2010 jährt sich der Todestag der preußischen Königin Luise zum 200. Mal. Die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG) bereitet sich auf ein „Luisenjahr“ vor und macht sich daran, die Wirkungsstätten von Luise in ihrem Besitz dem Anlass entsprechend würdig herzurichten.

Die Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz war Gemahlin des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. In ihrer Zeit als Königin kam es zu dem erbitterten Kampf Preußens gegen Napoleon. Dieser Kampf und ihr früher Tod mit 34 Jahren bewirkten eine besondere Überhöhung ihrer Person, die schon zu ihren Lebzeiten einsetzte.

Kindheit und Jugend der Prinzessin Luise

Ihr Vater war Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz, der das Kurfürstentum Hannover als Gouverneur verwaltete. 1768 heiratete er Prinzessin Friederike von Hessen-Darmstadt. Sie starb, als Luise 6 Jahre alt war. Der Vater heirate die Schwester seiner Gattin, die schon 16 Monate später starb. Luise und ihre Schwestern Therese und Friederike kamen 1786 zu ihrer Großmutter nach Darmstadt.

Anfang März 1793 wurden Luise und Friederike dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. vorgestellt. Der bestimmte die Beiden zu Gemahlinnen seiner Söhne. Am 24. April gab es in Darmstadt die Verlobung.

Die Kronprinzessin Luise

Am 24. Dezember 1793 wurden Luise und der Kronprinz getraut. Das höfische Leben verlangte von der eher unkonventionell agierenden Luise ein hohes Maß an Anpassung. Als Oberhofmeisterin stand ihr die Gräfin Sophie Marie von Voß zur Seite, die eine Vertraute von Luise wurde.

Ein Glück war, dass auch Friedrich Wilhelm die traditionelle Förmlichkeit auf das Offizielle beschränkte. Das Paar unternahm Spaziergänge ohne Gefolge, besuchten Volksfeste wie den Berliner Weihnachtsmarkt und den Stralauer Fischzug. So wurden sie im Volk ein wenig als die Ihren wahrgenommen. Die Sommermonate verbrachte das Kronprinzenpaar vor allem Herrenhaus Paretz im Havelland und weilten auf der Pfaueninsel.

Luise hat zehn Kindern das Leben geschenkt. Ihr ältester Sohn Friedrich Wilhelm IV. war von 1840 bis 1861 König von Preußen, der Nächstgeborene Wilhelm I. folgte als preußischer König und wurde 1871 Deutscher Kaiser. Ihre Tochter Friederike Charlotte heiratete 1817 den Thronfolger Nikolaus I. von Russland und wurde 1825 als Alexandra Feodorowna Zarin.

Am 16. November 1797 starb König Friedrich Wilhelm II. Ihm wurde und wird eine missglückte Außenpolitik sowie Mätressenwirtschaft und Verschwendungssucht vorgeworfen. Seine letzte wichtige außenpolitische Handlung war der Friedenschluss von Basel 1795. Preußen verließ die Allianz gegen Napoleon. Die linksrheinischen Landesteile mussten abgetreten werden und Norddeutschland wurde neutral.

Luise als Königin von Preußen

Friedrich Wilhelm III. war bei seiner Thronbesteigung 27 Jahre alt. Er galt als schüchtern und wenig entscheidungsfreudig. Er verordnete eine strikte Sparsamkeit und setzte auf die Neutralität im Kampf gegen Napoleon.

Friedrich Wilhelm III. und Luise unternahmen in den Folgejahren mehrere Huldigungsreisen durch die Provinzen, wo die Bevölkerung das Paar begeistert aufnahm. Ein besonderes Erlebnis für Luise war im August 1800 der Aufstieg zur Schneekoppe.

Napoleon übte wieder stärkeren Druck auf Preußen aus. Preußen suchte das Bündnis mit Russland. 1802 traf sich das Königspaar in Memel mit Zar Alexander I. Es entstand eine Freundschaft zwischen Königin und Zar.

