Herzog Ernst II. von Schwaben aus dem Geschlecht der Babenberger kam 1007 oder 1008 zur Welt. Er war der älteste Sohn des Herzogs Ernst I. und der Gisela von Schwaben. Der noch minderjährige Ernst übernahm das Herzogtum Schwaben 1015 nach einem tödlichen Jagdunfall seines Vaters. Zunächst übernahm seine Mutter Gisela die Regentschaft. Nach ihrer Heirat mit dem späteren König Konrad II. übernahm seinen Onkel Poppo von Babenberg, der war Erzbischof von Trier, die Regentschaft über Schwaben. .
Ernst II. gehörte zu den Gegner von König Konrad II.
Nach der Wahl von Konrad II. zum König gehörte Ernst II. während des Königsumritts zu den Gegnern des neuen Königs. Im Februar 1026 stellte Konrad II. in Augsburg ein Heer auf. Königin Gisela vermittelte die Versöhnung zwischen ihrem Sohn Ernst und Konrad. Der musste sich dem Italienzug Konrads anschließen.
Konrad der Jüngere und Graf Welf setzten während des Italienzuges ihren Widerstand gegen Konrad II. fort. Mit dem Regenten Bruno von Augsburg kam es zu Kämpfen. Im September 1026 wurde deshalb Ernst mit der Reichsabtei Kempten belehnt und nach Schwaben zurück gesandt. Er sollte dort den Landfrieden wieder herstellen. Doch er schloss sich den Gegnern des Königs an und fiel in das Elsass ein.
Ernst II. wurde abgesetzt
Nach der Rückkehr des Kaisers aus Italien musste sich Herzog Ernst auf einem Hoftag zu Ostern 1027 in Ulm verantworten. Seine Verbündeten fielen von ihm ab und er musste sich Konrad unterwerfen. Dennoch wurde Ernst als Herzog von Schwaben abgesetzt und auf der Burg Giebichenstein festgesetzt. 1028 wurde ihm verziehen und wieder als Herzog in Schwaben eingesetzt. Als Gegenleistung musste er auf Teile seiner Erbländer im bayerischen Nordgau verzichten.
Endgültgier Bruch mit dem König 1030
Au dem Hoftag von Ingelheim am 29. März 1030 weigerte sich Herzog Ernst I., gegen seinen Vasallen und Freund Graf Werner von Kyburg vorzugehen. Da ließ Konrad ihm den Prozess machen. Nach einem Urteil der Fürsten wurde er abgesetzt. Auch seine Mutter Gisela wandte sich von ihm ab. Am 17. August 1030 wurde Herzog Ernst II. und sein Freund Werner von Kyburg bei der Burg Falkenstein auf der Baar im Schwarzwald bei Kämpfen gegen Truppen des Bischofs von Konstanz erschlagen. Er wurde in der Marienkirche zu Konstanz beigesetzt.
Das Herzogtum Schwaben wurde 1038 nicht mehr vergeben
Der Sturz des Herzogs Ernst schwächte die Stellung der schwäbischen Herzöge erheblich und war ein erster Schritt zur Auflösung des Herzogtums. Zunächst wurde Ernsts jüngerer und noch minderjähriger Bruder Hermann mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Der Bischof Warmann von Konstanz wurde zum Regenten bestimmt. Hermann starb 1038. Danach übernahm König Heinrich III. das Herzogtum Schwaben selbst.
Literatur
- Helmut Maurer: Der Herzog von Schwaben. Grundlagen, Wirkungen und Wesen seiner Herrschaft in ottonischer, salischer und staufischer Zeit. Jan Thorbecke Verlag Ostfildern 1997, ISBN 978-3-7995-7007-7
