Kohlgemüse - Alleskönner und Vitaminbombe

Kann Kohl Krebs vorbeugen?

Kohl - Bill Tarpenning
Kohl - Bill Tarpenning
Grünkohl, Weißkohl, Rosenkohl - das Arme-Leute-Essen von damals kann weitaus mehr als man ihm zutraut. Kohl enthält Vitamine, Mineralstoffe und soll Krebs verhindern.

Neben den bekannten Vitaminen und Mineralstoffen sind die so genannten sekundären Pflanzenstoffe, die den Pflanzen Aroma und Färbung geben, vor Schädlingen schützen und das Wachstum regeln, im Kohl stark vertreten. Gerade die im Kohl reichhaltig vorkommenden Glucosinolate sorgen mit den Ballaststoffen und anderen Substanzen dafür, das Risiko für verschiedene Krebsarten zu senken. Kohlgemüse helfen darüber hinaus auch, den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel positiv zu beeinflussen und auf natürliche Weise die Verdauung zu regeln.

Nicht zu lange kochen

Studien weisen darauf hin, dass Brokkoli oder Grünkohl jedoch nicht zu lange gekocht werden dürfen, sonst gehen diese wertvollen Inhaltsstoffe größtenteils verloren. Britische Wissenschaftler hatten geprüft, wie die Art der Lagerung und Zubereitung von Brokkoli, Grünkohl, Blumenkohl und Rosenkohl die Konzentration an Glucosinolaten beeinflusst. Diese Inhaltsstoffe werden bei der Zubereitung und beim Kauen zu Isothiocyanaten (auch bekannt als Senföle) umgewandelt, die vermutlich Krebs vorbeugen können.

Wird das Kohlgemüse bei einer Raumtemperatur von 12 bis 22 Grad Celsius oder im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt, sind die Verluste an Glucosinolaten nach drei Tagen Lagerungszeit gering. Durch das Kochen in Wasser für dreißig Minuten schrumpft der Gehalt je nach Kohlsorte um 58 bis 77 Prozent. Ein Großteil der Stoffe geht in das Kochwasser über. Daher empfehlen die Forscher, das Kohlgemüse nur kurz in wenig Wasser zu kochen oder schonend in Wasserdampf zu garen und bissfest zu verzehren. Auch durch das Erhitzen in der Mikrowelle und kurzes Anbraten unter Rühren nimmt die Menge der enthaltenen Glucosinolate kaum ab.

Kohl macht schlank

Kohlgemüse enthält kaum Kalorien. Mit 24 Kalorien in 100 Gramm Weißkohl, 22 Kalorien in 100 Gramm Blumenkohl und lediglich 12 Kalorien in 100 Gramm Chinakohl zählt Kohl eindeutig zu den kalorienarmen Lebensmitteln. Der hohe Ballaststoffanteil im Kohl sorgt dafür, dass auch kleine Portionen satt machen und die Verdauung in Schwung kommt.

Eine kurze Geschichte des Kohls

Wildkohl kannten schon die Römer als schmackhafte Beilage. Im 3. Jahrhundert tauchten erste Berichte über die gesundheitliche Wirkung von Kohl auf. Beim Bau der chinesischen Mauer aßen die Arbeiter gesäuerten Kohl. Der unermüdliche James Cook nahm zum Schutz seiner Seefahrer vor der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut fässerweise Sauerkraut mit auf seine Entdeckungsreisen. Pfarrer Kneipp empfahl den Verzehr von Kohl seinen Patienten mit Verdauungsproblemen.

Botanisch gehören die Kohlarten in die Familie der Kreuzblütler. Zum Verzehr geeignet sind die Blätter von Weiß-, Rot-, Spitz-, China- und Grünkohl sowie Wirsing. Die Rosenkohlröschen sind Triebknospen in den Blattachseln. Bei Brokkoli, Blumenkohl und Romanesco wird der verdickte Blütenstand gegessen. Die Kohlrabiknolle ist eigentlich ein verdickter Stängel.

Quelle: "Food and Chemical Toxicology", Bd. 45, Nr. 2, S. 216-224, 2007

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

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