
- Feld in Inzigkofen - Monika Hermeling
Die Landwirtschaft gilt seit biblischen Zeiten als Grundversorgung des Menschen. Sie liefert nicht nur Essen und Trinken und Energie, sondern bietet auch langfristig eine Lebensgrundlage für weitere Generationen. Damit das Überlebensprogramm weiter laufen kann, sorgen sich Ernährungsexperten über die Entwicklung der Ernährung und Energieversorgung der Bevölkerung des 21. Jahrhunderts. Politiker und Forscher fragen sich, wie die wachsende Zahl von Menschen Ressourcen schonend und ohne Gefahr für die Umwelt, ernährt und mit Energie versorgt werden kann.
Die weltweit größten Umweltsünden
"Wir haben in unserer ersten Studie herausgefunden, was und wer auf der Erde die größten Umweltschäden verursacht", so Edgar Hertwich, Professor für Energie and Umweltsystemanalyse der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie. "An der Spitze steht die Nutzung fossiler, nicht nachwachsender Rohstoffe, der Abbau oder die. die energieintensive Herstellung von Eisen, Stahl, Aluminium und Plastik."
Ein extremes Konsumverhalten der Verbraucher , schadet der Umwelt ebenfalls stark. Zu diesem Schluss kommt das International Panel for Sustainable Resorce Management des United Nations Environmental Programme (UNEP) dessen Ergebnisse in einer 149-seitigen Broschüre niedergelegt wurde. Damit die Zukunft der Erde gesichert ist, gelte es, schnell, dramatische Reformen umzusetzen. In dem Bericht wird genau erörtert, wo die Auswirkungen dieser Umweltsünden zu Tage treten.
"Prinzipiell geht es bei diesem Projekt darum aufzuzeigen, wie wir der Sorge über die Begrenzung der Ressourcen sinnvoll begegnen können", so Co-Chairman Ernst Ulrich von Weizsäcker. Die Experten bildeten fünf Arbeitsgruppen, um eine Abkoppelung des Wohlstands vom Ressourcenverbrauch zu erarbeiten und zu dokumentieren.
Eine industrielle Landwirtschaft laugt den Boden aus
„Zur Bestürzung vieler Landwirte und ihrer Organisationen steht die industrielle Landwirtschaft ganz oben auf der Liste der größten negativen ökologischen Fußabdrücke, betont Hertwich. „ Sie ist verantwortlich für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen, für 60 Prozent der Phosphor- und Stickstoffemissionen und für 30 Prozent der Gift-Emissionen in Europa - insbesondere von Chemikalien." Die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten trage den größten Anteil an diesen Umweltfolgen. "Auf Kosten der Landwirtschaft gehen zudem 70 Prozent des weltweiten Süßwasserbedarfs und 38 Prozent der gesamten Fläche."
"Je wohlhabender ein Land ist, desto mehr wird konsumiert und desto mehr negative Einflüsse hat dies auf die Umwelt. Das bestimmt maßgeblich die gravierenden Unterschiede zwischen den Regionen der Welt", so Hertwich. "Die negativen Umwelteinflüsse steigen bei Verdopplung des Einkommens um nahezu 80 Prozent." Damit wird in dem Bericht widerlegt, dass höherer Wohlstand zu einem grüneren Planeten führt. 20 bis 30 Prozent des ökologischen Fußabdrucks entstehen übrigens außerhalb eines Landes - nämlich durch den Import von Waren.
Landwirte fragen sich:" Haben unsere Junglandwirte eine Zukunft?
Landwirte, die ökologisch anbauen, denken um. Sie wissen wie wichtig ein guter Ackerboden mit vielen Mikroorganismen ist. Auch der Gehalt an zum Beispiel Kupfer ist für einen guten Erntertrag wichtig.
Der Demeterbund Baden-Württembeerg feiert im Jahr 2010 seinen 50.Geburtstag.
Ökologisch umdenken - aber wie?
"Der veröffentlichte Bericht richtet sich an die Politiker, um aufzuzeigen, dass sehr viel Arbeit nötig ist um die zukünftigen Bedürfnisse einer Weltbevölkerung auch stillen zu können", sagt von Weizsäcker. „ Nun geht es darum, die geeignete Therapie dazu zu finden", erklärt er. "Wir folgen der von UNEP-Direktor Achim Steiner vorgeschlagenen Abkopplung des Wohlstands von den verursachten Schäden. Im Falle der Landwirtschaft bedeutet dies, unter der Prämisse, dass die Weltbevölkerung bis 2050 um 50 Prozent zunimmt, eine radikale Änderung der Ernährungsgewohnheiten weg von tierischen Produkten." Erwähnenswert seien ebenfalls eine dringend nötige Erhöhung der Recyclingraten von wertvollen Metallen in der Elektronik sowie eine Verbesserung der Effizienz der Wassernutzung. Ebenso müssen sich die Landwirte wieder mehr um die Qualität ihrer Produkte kümmern, denn wie die Biowirkung des Lichtes auf Obst und Gemüse ist, ist für den Wirkstoffgehalt und das Aussehen der Produkte wichtig.
Ein Teil der Landwirte sah die Entwicklung schon vorzeitig. Sie erkundigten sich nach Fördermöglichkeiten für Umstellbetriebe die im Jahr 2009 angehoben wurden oder streben eine
europäische Ökozertifizierung an.
modernisierten ihre Landwirtschaft und stellten ihre Betriebe auf eine ökologische Landwirtschaft um.
