Kompott aus Pflaumen, Mirabellen oder Äpfeln

Aprikosen, Pfirsiche, Birnen und Blaubeeren ergeben Fruchtkompott

Pflaumen für Pflaumenkompott entsteinen - montillon, flickr
Pflaumen für Pflaumenkompott entsteinen - montillon, flickr
Pflaumenkompott und anderes Fruchtkompott lässt sich leicht und schnell kochen und schmeckt gut. Es eignet sich als Dessert, als Füllung für Pfannkuchen und Eisbeilage.

Das gute alte Wort „Kompott“ ist, genau wie der Nachtisch den es bezeichnet, etwas aus der Mode gekommen. Neuere Kochbücher enthalten oft keine Kompott-Rezepte mehr, das gilt übrigens auch für Apfelmus, Pflaumenmus und andere Mussorten. Für das Mus mag dies noch verständlich sein, denn wer kocht heutzutage schon noch Obst für die Winterzeit ein und füllt dieses mühsam in Einmachgläser? Über ein frisch gemachtes Apfelkompott, Pflaumenkompott oder Mirabellenkompott können Kinder und erwachsene Familienmitglieder durchaus noch in Verzückung geraten. Auch gaumenverwöhnte Gäste kann man leicht in freudige Stimmung versetzen mit einem noch lauwarmen Kompott als Dessert. Anerkennung und Bewunderung sind Köchin oder Koch sicher. Dabei gibt es kaum etwas, das leichter herzustellen ist.

Grundregel: Obst sanft kochen, wenig Zucker

Fruchtkompotte werden meistens sanft gekocht und man braucht Zucker dazu, das ist schon mal das Wichtigste. Diese Regel gilt schon für das Rhabarberkompott des Frühjahrs, dessen Zeit ab dem 21. Juni abgelaufen ist. Den Zucker kann man frei nach Geschmack und Gewohnheit auswählen: Ob feiner oder grobkörnig weißer Industriezucker, Einmachzucker, brauner Zucker, Rohrzucker, auch Traubenzucker eignet sich. Weniger geschickt wäre es, Sirup oder Honig zu nehmen, da der Zucker dem Obst auch Saft entzieht, was zum guten Geschmack beiträgt.

Frisches Pflaumenkompott lauwarm servieren

Kompott kann man fast das ganze Jahr über zubereiten und essen, auch lecker zu Crêpes, am besten schmecken allerdings frische Saisonfrüchte, außerdem bekommt man sie dann preisgünstiger auf dem Markt, im Lebensmittelladen oder direkt beim Obstgärtner. Wenn die Pflaumenzeit beginnt, schmeckt frisches Pflaumenkompott am besten, dasselbe gilt für Mirabellenkompott oder Blaubeerkompott. Apfelkompott dagegen gilt eher als ganzjähriger Nachtisch, was daran liegt, dass Äpfel sich länger halten und praktisch immer in den Verkaufsregalen angeboten werden. Für alle beschriebenen Rezepte wird als Richtschnur eine Obstmenge von etwa 750 Gramm zu Grunde gelegt.

Apfelkompott mit Apfelwein und Zitrone

Die Äpfel dürfen schon überreif sein, man sollte sie aber noch schälen, entkernen und in Scheiben oder kleine Stückchen schneiden können. Damit sie sich nicht braun färben, legt man sie kurz in Essig- oder Zitronenwasser. Anschließend werden sie mit wenig Wasser und etwa 100 Gramm Zucker auf kleiner Flamme weich gedünstet, ohne dass sie zerfallen dürfen. Dann schöpft man sie aus dem Topf in eine Schüssel und kocht den Apfelsud weiter ein, fügt ihm etwas Zimt bei. Ein wenig Apfelwein oder Weißwein verfeinert den Geschmack. Zum Schluss gießt man die ganze oder ganz nach Geschmack nur einen Teil der Flüssigkeit über die Äpfel. Wer keine Zeit mit Apfelschälen verlieren will, sollte sich eine „Flotte Lotte“ anschaffen, die Apfelstücke etwas länger dünsten und diese dann passieren. Mit der Soße verfährt man ebenso wie beschrieben.

