originalität und Wiedererkennungswert.
Album wurde nicht in Dänemark, sondern in Amerika aufgenommen
„Reconnect“ ist eine überwältigende Ballade. Leider zieht sich Auras wehleidiger Gesang, wie man ihn nur zu gut von Hitmaschine Rihanna kennt, durch das ganze Album hindurch. Bei „Friends“ wird auch noch der Beat von Milli Vanilli darunter gelegt. Aura Diones musikalische Reise soll womöglich von Dänemark nach Amerika gehen, so wurde dort das gesamte Album aufgenommen und Titel wie „America“ lassen auch darauf schließen, wo Aura Dione erfolgsmäßig mit aller Gewalt hinlugt. Pomp-Produzenten wie Rick Nowels (Madonna, Nelly Furtado) und David Jost (Lady Gaga, Limp Bizkit) tuen ihr übriges. Wie langweilig! Dabei war Aura Diones Debütalbum sehr vielversprechend und authentisch gewesen. Anscheinend fehlt es an genug Selbstbewusstsein, um eigene Trends zu setzten. Man sieht Aura Dione längst von David Guetta produziert.
Cover-Art: Künstlerische Umsetzung von Beschneidung weiblicher Genitalien
Aura Dione schält auf dem Album-Cover einen Apfel in ihrer Intimzone. Unbewusst weist sie damit künstlerisch auf die schmerzvollen Beschneidungen weiblicher Genitalien hin und bewirbt auf solche Art und Weise Songs, missratene Songs, wie „In love with the world“ oder „Superhuman“ mit ganz schrecklichem Software-Refrain, aber auch ihr Albumtitel passt zum halbnackten Albumcover. "Kleptomanie" wäre auch ein guter Titel fürs zweite Aura-Dione-Album, denn das Cover kennt man noch allzu gut von Shakira. Man wünscht Dione als Kritiker eigene Ideen für ihre weitere musikalische Aura.
Aura Diones Nachgemache - alles bereits besser dagewesen
Bei „Where the wild roses grow“ (kein Cover von Nick Cave feat. Kylie Minogue) bedient sich Aura Dione bei Art of Noise und mimt ein berühmtes Sample vom Instrumental-Song „Moments of Love“. Weil sich andere „Künstlerinnen“ rotzfrech bei Madonna bedienen (musikalisch Lady Gaga bei „Express yourself“, Videotechnisch Beth Ditto bei „Justify my love“), scheint das nun leider zur Mode zu werden, doch gab es das alles schon mal besser und Aura Dione tut sich damit selbst keinen Gefallen, sich bei erfolgreicheren Künstlerinnen auf Casting-Show- und Karaoke-Niveau zu bedienen.
Trackliste Aura Dione „Before the Dinosaurs“
- Geronimo
- Reconnect
- Friends
- In Love With The World
- What It's Like
- Into The Wild
- Masterpiece
- Where The Wild Roses Grow
- America
- Recipe
- Superhuman
- Before The Dinosaurs
Aura Dione „Before the Dinosaurs“ erschien am 04. November 2011 bei Island (Universal)
