Komplexe Bedingungen in Excel mit Hilfe von UND und ODER erzeugen

Beispiel für die UND-Funktion - Christopher Olbertz
Beispiel für die UND-Funktion - Christopher Olbertz
Mit Hilfe der UND- und ODER-Funktionen können Bedingungen miteinander verknüpft werden. Das Ergebnis sind wesentlich komplexere Bedingungen.

Wenn Sie mit der WENN-Funktion in Excel umgehen können, werden Sie irgendwann zu dem Punkt gelangen, an dem Sie Bedingungen miteinander verknüpfen möchten. Genau dies ermöglicht Excel mit Hilfe der Funktionen UND und ODER.

Warum werden Bedingungen verknüpft?

Stellen Sie sich ein Beispiel aus dem realen Leben vor: "Wenn heute Nachmittag die Sonne scheint, gehe ich ins Schwimmbad, sonst sehe ich mir einen Film an." Sie haben eine Bedingung: Sie prüfen, ob die Sonne scheint. Doch vielleicht reicht Ihnen das nicht und Sie wollen Ihre Entscheidung auch von der Temperatur abhängig machen. Also fügen Sie eine weitere Bedingung ein: "Wenn heute Nachmittag die Sonne scheint und die Temperatur mindestens 30° beträgt, gehe ich ins Schwimmbad, sonst sehe ich mir einen Film an." Sie gehen wirklich nur ins Schwimmbad, wenn beide Bedingungen (sonniges Wetter und mindestens 30°) zutreffen.

Anderes Beispiel: Sie haben zwei Bewegungsmelder auf Ihrem Grundstück. Sobald einer der beiden Sensoren eine Bewegung feststellt, soll ein Alarm ausgelöst werden. Natürlich soll der Alarm auch ausgelöst werden, wenn beide Sensoren etwas bemerken.

In beiden Beispielen wurden zwei Bedingungen miteinander verknüpft. Das erste Mal wurden sie mit UND verknüpft, im zweiten Beispiel mit ODER. Beides lässt sich auch in Excel realisieren.

Die Und-Verknüpfung

Der erste Verknüpfungstyp ist die Und-Verknüpfung. Wenn Sie zwei Bedingungen mit UND verknüpfen, ist die Gesamtbedingung nur dann wahr, wenn beide Teilbedingungen wahr sind. Sehen wir uns das für das obige Beispiel an. Die erste Bedingung lautet "Wenn die Sonne scheint", die zweite "Wenn die Temperatur mindestens 30° beträgt". Bezeichnen wir die erste Bedingung als A, die zweite als B. Die Gesamtbedingung, wir nennen Sie C, ist die Verknüpfung von A und B mit Hilfe von UND: "Wenn heute Nachmittag die Sonne scheint und die Temperatur mindestens 30° beträgt".

Regnet es (damit ist A falsch) ist die Gesamtbedingung falsch; Sie gehen nicht ins Schwimmbad, auch wenn es 35°C sind. Scheint die Sonne (A ist wahr), aber es sind nur 25°C (B ist falsch), sehen Sie sich auch einen Film an. Ein Schwimmbadbesuch steht nur dann an, wenn A und B wahr sind, also z.B. Sonne und 35°C.

In Excel wird dazu die Funktion UND verwendet. UND erwartet als Parameter zwei Bedingungen. Auf Bild 1 sehen Sie das beschriebene Beispiel in Excel. Neben dem Wetter ist noch die Temperatur des jeweiligen Tages angegeben. Sehen wir uns die Formeln in Zelle D2 an:

=WENN(UND(B2="sonnig";C2>=30);"Schwimmbad";"Film")

In der Bedingung der WENN-Funktion wird eine UND-Funktion aufgerufen. Der UND-Funktion übergeben wir die beiden Bedingungen. Das Ergebnis der UND-Funktion ist entweder wahr oder falsch. Mit diesem Wert arbeitet WENN weiter und betritt entweder den Dann- oder den Sonst-Teil. Also nicht eine Bedingung entscheidet darüber, was die WENN-Funktion tut, sondern beide Bedingungen. Sie müssen dabei darauf achten, dass Sie WENN und UND richtig miteinander verknüpfen.

Die Oder-Verküpfung

Auch diesen Verknüpfungtyp möchten wir uns etwas näher betrachten. Wenn Sie zwei Bedingungen verknüpfen, ist die Gesamtbedingung wahr, sobald eine der beiden Bedingungen wahr ist. Im obigen Beispiel genügt es, wenn nur ein Bewegungsmelder eine Bewegung auf dem Grundstück erkennt, um einen Alarm auszulösen. Bedenken Sie bei Oder-Verknüpfungen, dass es sich nicht um ein Entweder-Oder handelt, wie es im normalen Sprachgebrauch oft verwendet wird. Bei Entweder-Oder darf nur eine der beiden Bedingungen wahr sein. Ein Oder ist auch dann wahr, wenn beide Teilbedingungen wahr sind.

Dieses Beispiel ist in Bild 2 in Excel dargestellt. Wenn ein Sensor auf "0" steht, hat er keine Bewegung festgestellt, bei "1" hat er eine Bewegung erkannt. Sie sehen, wann Alarm ausgelöst wird und wann nicht - nämlich genau wie oben beschrieben. Die Formel in Zelle C3 sehen Sie im Folgenden:

=WENN(ODER(A3=1;B3=1); "Ja";"Nein")

Wieder verknüpfen wir zwei Bedingungen, dieses Mal mit der ODER-Funktion. Auch sie erwartet zwei Bedingungen, die mit der beschriebenen Oder-Verknüpfung miteinander verbunden werden. Die WENN-Funktion wertet das Ergebnis von ODER aus und schreibt entweder "Ja" oder "Nein.

NICHT

NICHT ist keine Verknüpfung zweier Bedingungen, wird aber in diesem Themenkomplex immer erwähnt. NICHT dreht den Wahrheitswert um, macht also aus "wahr" "falsch" und aus "falsch" "wahr". In Bild 3 sehen Sie ein einfaches Beispiel. Es soll geprüft werden, ob die Zahlen in der Spalte A gleich 5 sind. Ausgegeben werden soll der Wahrheitswert der Funktion NICHT. NICHT erwartet als Parameter eine Bedingung. Die Funktion ändert dann das Ergebnis der Bedingung in das Gegenteil um. Die Formel in B2 lautet folgendermaßen:

= NICHT(A2=5)

Steht in A2 eine 5, sollte die Bedingung normalerweise "wahr" ergeben. Die NICHT-Funktion dreht das Ergebnis jedoch um, macht also "falsch" daraus. Umgekehrt ist es, wenn z.B. 6 in A2 steht. Eigentlich sollte die Bedingung "falsch" sein, durch NICHT wird sie jedoch "wahr".

Christopher Olbertz - Ich heiße Christopher Olbertz und komme aus dem Saarland. Nach dem Abitur im Jahr 2000 und meinem Wehrdienst startete ich eine ...

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