Knut, der Eisbär des Zoos Berlin, ist tot

Eisbär Knut im Zoo Berlin - © Zoologischer Garten Berlin AG
Eisbär Knut im Zoo Berlin - © Zoologischer Garten Berlin AG
Er war der Liebling Tausender. Menschen aus aller Welt bangten bei seinem Start ins Leben vor vier Jahren, nun ist er tot. Eisbär Knut starb am 19.3.2011.

Bären-Kurator Heiner Klös, er ist so etwas wie der oberste Bärenwärter Berlins, überbrachte die traurige Nachricht: Für jedermann völlig überraschend sei Eisbär Knut, der Liebling aller Zoobesucher und Angestellten des Berliner Zoos, gestorben. Nach Angaben von Klös trieb Knut tot im Wasserbecken des Eisbärgeheges. Nun beginnt die Suche nach den Gründen: Was ist passiert? Warum starb Eisbär Knut?

Knut, der Eisbär: Ein schwerer Start ins Leben

Knut war ein „Adventkind“. Geboren am 5. Dezember 2006 in Berlin, war er der erste Eisbär, der nach über 30 Jahren im Berliner Zoo geboren wurde. Was ihn zum Liebling der Medien und damit zum herzerwärmenden Knuddeltier werden ließ, lag sicherlich zum einen in der Weihnachtsstimmung begründet, die wie geschaffen scheint für emotional aufgeladenen Geschichten. Und emotional bewegend war die Tatsache, dass Eisbär Knut von Hand aufgezogen werden musste: ein süßes, kuscheliges Tierbaby in Menschenhand.

Die Aufzucht von Tieren durch Menschenhand gilt manchen Kritikern als nicht artgerecht. Bei Knut spielte das keine Rolle. Rasch hatte die BILD sich des Schicksals des kleinen, schneeweißen Eisbären angenommen und gab einen Zeitlang nahezu täglich Bulletins heraus über den Zustand des Kleinen. Ob beim Friseur, auf der Arbeit, in der Freundesrunde – Knut war über Wochen hinweg das Thema Nummer 1, und man konnte damals glauben, mit Knut sei die Welt ein Stück weit besser geworden.

Thomas Dörflein: beliebter Tierpfleger und „Menschenvater“ des Eisbären Knut

Eine wichtige Rolle in den Wochen nach Knuts Geburt hatte Tierpfleger Thomas Dörflein inne. Knut kam unmittelbar nach seiner Geburt in den Brutkasten und wurde dort quasi rund um die Uhr von Dörflein versorgt. Erst als der Bär ein stabiles Gewicht erreicht hatte, beschloss die Zooleitung: „Knut kann der Öffentlichkeit präsentiert werden!“ Das Ereignis fand am 23. März statt 2007 statt, später trat Knut zweimal täglich in der sogenannten „Knut-Show“ auf. Knut avancierte zum Star des Berliner Zoos. Alles, was mit Knut zu tun hatte, wurde zur berichtenswerten Nachricht. Eine davon geriet zum Schock: Pfleger Dörflein starb am 22. September 2008 im Alter von 44 Jahren an Herzinfarkt! In einem Interview hatte Dörflein einmal bekundet, er wolle „nur seinen Job machen“. Nicht zuletzt für diese sich bescheiden gebende Haltung erhielt Dörflein 2007 den Verdienstorden der Stadt Berlin. (Der Bär ist das Wappentier Berlins.)

Der Tod des Eisbären Knut ist noch völlig ungeklärt

So überraschend der Tod seines Ziehvaters war, so überraschend kommt auch jetzt der Tod des jungen Eisbären Knut. Eisbären erreichen in freier Wildbahn ein Alter zwischen 15 und 18 Jahren – davon war Knut noch weit entfernt, ja, er hatte noch nicht einmal seine „Pubertät“ erreicht, denn Eisbären werden erst im Alter von 5 bis 6 Jahren geschlechtsreif. Eine Obduktion wird wohl erforderlich sein und auch durchgeführt werden, um zu klären, warum und woran Eisbär Knut gestorben ist.

Quellen:

sueddeutsche.de, www.zoo-berlin.de, focus.de, spiegel.de

Johannes Flörsch, Johannes Flörsch

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