Eine bedrohlich beängstigende Statistik, die sich in den vergangenen Tagen für die USA auftut: Neue chemische Analysen stellten fest, dass neun von zehn Dollar-Scheinen mit Spuren von Kokain kontaminiert sind. Die prozentuale Quote in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington DC stieg sogar auf über 95% an. Dies teilte der Leiter der Untersuchung, Yuegang Zoe, von der Universität von Massachusetts, am Sonntagabend bei einer Tagung der Amerikanischen Chemikervereinigung in Darthmouth mit und warf damit die folgerichtige Frage nach dem steigenden Drogenmissbrauch in den USA auf.
Kokain auf dem Vormarsch in die amerikanische Gesellschaft
Denn vor nur zwei Jahren lag der statistische Wert - damals auch von Zuo vorgelegt - einer ähnlichen Untersuchung bei "lediglich" 67 Prozent. Die Geldscheine, die oftmals zum Konsumieren der Pulver-Droge dienen, verraten nun einen dramatisch alarmierenden Anstieg des amerikanischen Drogenmissbrauchs. Kokain, die einstige Mode-Droge der 1980er, scheint somit wieder auf einen beängstigenden dominanten Vormarsch in die amerikanische Gesellschaft zu sein - besonders in den amerikanischen Metropolen. Laut dem unabhängigen privaten Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBPM / Nürnberg) seien in den USA sogar 99,8% der Dollarscheine mit Kokain kontaminiert. Damit nehmen die USA den Spitzenplatz in der Untersuchung ein, in der Deutschland weltweit auf dem 14. Platz liegt.
Kokainspuren für Unbeteiligte ungefährlich
Die Methode der sich die Wissenschaftler dabei bedienen ist eine modifizierte Form der Gaschromatographie, die schneller und effizienter als herkömmliche Methoden ist und die Geldnoten unbeschädigt lässt. Damit konnte Zuo und sein Team Kokainspuren von 0,006 bis 1240 Mikrogramm auf den Geldscheinen feststellen. Diese Menge sei, laut Zuo, dennoch so gering, dass sie keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit von Unbeteiligten habe und diese nicht in Gefahr bringe.
Die Ursachen für den scheinbar erhöhten Kokainkonsums der Amerikaner ist bisher noch nicht belegbar. Die Hauptvermutung der Wissenschaftler liegt bei den Ursachen der Weltwirtschaftskrise: Aufgrund der prekären Finanzlage würden die Amerikaner vermehrt zur Droge greifen, um die Realität zu verdrängen und eventuellen Stress abzubauen. Zuo gab bei dieser Theorie aber zu "nicht sicher zu sein". Insgesamt konsumieren laut dem Magazin "Focus" etwa sechs Millionen Amerikaner regelmäßig Kokain.
Kontamination von Geldscheinen spiegelt gesellschaftlichen Drogenkonsum wieder
Dennoch ist unklar in wie fern die amerikanischen Chemiker bei ihrer Berechnung den Umstand des indirekten Kokainkontakts von Geldscheinen berücksichtigt haben. Theoretisch könnten unter diesem Aspekt auch Scheine dann mit Kokain behaftet sein, wenn sie Kontakt zu einer Note hatten, mit der Kokain direkt konsumiert wurde. Durchaus bedenkenswert in dieser Hinsicht ist ebenfalls, die Dauer, mit der die Scheine bereits im Umlauf sind. Trotzdem gibt IBPM-Institutsleiter Fritz Sörgel an: "Vereinfacht lässt sich sagen, dass die Kontamination von Geldscheinen mit Kokain den Drogenkonsum einer Gesellschaft widerspiegelt". Sollte dies tatsächlich der Fall, sehen die USA sich wohl einer massiven nachhaltigen Problematik gegenüber.
Quellen:
1. http://www.focus.de/panorama/welt/wissenschaft-90-prozent-aller-dollarscheine-mit-kokainspuren_aid_426997.html
2. http://www.noows.de/neun-von-zehn-dollarnoten-weisen-kokainspuren-auf-10125
