Kloake Düsseldorf - eine City und die Sauberkeit

Shoppingmetropole sowie Königsallee sind dreckiger als ihr Ruf

Container in Bestlage - Jörg Tilmes
Container in Bestlage - Jörg Tilmes
Spätestens dann, wenn ein verantwortungsbewußter Hundehalter durch die Stadt geht, wird das Ausmaß der Verschmutzung der Düsseldorfer Innenstadt offensichtlich.

Die Königsallee inmitten der rheinischen Großstadt erfreut sich großer Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen. Messebesucher und vorbeischauende Gäste der "längsten Theke der Welt" – wie die benachbarte Altstadt genannt wird – bevölkern die knapp einen Kilometer lange Shoppingmeile neben den Anliegern, die in erster Linie aus Laden- und Büropersonal der Geschäfte, Banken und Anwaltskanzleien besteht. Ein Hauch von Glamour weht immer über der Kö - nicht nur dann, wenn Tom Cruise und BAMBI dort zu Besuch sind.

Wer genau hinschaut, entdeckt eine andere Seite

Der Hundebesitzer Sebastian N. sieht die Königsallee und ihr Umfeld jedoch ganz anders. Jeden Tag geht er mit seinem Schäferhund Gassi und erlebt hautnah, wie dreckig Düsseldorf im Grunde ist. Zum Beispiel auf der Marienstraße, nur zwei bis drei Fußminuten von der Königsallee entfernt. N.: "Das erste, über das ich stolpere, wenn ich losgehe, sind die Hinterlassenschaften eines anderen Hundes aus der Nachbarschaft, dessen Geschäfte dessen Eigentümer praktischerweise sofort vor die eigene Haustür machen lassen. Mitten auf den Bürgersteig."

Prostituierte und Drogen gehören zum Alltagsbild rund um die Königsallee

Einfach ausweichen bringt nichts. Gemäß der Angaben des Herrn N. muß dieser nämlich darauf achten, dass sein eigener Schäferhund beim Ausweichen und Berühren des Randsteins nicht in eine der herumliegenden Drogenspritzen tritt. Die Drogenszene des nur sieben Fußminuten entfernten Düsseldorfer Hauptbahnhofes verteilt sich gerne in den besseren Straßen rund um die Kö, weil Nischen, Einfahrten und Hauseingänge ein ideales Versteck beim Setzen der Spritzen bieten.

Auch eine Garageneinfahrt zu einem Parkhaus war beliebter Treffpunkt der Süchtigen. Gebrauchte Spritzen, blutige Taschentücher, Erbrochenes, andere Hinterlassenschaften und Kondome zeugten jeden Morgen von regem Verkehr in dem Seiteneingangsbereich. N.: „Ich kenne schon die Geschlechtsteile der Drogensüchtigen, weil diese sich nackt ausziehen in den Nischen, Sex haben und sich dabei ihrer Sucht hingeben, während man sein Auto daneben einparkt!“

Stricher bieten unverhohlen Sex an, betteln, randalieren und lassen ihre Bierflaschen natürlich gleich liegen. Die Verwaltung des Parkhauses verlegte deswegen sogar das gesamte Tor nach vorne, um die Nische des Seiteneingangs für Außenstehende dicht zu machen.

Kurz vor Weihnachten 2007 zog sich eine Frau splitterfasernackt aus und stellte sich in den Hauseingang eines Bürogebäudes. Dabei versuchte die verstört wirkende Frau, sich eine Spritze ins Zahnfleisch zu setzen. Eine Traube von Schaulustigen war vor Ort, als der Krankenwagen eintraf, um die Frau abzuholen. Ihr Müll blieb für Sebastian N. liegen.

Übervolle Müllcontainer inteerssieren die Awista als Entsorgsbetrieb der Stadt wenig

Pappe, Kartons, Glasscherben – alles liegt um die dafür vorgesehenen Container herum, weil die Menschen ihren Müll entgegen der Vorschriften nicht wieder mitnehmen, wenn ein Container voll ist. Dass die Düsseldorfer Glasflaschen nicht nur in die Container, sondern auch danebenwerfen, hinterläßt viel Glas auf dem Boden. N.: Für Hundebesitzer ist dies besonders schlimm. Die Hunde können sich an den herumliegenden Scherben verletzen.“ Nach den Worten des Bürgers gehören Glasscherben zum Straßenbild der Kö.