Birnenkompott mit Weißwein und Zitrone

Birnenkompott wird genauso hergestellt wie Apfelkompott, nur dass etwas mehr Wasser oder Weißwein – in diesem Fall keinen Apfelwein nehmen – benötigt wird, etwa 3/8 Liter. Gewürzt wird ebenfalls mit Zimt.

Pflaumenkompott mit Rotwein

Die Pflaumen können mit einem normalen Obstmesser oder einem kleinen, scharfen Küchenmesser seitlich eingeritzt und entkernt werden. Mit einer Teetasse Rotwein – wahlweise mit derselben Menge Wasser, was allerdings den intensiven Geschmack erheblich reduziert – und ein bis fünf Teelöffeln Zucker werden sie auf kleiner Flamme gedünstet. Am besten bleibt man neben dem Herd stehen und rührt gelegentlich mit einem Holzlöffel um, damit keine Pflaume am Topfboden anklebt und dadurch anbrennt. In der herbstlichen Jahreszeit bieten die meisten Supermärkte Tütchen mit Pflaumengewürz an, wer keines bekommen oder es beim Einkauf vergessen hat, nehme einfach Zimt; möglich ist auch beides. Wie stark die Pflaumen zerfallen sollen, bleibt dem Geschmack des einzelnen überlassen. In eine Glasschüssel oder einen Tontopf umfüllen und leicht abkühlen lassen. Lauwarm schmeckt Pflaumenkompott am besten, man kann es aber auch noch in den nächsten ein bis zwei Tagen essen, das Geschmackserlebnis nimmt allerdings eher ab als zu. Deshalb heißt die Devise: Lieber öfter Pflaumenkompott kochen und keinen Wochenvorvat vorproduzieren. Oder nicht alle Pflaumen verarbeiten und aus dem Rest einen leckeren Pflaumenkuchen oder eine französische Pflaumen-Tarte zaubern.

Aprikosenkompott, Mirabellenkompott und Pfirsichkompott

Für Aprikosen, Mirabellen und Pfirsiche nimmt man etwas mehr Zucker als für Pflaumen oder Äpfel, etwa 200 Gramm. Auch verwendet man mehr Wasser, etwa einen halben Liter. Schälen und entsteinen lassen sich die Früchte manchmal leichter, wenn sie kurz in kochendes Wasser gelegt wurden. Für dieses Obstkompott sollte man Wasser und Zucker zunächst ohne Fruchtzugabe aufkochen, dann die Aprikosen-, Mirabellen- oder Pfirsichstücke dazugeben, dann nicht mehr kochen, sondern weich ziehen lassen, in eine Schüssel abschöpfen, den Saft weiterkochen, bis er eine dickere Konsistenz hat und darüber geben. An Aroma gewinnt das Kompott, wenn einige Kerne mit in den Kochtopf wandern und vor dem Servieren herausgefischt werden.

Blaubeerkompott geht am schnellsten

Wer Blaubeerkompott kochen möchte, genießt einen Vorteil und einen Nachteil. Der Vorteil: Es geht rasend schnell. Anderthalb Pfund Beeren werden sorgfältig gewaschen und eingezuckert. Mit dem dadurch gezogenen Saft und etwas Wasserzugabe werden sie sanft erhitzt, leicht mit Zimt bestreut und kurz aufgekocht, fertig! Der Nachteil: Blaubeeren sind keine Massenware und die meiste Zeit teuer. Allerdings macht sie das zu einer seltenen Leckerei, ein wahres Überraschungsdessert. Lauwarmes Blaubeerkompott kann auch als Garnierung für Vanilleeis dienen.

Andrea Reidt, Freie Journalistin, Foto Monika Werneke

Andrea Reidt - Die Freie Journalistin Andrea Reidt sammelte vielfältige Erfahrungen in ihrem Beruf. Am allerliebsten schreibt sie ...

rss