Konrad II. auch Konrad der Ältere genannt, folgte 1024 dem kinderlos verstorbenen Ottonen Heinrich II. als König des Ostfrankenreichs. Er begründete das neue Königshaus der Salier.
Königswahl am 4. September 1024 in Kamba
Am 4. September 1024 versammelten sich die Großen des Reiches in Kamba am rechten Rheinufer gegenüber Oppenheim zur Wahl eines neuen Königs.
In Kamba galten nur die beiden gleichnamigen Vettern Konrad, genannt der Ältere, und sein jüngerer Vetter Konrad als Kandidaten für den Thron. Beide waren mit der erloschenen Dynastie der Ottonen verwandt. Ihr gemeinsamer Großvater Herzog Otto von Kärnten war ein Enkel von Otto dem Großen.
Die Wahl Konrads des Älteren erfolgte nicht ohne Konflikte. Für ihn stimmten der Mainzer Erzbischof Aribo und etliche Geistliche. Die Sachsen waren in Kamba nur nachrangig vertreten. Der Kölner Erzbischof Pilgrim und die Lothringer verließen vor dem Wahlgang Kamba. Doch die Kaiserwitwe Kunigunde übergab Konrad die Reichsinsignien und stellte so den neuen Herrscher in die Tradition seiner Vorgänger.
Krönung am 8. September 1024 in Mainz
Am 8. September 1024 wurde Konrad im Mainzer Dom durch Erzbischof Aribo gesalbt und gekrönt. Doch Aribo verweigerte die Krönung von Gisela. Da ergriff der Kölner Erzbischof Pilgrim die Gelegenheit, das Krönungsrecht nach Köln zu holen, beim Schopf. Er krönte Gisela am 21. September 1024 in Köln zur Königin und verbündete sich nun mit Konrad II.
Erster Hoftag in Aachen
Zur Sicherung seiner Herrschaft musste Konrad II. die ihn eher ablehnenden Sachsen und Lothringer für sich gewinnen. Auch mit seinem Vetter musste er einen Ausgleich suchen.
Nach der Krönung Giselas begab sich das Königspaar deshalb auf einen Monate dauernden Königsumritt durch das Reich. Der begann mit einem Zug von Köln nach Aachen. Dort bestieg Konrad II. den Thron Karls des Großen und stellte sich in die karolingische Tradition. In Aachen hielt er einen ersten Hoftag ab. Doch auch hier konnte er die lothringische Opposition nicht für sich gewinnen.
Anerkennung durch die Sachsen
Über Lüttich und Nimwegen kam das Herrscherpaar nach Vreden. Dort empfingen Adelheid von Quedlinburg und ihrer Schwester Sophie von Gandersheim sie. Die beiden Schwestern waren Töchter von Otto II. und damit Repräsentanten der ehemaligen Herrscherdynastie. Ihr Wohlwollen für Konrad II. verfehlte die Wirkung auf den sächsischen Adel nicht. Anfang Dezember 1024 trafen sich westfälische Bischöfe und Große mit Konrad II. und huldigten ihm.
In Minden feierte Konrad II. 1024 das Weihnachtsfest und hielt einen Hoftag. Anwesend waren u. a. die Erzbischöfe Aribo von Mainz, Pilgrim von Köln, Hunfried von Magdeburg und Unwan von Hamburg-Bremen, die Bischöfe Bruno von Augsburg, Wigger von Verden und der Sigibert von Minden sowie zahlreiche sächsische Große unter der Führung Herzog Bernhards II. Konrad versprach die Achtung des alten sächsischen Rechts und wurde von den sächsischen Großen als König anerkannt.
Hoftag in Augsburg
Weitere drei Monate hielt sich das Königspaar in Sachsen auf. Es zog über Paderborn, Corvey, Hildesheim und Goslar nach Magdeburg. Im März 1025 führte der Umritt über Fulda nach Schwaben. In Augsburg feierte es am 18. April das Osterfest. Das wurde von dem nun offen ausgebrochenen Konflikt mit seinem Vetter Konrad dem Jüngeren überschattet. Doch Konrad II. erfüllte dessen Forderungen nicht. Anfang Mai 1025 hielt Konrad II. in Augsburg einen Hoftag ab. Dann zog er weiter über Bamberg, Würzburg und Tribur nach Konstanz.
In Konstanz wurde die Lage in Italien deutlich
Nach Konstanz kamen zur Anerkennung des Königs die Großen Italiens und der Erzbischof Aribert von Mailand. Doch die Lage in Italien war nach dem Tod von Heinrich II. verworren. So wollten einige italienische Große einen eigenen König küren. Die Bewohner von Pavia hatten nach dem Tod Heinrichs II. die noch aus der Zeit von Theoderich dem Großen stammende Pfalz zerstört. Pavia blieb in Opposition zur salischen Herrschaft. Die zerstörte Pfalz wurde nie wieder aufgebaut.
Konrad überließ den Süden des Reiches zunächst sich selbst und setzte seinen Königsumritt fort. Von Konstanz ging es über Zürich, wo ihm noch einmal italienische Große huldigten, nach Basel. Um den 23. Juni 1025 hielt Konrad dort einen Hoftag ab.
Sicherung der Ansprüche auf die Krone von Burgund
Heinrich II. hatte Basel 1007 von Rudolf II. als Faustpfand für seinen Erbanspruch auf das Königsreich Burgund erhalten. Doch da Heinrich II. kinderlos starb, wurde diese Erbfrage als offen angesehen. Doch Konrad II. dokumentierte mit dem Hoftag und der Investitur eines Bischofs seinen Anspruch, dass er alle Rechte seines Vorgängers beanspruchte.
Die Lothringer erkannten Konrad II. Weihnachten 1025 an
In Basel endete nach Wipo der Königsumritt. Der Herzog Gozelo von Niederlothringen hatte nach der Wahl von Kamba die Bischöfe und weltliche Große, wie den Herzog Friedrich II. von Oberlothringen, in der Gegnerschaft zu Konrad II. um sich geschart. Im Verlauf des Jahres 1025 stießen weitere Gegner Konrads dazu. Darunter waren die Herzöge Ernst von Schwaben, Friedrich von Oberlothringen, Konrad der Jüngere und der schwäbische Graf Welf II.
Konrad II. zog nach dem Abschluss des Königsumritts von Basel über Straßburg und Speyer nach Tribur. Dort hielt er einen Hoftag ab. Zum Weihnachtsfest 1025 war der König in Aachen. Dort huldigten schließlich auch Gozelo, Friedrich und der Bischof Gerhard von Cambrai dem neuen Herrscher. Der war nun allgemein anerkannter König im Ostfrankenreich.
Zeitgenössische Quellen zu Konrad II.
- Harry Bresslau (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 61: Die Werke Wipos (Wiponis Opera). Hannover 1915, Nachdruck durch Monumenta Germaniae Historica 1989, ISBN 3-7752-5294-0
Literatur zu Konrad II.
- Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 3. Auflage, Beck München 2011, ISBN 978-3-406-53597-0
- Egon Boshof: Die Salier. 5. Auflage, Kohlhammer Verlag Stuttgart 2008, ISBN 3-17-020183-2.
- Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125: Kaiser oder Papst?, Thorbecke Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3
