Wer seinen Garten einigermaßen natürlich bewirtschaften will, kann auf einen Komposthaufen nicht verzichten. Er schließt den Kreislauf der Stoffe vom toten zum belebten Material und wieder zurück, indem er organische Abfälle durch Verrottung wieder in Erde verwandelt.
Natürliche Zersetzung organischer Materie
Irgendwann stirbt jede lebende Materie ab, fällt zu Boden und wird zersetzt. Dies geschieht durch kleinere und größere Lebewesen: Alle möglichen Würmer, Käfer, Insektenlarven und dergleichen, aber auch Mikroorganismen ernähren sich von den Überresten pflanzlicher und tierischer Organismen. Dabei verbrennen sie den Kohlenstoff und den Wasserstoff aus den Kohlenstoffverbindungen der toten Biomasse zu Kohlendioxid und Wasser.
Aus dem Stickstoff der Eiweiße werden Stickstoffsalze, also pflanzenverfügbarer Stickstoff. Schließlich bleiben die mineralischen Bestandteile der verrotteten Biomasse übrig. So kehrt alles dorthin zurück, wo die grünen Pflanzen es ursprünglich einmal hergenommen haben und steht ihnen erneut zur Verfügung. Dieses perfekte, natürliche Recycling findet in der Natur überall in der obersten Bodenschicht statt, also dezentral.
Der Kompost als Recyclingzentrale des Gartens
Im Garten findet der Rücklauf der organischen Materie hingegen zentral im Kompost statt, weil die Abfälle nicht auf dem Boden liegen bleiben, sondern dort zusammen getragen werden. Die Vorgänge jedoch sind die gleichen, das Endergebnis auch: Nährstoffreicher, mehr oder weniger stickstoffhaltiger Humus.
Der Humus aus dem Komposthaufen besteht also Stoffen, welche die Pflanzen dem Gartenboden entzogen haben. Wenn man den Kompost nun wieder auf den Beeten verteilt, kommen sie wieder dahin wo sie hergekommen sind und wieder benötigt werden. Der Kreislauf ist also auch hier geschlossen. Aus dieser Überlegung folgt aber auch: Derjenige, der seine Gartenabfälle über die Gartenabfall-Abfuhr oder den Biomüll entsorgt, wirft seinen Mutterboden fort und muss ihn dann für teures Geld in Form von Kompost aus dem Kompostwerk zurückkaufen.
Ein guter Kompost stinkt nicht
Die Kleintiere und Mikroorganismen, welche im Komposthaufen die Abfälle zersetzen, sind aerobe, also Luft atmende Lebewesen. In diesem Fall spricht man davon, dass die Biomasse verrottetet, was praktisch geruchlos vonstatten geht. Das ganze funktioniert aber auch ohne Sauerstoff: Es gibt Mikroorganismen, die ohne diesen, also anaerob leben. Auch sie zersetzen tote organische Materie, erzeugen dabei aber kein Kohlendioxid sondern Methan, was man als Verfaulen bezeichnet und von unangenehmen Gerüchen begleitet ist.
Auch Verfaulen führt letztendlich wieder zu Humus, aber im Kompost sollen die Abfälle verrotten. Aus diesem Grunde muss er gut belüftet sein. Als Gefäße für den Kompost eignen sich daher beispielsweise Behälter aus Drahtgeflecht oder Systeme aus Steckbrettern.
Auf die Mischung kommt es an
Beim Kompost kommt es darauf an, dass Stickstoff vorhanden ist, denn diesen brauchen die Organismen zum Aufbau ihrer eigene Körpersubstanz. Kompostbeschleuniger tun nichts anderes als diesen Stickstoff zu liefern. In einem natürlichen Kompost stammt dieser aus den so genannten fetten Abfällen. Das sind zum Beispiel Grasschnitt, Kohlabfälle und Mist. Die weniger stickstoffhaltigen Abfälle bezeichnet man als mager.
Das Wort Kompost hat mit Komponieren, also mit Zusammensetzen zu tun. Die Mischung von fetten und mageren Bestandteilen ist das entscheidende. Bei den kleinen Mengen an Abfällen, die aus Garten und Küche anfallen, besorgt sich das Mischen eigentlich von alleine. Nur wenn viel von einer Sorte anfällt, wie etwa beim Rasenmähen, kann man ihn kleineren Portionen zwischen den anderen Abfällen zugeben. Grasschnitt muss man auch anwelken lassen, denn frisch in den Kompost gebracht, fängt er an zu silieren anstatt zu verrotten. Zwischendurch gibt man immer wieder einmal eine Schicht Erde in den Haufen, welche das Kompostiergut mit Mikroorganismen impft.
Eine praktikable Kompostmethode für den Hausgarten
Für die Praxis gibt es viele Methoden, Komposthaufen aufzusetzen und zu betreiben, die alle mehr oder weniger gut funktionieren. Es reicht vom einfachen Aufhäufen und Verrottenlassen der Abfälle bis zu ausgeklügelten Systemen mit mehreren Boxen zum vorsortierten Sammeln und anschließendem, sorgfältigen Aufschichten und planmäßigem Umsetzen der Haufen. Für den Hobbygarten eignet sich sehr gut ein Mittelweg mit zwei Behältern
Man beginnt mit einem Behälter, in den man ein Jahr lang seine Abfälle wirft. Im nächsten Frühjahr setzt man diesen Haufen um und beginnt an der alten Stelle einen neuen. Nach einem weiteren Jahr ist der erste Haufen reif und wird durch ein Wurfsieb mit etwa einem Zentimeter Maschenweite geschaufelt und im Garten verbraucht. Der vorjährige Kompost wird jetzt auch umgesetzt und alles zugegeben, was beim Durchschaufeln des reifen Komposts hängen geblieben, also noch nicht richtig verrottet ist. Dann beginnt man an der gleichen Stelle wiederum einen neuen Haufen.
Man hat so immer einen diesjährigen Kompost, der sich im Aufbau befindet und einen vorjährigen, der „nachreift“. Diesen kann man auch oben bepflanzen, zum Beispiel mit den traditionellen Kürbissen. Wichtig ist auch, das man beide Haufen feucht hält und bei sehr trockenem Wetter gießt. Trocknen sie nämlich aus, kommt der Verrottungsprozess zum Stillstand.
