König Konrad II. und Herzog Adalbero von Kärnten

1035 enthob König Konrad II. den Herzog Adalbero von Kärnten seiner Ämter und schickte ihn in die Verbannung.

Adalbero von Eppenstein kam um 980 zur Welt. Er entstammte dem Geschlecht der Eppensteiner. Die hatten im Enns- und Mürztal umfangreichen Besitz. Seine Eltern waren Markwart III. und Hadmud von Ebersberg.

Adalbero war mit Beatrix, einer Tochter Hermanns II. von Schwaben aus der Familie der Konradiner, verheiratet. Dadurch war er mit Kaiser Konrad II. verschwägert.

Markgraf der Karantanermark

Um 1000 folgte Adalbero seinem Vater Markwart als Markgraf der Karantanermark. Zudem herrschte er als Graf von Eppenstein im Ennstal und über Judenburg. Bedeutende Güter besaß er auch in der Grafschaft Mürztal.

Aufstieg zum Herzog von Kärnten

Kaiser Heinrich II. belehnte Adalbero 1012 mit dem Herzogtum Kärnten und der Markgrafschaft Verona mit Friaul, Krain und Trient. Dazu kamen noch die Grafschaft Görz und die Schutzvogtei über das Patriarchat Aquileia.

Gefolgsmann von Konrad II.

Adalbero gehörte zum engeren Gefolge von Kaiser Kornrad II. 1027 war er zur Krönung von Heinrich III. in Aachen. Im September 1027 war er auf der Synode von Frankfurt der Schwertträger des Kaisers. Somit eine Person besonderen Vertrauens des Kaisers.

Nach 1028 wurde Adalbero in der Umgebung des Kaisers nicht mehr erwähnt. Er kümmerte sich wohl vor allem um sein Herzogtum Kärnten, Dort versuchte er offenbar zu einem Frieden mit den Ungarn zu finden. Was nicht unbedingt das Wohlwollen des Kaisers fand. Erst mit seiner Absetzung als Herzog von Kärnten taucht er in den Quellen wieder auf.

Bruch zwischen Adalbero und Kaiser Konrad II.

Kaiser Konrad II. erhob im Mai 1035 auf einem Hoftag in Bamberg Anklage gegen Adalbero. Er forderte von den anwesenden Fürsten die Verurteilung Adalberos wegen Hochverrat und ihm das Herzogtum und die Mark zu entziehen. Doch die Fürsten zögerten und forderten das Erscheinen von Heinrich III. vor dem Tribunal. Doch der Thronfolger hatte eine persönliche Abmachung mit Adalbero getroffen. Deshalb verweigerte er sein Mitwirken an dem Prozess gegen den Herzog. Erst durch den Fußfall des Kaisers vor seinem Sohn stimmte Heinrich um.

Heinrich rechtfertigte sich mit dem Hinweis, dass Egilberts von Freising ihn zur Verbindung mit Adalbero bewegt hatte. Egilbert wurde vom Hof verwiesen. Das Verfahren gegen Adalbero wurde wieder aufgenommen. Er und seine Söhne wurden in die Verbannung geschickt.

1036 versuchte Adalbero noch durch Kampf sein Herzogtum zu retten. Doch er musste sich nach Ebersberg zurückziehen und ging in die Verbannung. Erst nach dem Tod von Konrad II. kehrte er zurück. Doch König Heinrich III. gab ihm sein Herzogtum nicht zurück.

Adalbero starb am 28. November 1039 in Ebersberg und fand im Kloster Geisenfeld seine letzte Ruhestätte.

Heinrich II. übernahm 1039 selbst das Herzogtum Kärnten

Das Herzogtum Kärnten wurde im Februar 1036 auf einem Hoftag zu Augsburg an Konrad den Jüngeren vergeben. 1039 starb Herzog Konrad. Heinrich III. übernahm dann selbst das Herzogtum Kärnten. Damit waren die drei süddeutschen Herzogtümer unter der direkten Kontrolle des Königs.

Bereits unter Heinrich II. war die Zentralisierung der Macht in den Händen des Königs zu beobachten. Diese Entwicklung wurde durch die Konzentration von Herzogs- und Herrschaftsrechten durch den König wurde unter Konrad II. und seinem Sohn Heinrich III. intensiviert.

Literatur

  • Caroline Hauke: Der Herrscher fällt in Ohnmacht: Konrad II. und die Absetzung Herzog Adalberos II. von Kärnten. Grin Verlag München 2008, ISBN 978-3-64010-164-1