Auf den ersten Blick klingt es verwirrend - bei näherer Betrachtung jedoch irgendwie logisch, Fakt ist: Kochen hat auch mit Mathematik - zumindest mit den Grundrechenarten - zu tun.
Roastbeef zart und saftig bei niedriger Gartemperatur
Man kann z.B. ein entsprechend großes Stück Roastbeef entweder 2 Stunden bei 180°C im Backofen garen oder 4 Stunden bei 90°C. Gar wird das Fleisch in beiden Fällen - im letzteren jedoch um Klassen saftiger und zarter. Das Problem ist also nur der Faktor Zeit.
Aus diesem Grund ist eine logische Planung der Arbeitsabläufe in der Küche einer der wichtigsten Punkte, um ein überdurchschnittliches Ergebnis zu erzielen. Entscheidend ist die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte. Nehmen wir als Beispiel den Klassiker:
Sonntag - die Verwandtschaft hat sich zum Mittagessen angekündigt. Oft wird gesagt, es fehle an der Zeit für das Zubereiten von „richtigen Mahlzeiten“.
Den Sonntagsbraten - das könnte auch mal ein schönes Stück aus der Ochsenschulter sein - kann die Hausfrau getrost direkt nach dem Frühstück in den auf 120°C vorgeheizten Backofen schieben. Ein wenig Röstgemüse und einen Liter Rotwein dazu und für die nächsten 5 Stunden vergessen! Jetzt ist genügend Zeit, um sich den Beilagen zu widmen.
Kartoffelpüree - selbst gemacht oder aus der Packung
Soll es schnell gehen, könnte man ein echtes Kartoffelpüree dazu servieren. Das sollte ein paar Minuten vor Beginn des Essens fertig sein und kann dann zusammen mit den Tellern und dem Braten warm gehalten werden, bis auch Onkel Walter samt den Kindern eingetroffen ist. Auch der Endivien-Salat - ein absoluter Klassiker zu Schmorbraten mit Püree - lässt sich gut vorbereiten. Er schmeckt umso besser, wenn er ein paar Minuten im Salatdressing durchgezogen hat. Doch was macht die Hausfrau stattdessen? Sie greift in die Convenience-Kiste und zaubert ein 40-Sekunden-Püree auf den Tisch. Und was macht sie mit der Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen? Ausreden kann man bei Kartoffelpüree nicht gelten lassen! Und es gibt definitiv kein Fertigprodukt, das einem guten, frisch zubereiteten Püree nur im Ansatz das Wasser reichen kann.
Es kostet nicht viel mehr Zeit, wenn man frisch kocht
Doch der Unterschied liegt nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Bereitschaft, die Arbeit machen zu wollen und die Zeit zu investieren. Und last but not least gibt es noch einen weiteren, ganz gravierenden Punkt: Das Unvermögen oder die Unwissenheit!
Woher soll eine junge Hausfrau heutzutage wissen, wie eine zarte, saftige glasierte Kalbsschulter gelingt? Gehörte doch ihre Mutter zur ersten Generation der Fertigprodukte-Köchinnen. Wer sollte der jungen, unerfahrenen Hausfrau zeigen, wie man ein duftiges hausgemachtes Kartoffelpüree auf den Tisch bringt? Niemand hat ihr gesagt, dass man Kartoffelklöße auch aus echten Kartoffeln machen kann.
Convenience-Produkte - die Zukunft des Kochens
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Gänge in einem Supermarkt bei den Fertigprodukten deutlich breiter sind als bei anderen Waren?
Doch das richtig dicke Ende kommt erst noch: Können sich heute noch einige wenige daran erinnern, wie „richtig gekochtes Essen“ schmeckt, wird die Generation, die heute beim Einkaufen im Kindersitz sitzt, gar nicht wissen, dass man Essen auch selbst zubereiten kann.
