Am 15.11.2011 war es am Abend so weit: Die Arena im ukrainischen Lwiw füllte sich mit mehr als 31.000 Zusehern und Marcel Koller setzte sich das erste Mal auf die Trainerbank. Das Fußballstadion ist noch sehr neu, und selbst der Rasen hatte sich noch nicht gesetzt. Das konnte daran festgemacht werden, dass die Spieler darüberrannten und das Grün sich löste. Nichtsdestotrotz versuchten die Spieler des neu zusammengewürfelten Kaders der österreichischen Nationalmannschaft unter Leitung von Trainer Marcel Koller, eine gute Leistung zu zeigen und gegen die Ukraine endlich einmal wieder ein Ländermatch zu gewinnen. Das Endergebnis sah anders aus und so mussten sich die Österreicher mit einem 1:2 geschlagen geben.

Der neue Trainer Marcel Koller

Natürlich gab es nach dem Match die obligatorische Fragestunde mit den Spielern und dem Trainer, der diesmal eher lange interviewt wurde. Die prekärste Frage ist hier immer, wie und ob die Trainermethoden Früchte tragen. Marcel Koller antwortete sachlich komplett richtig und meinte in etwa, dass er erst seit fünf Tagen mit den Österreichern trainiere und somit noch kein Statement dazu abgeben könne. Gerade wenn ein neuer Teamchef eingeführt wird, kommt es oft zu Diskussionen. Welche Position nimmt Marcel Koller ein? Ist der Trainer einer Nationalmannschaft wirklich Schuld am Sieg beziehungsweise an der Niederlage? Er soll taktische Anweisungen geben und die Motivation der Spieler stärken. Wenn jetzt ein Spieler einen Stellungsfehler macht oder den Stürmer der gegnerischen Mannschaft nicht deckt, ist das sicher nicht Fehler des Teamchefs. Marcel Koller ist 51 Jahre alt und war vor dem Einsatz als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft bis September 2009 Trainer beim VfL Bochum.

Österreich hat gut gespielt

Österreich spielte wie immer - zu Beginn schien das Spiel zwar etwas dynamischer, aber nach der Pause und dem 1:1, das übrigens kein Tor eines Österreichers, sondern ein Eigentor war, schlief das ganze etwas ein. In den letzten zehn Minuten vor Schluss kam es dann noch zu einem Geplänkel zwischen dem ukrainischen Kutscher und dem österreichischen Stürmer Arnautovic. Das Ergebnis dieses Streits war der Ausschluss des ukrainischen Spielers und das Team in rot-weiß-rot versuchte, mit einem Mann mehr den Sieg nach Hause zu bringen. Doch dem war nicht so und kurz vor dem Schlusspfiff, in der Nachspielzeit, erzielten die Gastgeber noch ein Tor. Wieder nichts mit einem österreichischen Sieg im Ländermatch. Trotzdem kann man nicht von einem Fehlstart des Neo-Trainers reden, da die Mannschaft sehr gut spielte und das Spiel dominierte. Alleine der Ballbesitz mit über 60 Prozent spricht für sich. Pech nennen es einige Leute, die vor dem Fernseher sitzen und den Österreichern die Daumen drücken und sich ärgern, wenn diese das gefühlte tausendste Mal im gegnerischen Strafraum herumlaufen und der entscheidende Schuss wieder mal daneben geht.

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