
- Die X 3000 HDD-Pumpe - Prime Drilling
Bohrprobleme, die im Heimwerkerbereich mit einem Winkelbohrer zu lösen sind, stellten bis vor einigen Jahren im Tiefbau ein Problem dar. Durch den Einsatz der HDD-Technik wurden grabenlose Bohrungen zur Unterquerung von Flüssen und Straßen oder Naturschutzgebieten, bis zu einer Länge von mehreren Kilometern, machbar. Auf der Bauma 2010, der Fachmesse für Baustellenfahrzeuge, Baugeräte und Bergbaumaschinen, wird die X 3000 vom 19. bis zum 25. April 2010 in München vorgestellt.
Was ist HDD?
Die Technik des HORIZONTAL DIRECTIONAL DRILLING (HDD) stammt aus den USA und ist in Deutschland als horizontal gesteuertes Richtbohren bekannt. In den 1970er Jahren wurde sie für den Bereich der Tiefbohrtechnik eingesetzt, um mittels horizontaler Bohrungen die Lagerstätten fossiler Brennstoffe ertragreicher als mittels der vertikaler Bohrungen zu erschließen.
Wie wurde die Technik weiter entwickelt?
Der internationale Maxi-HDD-Marktführer, die PRIME DRILLING GmbH forderte ihre kleinere Schwesterfirma TRINITY Pumpenwerk GmbH auf, eine neue Maxi-HDD Bentonit-Pumpe zu entwerfen. Das Ergebnis: Die X-3000 HDD-Pumpe.
Die X-3000 ist die erste, speziell für den Maxi-HDD-Markt entwickelte Pumpe - mit einer maximalen Kapazität von 4.000 l/min, 110 bar und einem Gewicht von weniger als 5 Tonnen. Mit der Herstellung von maßgeschneiderten Maxi-HDD-Bohranlagen und HDD-spezifischen Pumpen, unterstreichen die Firmen PRIME DRILLING und TRINITY das Firmenmotto „For your success!“
So gestaltete sich die Umsetzung
Durch seine langjährige erfolgreiche Erfahrung am HDD-Markt definiert Werner Wurm, Geschäftsführer der PRIME DRILLING, die Umsetzung des Projektes. Er erklärt: "Als wichtige Vorgabe für die Herstellung dieser neuen Maxi-HDD Pumpe gelten die Erfordernisse an das Gerät. Sie sollte eine Pumpenkapazität von mindestens 3.000 l/min. und einem gleichzeitigen Spüldruck von 60 bar erbringen und dennoch leicht transportierbar sein“. Robert Oklejas, Geschäftsführer der TRINITY Pumpenwerk GmbH begann mit der Realisation des Projektes.
Der Hub wurde für HDD-Bentonit-Anwendungen optimiert, die Drehzahl und der Kolbendurchmesser, entgegen der sonstigen Voraussetzungen, nach l/min ausgewählt. Die Ventile wurden, um den neuen Anforderungen gerecht werden zu können, passend zu den Vorgaben kalkuliert. Die bisherigen Öl- und Erdgas-Pumpen sind aufgrund ihres Gewichtes (ca. 14 Tonnen ohne Stahlrahmen und Antrieb) eher stationär einsetzbar. Die neu entwickelte X-3000-Pumpe hat eine leichtere Bauweise und ist, aus diesem Grund, besser und kostengünstiger vor Ort einsetzbar. Als nächster Schritt wurden anhand aller Berechnungen mit Hilfe von spezieller Software (SolidWorks) 3D-Modelle erstellt. Diese 3D-Modelle wurden zur internen Weiterbearbeitung an Prime Drilling ausgehändigt, somit konnte der erste Prototyp erstellt werden. Nach langen und erfolgreichen Testläufen wurden bereits die ersten Pumpen international verkauft.
Die Bestätigung kommt aus dem zufriedenen Kundenkreis: Durch die hohe Design- und Herstellungspräzision, ist der gesamte Ersatzteile-Verschleiß gering. Dank des innovativen Designs, ist der Austausch der Ersatzteile sehr leicht durchführbar. Eine gesamte Baureihe der HDD-spezifischen X-Pumpen ist bereits in Arbeit.
Kraft und sanfte Umweltfreundlichkeit
Naturschützer und Verfechter der Deutschen Umwelttechnilogie begrüßen, dass die HDD-Technik und die X 3000 als Infrastrukturtechnologie für den Tiefbau, Straßenbau, die Verlegung von Kabeln oder von Pipelines eingesetzt werden kann ohne dass das Ökosystem wesentlich gestört wird. Herkömmliche Bohranlagen haben die Schwierigkeit, dass sie, um den Erfordernissen entsprechen zu können, zu schwer für einen mobilen Einsatz sind.
HDD-Anlagen von PRIME DRILLING gibt es in fünf verschiedenen Modellen, deren Leistung auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden können. Der Einsatz des größten Modells Maxi-HDD ist kostengünstig, da alle Arbeiten, die eine große Bewegung von Erdmassen zusammenhängen, wegfallen. Für Anwohner und Autofahrer entstehen bei Straßenbaumaßnahmen, die mit der HDD-Technik ausgeführt werden, keine größeren Unannehmlichkeiten. Straßen müssen nicht gesperrt und Flüsse nicht umgeleitet werden. Alle Bohrungen können unterhalb von Naturschutzgebieten, Flüssen oder Straßen über eine Länge von zwei Kilometern im grabenlosen Verfahren durchgeführt werden. Durch die größere Drainagefläche der Horizontalbohrung können bis zu sechs Vertikalbohrungen gleichzeitig durchgeführt und damit Kosten eingespart werden. Durch neuartige Bohrlochsolantriebe und Bohrlochvermessungssysteme wurden die Voraussetzungen geschaffen, gezielt Kurven zu bohren.
Damit die Ziele der gestellten Aufgabe technisch und wirtschaftlich optimal erreicht werden, sind im Vorfeld präzise Informationen über den Baugrund wichtig. „Das Patent auch für weitere HDD-Anwendungen ist“, so Robert Oklejas, „angemeldet. Weitere X-Pumpen sind in verschiedenen Größen in Vorbereitung.“
Trotz der Finanzkrise und der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit ergibt sich ein Mangel an Fachkräften.
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