Im Oktober 1805 kam Zar Alexander nach Potsdam, um den preußischen König für das Bündnis zwischen Österreich und Russland zu gewinnen. Friedrich Wilhelm III. zögerte allerdings noch.

im Krieg gegen Napoleon

Die Bildung des Rheinbundes 1806 zwang Preußen zum Krieg gegen Napoleon. Schon in der ersten Schlacht bei Jena und Auerstedt wurden die preußischen Truppen vernichtend geschlagen. Die Reserven erlitten bei Halle eine Niederlage. Der 27. Oktober 1806 sah Napoleon als Sieger in Berlin.

Friedrich Wilhelm III. und Luise waren am Kriegsschauplatz. Sie flüchteten auf getrennten Wegen. Luise erreichte Königsberg, wo sie schwer erkrankte und dennoch nach Memel weiter reisen musste. In Memel traf das Königspaar den Zaren, der Preußen die Unterstützung Russlands zusicherte. Am 14. Juni 1807 siegte Napoleon über Russland. Es folgten Friedensverhandlungen.

Am 6. Juli 1807 trafen Friedrich Wilhelm III. und Luise in Tilsit mit Napoleon zusammen. Luise erbat maßvolle Friedensbedingungen. Die Bedingungen des Friedens von Tilsit waren für Preußen sehr hart. Es verlor alle Gebiete westlich der Elbe und die polnischen Besitzungen. Dann musste ein französisches Besatzungsheer versorgt werden. 400 Millionen Taler forderte Napoleon zusätzlich. Das überstieg die Leistungsfähigkeit des Landes. Preußen blieb als Staat erhalten, weil der Zar sich für einen Pufferstaat zwischen Russland und Frankreich einsetzte.

Exil in Ostpreußen

Nach dem Friedensschluss musste Luise ihren niedergeschlagenen Gemahl aufrichten, der den Rest seines Königsreichs von Königsberg aus regieren musste. Hier konnten dann die ersten und wichtigen Reformen unter der Führung des Reichsfreiherrn vom Stein auf den Weg gebracht werden: 1807 die Bauernbefreiung und die Städtereform 1808. Die Generäle Scharnhorst, Gneisenau und Boyen setzten eine Heeresreform um. Stein erließ drastische Sparmaßnahmen und verlange auch vom Königshaus kräftige Einsparungen.

Im Winter 1808/09 reiste das Königspaar nach Sankt Petersburg. Luise genoss das gesellschaftliche Leben am Zarenhof in vollen Zügen. Das war ein totales Kontrastprogramm zur tristen Situation am preußischen Hof in Königsberg.

Rückkehr nach Berlin und Tod in Hohenzieritz

Am 23. Dezember 1809 kehrte das Königspaar nach Berlin zurück. Ihnen wurde ein herzlicher Empfang bereitet. Im Sommer 1810 plante Luise eine Kur in Bad Pyrmont. Die leere Staatskasse und zwei in Pyrmont lebende Brüder Napoleons vereitelten dieses Vorhaben. So wurde eine Reise nach Neustrelitz, wo seit 1894 Luises Vater als Herzog residierte, vorbereitet. Am 25. Juni 1810 kam sie in Neustrelitz an und begab sich dann in die herzogliche Sommerresidenz Schloss Hohenzieritz. Der für den 30. Juni 1810 geplante Ausflug nach Rheinsberg musste wegen einer Erkrankung Luises ausfallen. Sie hütete auf Hohenzieritz das Bett und starb hier am 19. Juli 1810. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde der Leichnam nach Berlin überführt und zunächst im Berliner Dom beigesetzt. Im Dezember 1810 fand Luise von Mecklenburg-Strelitz ihre letzte Ruhestätte in der Hohenzollerngruft im Park des Schlosses Charlottenburg. Dieses Mausoleum wurde ein Wallfahrtsort der Verehrung der Königin Luise. Viele wichtige Orte im Leben der Luise von Mecklenburg-Strelitz sind an der Königin-Luise-Route zu finden.