
- Knut - Adele Sansone
Update am 19. März 2011: Knut ist tot
Nach Angaben von Bärenkurator Heiner Klös brach das gut vierjährige Tier zusammen und schwamm tot im Wasser des Eisbärgeheges. laut. Angaben des Zoos ist Knut an einer nicht näher definierten Gehirnerkrankung verstorben. Eine letzte Würdigung dieses besonderen Bären: Knut, eine beondere tierpersönlichkeit.
Knut - der Eisbär feiert Geburtstag
Dass es soweit überhaupt kommen konnte, verdankt er seinem Tierpfleger und Pflegevater Thomas Dörflein, der ihn vor dem nahen Tod rettete, und dem Zoo Berlin, der es sich zur Aufgabe machte, und dies nicht zum ersten Male, ein Tierbaby von Menschenhand aufzuziehen.
Chronologie der Ereignisse um Knut
Am 5. Dezember 2006 kam Knut gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Ernst zur Welt. Ihre Mutter Tosca versuchte einige Zeit die Jungen anzulegen, zu füttern, aber sie scheiterte. Deshalb holte der zuständige Tierpfleger Thomas Dörflein die verlassenen Jungen mit einer Stange aus dem Käfig und legte sie in vorsorglich vorbereitete Brutkästen. Das Brüderchen Ernst starb am 3. Lebenstag, Knut aber kämpfte sich mit Hilfe von Thomas Dörflein und Tierarzt Dr. Schüle durch.
Aus dem 810 Gramm Leichtgewicht wurde im Laufe der nächsten Wochen ein stattliches Kerlchen von 2000 Gramm, das erstmals am 31. Dezember 2006 seine Augen öffnete. "Wenn einen das Tier aus seinen Knopfaugen so ansieht, dann ist es um einen geschehen!" Das meinte der sonst knochentrockene Thomas Dörflein auf die wiederholten Fragen, wie man sich seinen unermüdlichen Einsatz für dieses kleine Lebewesen erklären könne.
Aus dem Brutkasten war Knut längst heraus gewachsen, da ging es ab in die Kiste, sein nächstes Zuhause und immer an seiner Seite sein Zieh-Papa oder sollte man nicht besser sagen seine "Ersatzmutter" Thomas Dörflein. Als die ersten Bilder an die Presse und Fernsehanstalten hinaus gingen, begann etwas, was keiner ahnen, geschweige denn planen konnte : Der Hype auf Knut.
Die Bilder der tapsigen, kleinen weißen Pelzkugel mit den schwarzen Knopfaugen im Kampf mit der Klobürste, die ersten öffentlichen Auftritte, immer an seiner Seite Thomas Dörflein, gingen um die Welt. Ein kleiner weißer Bär und ein großer starker Mann entzückten die Welt. Die Idylle ging jäh zu Ende, als am 22. September 2008 Thomas Dörflein unerwartet starb.
Doch glücklicherweise war Knut bereits besser abgenabelt, als man befürchtete. Die Tierpfleger, die Knut bereits seit Kindestagen kannten, Ronny Henkel und Marcus Röbke sowie Sylvia Weckert halfen über die erste schwere Zeit hinüber.
Knut und seine Familie
Oma Lisa 1977 im Zoo Rostock geboren, am 27. November 2009 im Tiergarten Berlin verstorben, Opa Michi 1987 im Münchner Zoo geboren, Papa Lars 1993 im Tierpark Hellabrunn, München geboren, Mama Tosca, ein Wildfang aus Kanada und ehemalige Zirkusbärin.
Es ist bemerkenswert, dass, wenn auch nur für wenige Tage im Oktober und November 2009, Knut mit seiner Großfamilie gemeinsam in Berlin lebte. Durch einen nötigen Umbau in München weilte Oma Lisa, die Mutter von Lars, geplant für ein Jahr ebenfalls in Berlin, allerdings im Tierpark. Oma Lisa musste jedoch am 27. November 2009 eingeschläfert werden, da sie an Krebs erkrankt war. Papa Lars musste den Berliner Zoo verlassen und lebt neuerdings im Zoo von Wuppertal.
Neuigkeiten rund um Knuts dritten Geburtstag
Aus München kam nicht nur Oma Lisa sondern auch eine junge Eisbärin namens Giovanna, kurz Gianna gerufen. Ein lang ersehnter Wunsch von Knuts Fangemeinde wurde endlich Wirklichkeit. Knut bekam zum ersten Mal in seinem Leben eisbärige Gesellschaft.
Gespannt wartete man auf das Zusammentreffen der beiden Bären-Teenager. Dass es einem handaufgezogenen Tier an "Eisbär-Sprache" mangelt, das wusste man. Aber wie würde Knut das meistern? Wie würde das Eisbärenmädchen damit umgehen? Bange Fragen. Glücklicherweise erwies sich die junge Dame aus München bisher als liebenswerte, aggressionsfreie und geduldige junge Bärin. Knut sah man anfangs die Emotionen, die zwischen Erstaunen, Neugierde und Angst oder Scheu wechselten, an. Berühmt wurde dabei seine "Tapirlippe", die vorgeschobene Oberlippe, die typisch ist als Zeichen des Unbehagens.
"Doch schön langsam wachsen wir zusammen", heißt es in einem Lied. So ist es auch bei den beiden Bären, sehr zur Freude der täglichen Zoobesucher und der zahlreichen interessierten Beobachter aus der ganzen Welt..
Fangemeinde von Knut
Natürlich hat sich die große Masse der Knutfans im Laufe der Zeit gelichtet. Geblieben ist doch eine erklecklich hohe Anzahl von Menschen, die Knut und seinen Werdegang weiterhin treu begleiten, die sich an Fortschritten freuen, die um sein Wohl besorgt sind.
Anfänglich vielleicht belächelt, als "Wilde Herde" verschrien, vom Zoodirektor nicht gerade geliebt, blieb sie dem Bären auch über die Kindertage hinaus treu. Die täglichen Zoobesucher liefern ihre Berichte und Fotos getreu ab und somit ist Knut sicherlich lückenlos dokumentiert , wenn auch von Laien.
Zahlreiche Blogs und Foren, begonnen durch den "Knuts Blog" durch rbb-online, begleiten nach wie vor Knut jeden Tag in seiner Entwicklung.
Und so liebenswerte Krankheiten, wie "Knutitis", oder Wortschöpfungen, wie "Alles wird knut", belegen nach wie vor die Faszination dieses einen speziellen Lebewesens.
Dies hat uns nicht nur ein Zootier, sondern eine ganze Spezies, nämlich den Ursus maritimus und seine ganze Problematik des Lebens und Überlebens nahe gebracht . Knut ist ein Symbol, eine Mahnung dafür, dass wir Menschen uns diese Tierart und ihren Lebensraum erhalten.
Update: Knuts vierter Geburtstag
