Kommt die Rente mit 67?

Ist die Rente mit 67 notwendig? - © derateru / pixelio.de
Ist die Rente mit 67 notwendig? - © derateru / pixelio.de
Die Bundesregierung hat die Rente mit 67 ins Gespräch gebracht. Derzeit liegt das Renteneintrittsalter noch bei 65 Jahren.

Bei dieser Diskussion fühlen sich viele Arbeitslose übergangen, denn eine Herabsenkung des Renteneintrittsalters wäre stattdessen logisch, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Die Lage scheint unklar. Für einige ist die Erhöhung auf 67 unabdingbar, andere sagen, es müsse zu einer Reduzierung des Renteneintrittsalters kommen. Einige Leute würden gerne etwas länger arbeiten und können dieses auch körperlich und psychisch verkraften. Für andere Berufsgruppen mit hoher Belastung ist die Rente mit 67 schier unerreichbar.

Die steigende Lebenserwartung macht die Rente mit 67 erforderlich?

Es stellt sich die Frage, ob die Rente mit 67 die richtige Antwort auf die Alterung der Gesellschaft ist. Die Rente soll in Zeiten einer steigenden Lebenserwartung und einer schrumpfenden Bevölkerung bezahlbar sein (zeit.de). Wenn die Bundesregierung ihre Pläne nicht durchsetzen kann, drohen massive Rentenkürzungen. Es wird sich zeigen, wie die Bevölkerung auf das Vorhaben der Bundesregierung reagieren wird.

Scharfe Proteste in Frankreich

In Frankreich, wo ebenfalls das Renteneintrittsalter heraufgesetzt werden soll, ist es bereits zu scharfen Protesten mit Ausschreitungen gekommen. Hier soll die Renteneintrittszeit von 60 auf 62 Jahre erhöht werden. Die Franzosen wollen sich nicht ihre wohlverdiente Rentenzeit nehmen lassen und gehen deshalb auf die Straße.

Es gibt zu wenig Arbeitsplätze für Ältere

Laut Deutscher Rentenversicherungsanstalt beträgt das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland 63,2 Jahre (spiegel.de). Es stellt sich die Frage, ob überhaupt genug Arbeitsplätze für Ältere geschaffen werden können, denn es gibt eine besonders hohe Anzahl von älteren Arbeitslosen über 50. Deshalb besteht die Gefahr, dass die Rente mit 67 auf eine Verlängerung der Lebensarbeitslosigkeit hinausläuft. Experten sagen, würde die Rente mit 67 gekippt, sind gewaltige Beitragserhöhungen zu erwarten.

Forsa-Umfrage spiegelt die Meinung wider

Eine vom Stern in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage spiegelt das Meinungsbild in der Bevölkerung wider (stern.de). Demnach sind nur sieben Prozent für die Rente mit 67. Für das bisherige Renteneintrittsalter von 65 sind 38 Prozent der Befragten. 21 Prozent sind für die Rente mit 62 Jahren, 24 Prozent sind für die Rente mit 60. Drei Prozent sind für die Rente vor Erreichen des 60. Lebensjahres. Die Ergebnisse dieser Umfrage erteilen der Rente mit 67 eine klare Absage.

Es fehlen flexible Rentenübergänge

In einigen Berufsgruppen wäre es fast unmöglich, erst mit 67 in Rente zu gehen. Zu diesen Berufen gehören beispielsweise Dachdecker, Bauarbeiter und Bergarbeiter. Nur 35 Prozent aller Arbeitnehmer sind heute bis 65 im Job. Für die besonders belasteten Berufsgruppen fehlen flexible Rentenübergänge (tagesspiegel.de). Es fehlt hier ein gerechtes Rentenmodell, das es allen Seiten recht macht, sowohl den Rentnern als auch der Rentenkasse und damit den folgenden Generationen.

Bildnachweis: © derateru / pixelio.de

Roland Scheller, Roland Scheller

Roland Scheller - Geboren am 19.12.1966 in Kiel. Schulbesuch an der Fritz-Reuter-Grundschule, Hebbelschule und IGS Friedrichsort. Zivildienst in der Werk- ...

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