Ein Meer von Scherben offenbart sich dem, der hinschaut: Die Stadt jedoch schaut weg

Nicht nur um Müllcontainer herum, sondern auch auf den Gehwegen und den Baumscheiben liegt viel Glas. Dieses zeugt von einem regen Besuch der Altstadt, denn wenn betrunkene Saufkumpane die Flaschen geleert haben, bleiben diese eben auf dem Gehweg liegen und zerbrechen irgendwann. Der Platz der deutschen Einheit ist voller Glasscherben; die Königsallee ebenso wie der Bereich um den Jan-Wellem-Platz. Für einen Hundebesitzer ist es das reinste Spießrutenlaufen, denn um Verletzungen des eigenen Tieres zu vermeiden, kann der Hundebesitzer nicht anders, als seine Blicke fortwährend auf den Boden zu heften. Die Polizeihunde wurden bereits mit "Schuhen" für die Pfoten ausgerüstet, weil die Verletzungsgefahr bei Einsätzen in der City zu groß gewesen ist. Kapituliert die Gesetzesmacht bereits vor dem asozialen Verhalten Einzelner, Dritten ihren Müll zu hinterlassen? Von Chic, Glanz und Glamour der Düsseldorfer City ist da wenig zu spüren.

Hundehaufen

Aber es sind auch die Hundebesitzer selbst, die sich wenig um den Kot ihrer vierbeinigen Lieblinge kümmern. N.: „Es ist ekelhaft. Überall Hundehaufen, teils mitten auf dem Bürgersteig.“ N. selbst verwendet die städischen Kotbeutel und entfernt das, was sein Schäferhund hinterläßt. Leider, so N., bietet die Stadt keinen Kotbeutelspender auf der Königsallee an, wo er sicher sehr hilfreich wäre. Doch die meisten der Hundeeigner nutzen diesen Service der Stadt ohnehin nicht.

Unsaubere Anlieger

Doch N. wirft auch den Anliegern vor, dass diese die Bürgersteige vor ihren Häusern nicht sauberhalten. Vor allen Dingen die Landeszentralbank an der Berliner Allee ist ein Negativbeispiel, weil diese ihre Bürgersteige weder von Kotresten der Hunde noch von Glas und Müll reinigt. Ein Stapel verlorener Zeitungsausgaben der Rheinischen Post flatterte tagelang vor einer Einfahrt der LZB; ständig dort liegende Hundehaufen zeugen von einer deutlichen Interessenlosigkeit der Landeszentralbank an der Sauberkeit ihres Umfeldes, das auch von herumliegenden Glasscherben geprägt ist. Doch auch die Anlieger der Seitenstraßen zeigen wenig Interesse an der Reinigung der Flächen vor ihrem jeweiligen Haus.

Essensreste auf den Bürgersteigen sind alltägliches Ärgernis

Pizza, Eiscreme, Pommes, Currywürste, Döner - alles ist in Resten tagtäglich neu auf den Bürgersteigen zu finden. Ungesund für Hunde, gefundenes Fressen für Mäuse und andere vorhandene Nager und ein Zeichen dafür, wie gut es unserer Gesellschaft in Zeiten, in denen in Drittweltländern gehungert wird, immer noch geht.

Der Ruf Düsseldorfs als chice Stadt am Rhein ist sicher besser, als die Situation vor Ort. Abfall, Müll, Scherben sorgen nicht nur bei Verdruß bei verantwortungsbewußten Hundehaltern, sondern zeugen auch von einer schlechten Arbeit der städtischen Reinigung sowie von einem niedrigen Niveau eines Großteils der Besucher und Anwohner dieser Stadt, die die Beseitigung ihren Mülls eben gerne anderen überlassen. Am dafür stadtbekannten Burgplatz, aber auch im noblen Umfeld der Kö. Ein sehr schlechtes Bild, dass die Gesellschaft da von sich zeichnet. Und die Politik schaut weg.

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Jörg Tilmes - Was Sie von mir an dieser Stelle erwarten dürfen? Artikel zu Themen aus dem Bereich der Fernsehbranche, mit der ich seit 1999 ...

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