"Königsallee" Düsseldorf: Tipp für einen Ausflug

Die Kö ist stets eine Reise wert - auch zum Shoppen an Weihnachten

Königsallee, Interconti-Hotel mit Luxusautos davor - Jörg Tilmes
Königsallee, Interconti-Hotel mit Luxusautos davor - Jörg Tilmes
Update: Tiffanys, Prada, Giorgio Armani, Benetton, Tommy Hilfiger, Cartier, Swarovsky, H&M, Cos - auf der Shoppingmeile reiht sich nicht nur ein Label neben das andere.

Wer exklusive Geschenkideen zu Weihnachten oder zum Geburtstag seiner Angebeteten sucht, wird auf der Königsallee in Düsseldorf ebenso schnell fündig, als wie wenn es darum geht, sich selbst etwas gutes zu tun. Eine konzentriertere Ansammlung namhaftester Juweliere und Modelabels gibt es im Rheinland nirgends. Ganz gleich, ob ein Paar Schuhe für 59 Euro oder eine Uhr für 355.000 Euro gefragt sind – es gibt auf der Prachtmeile mit dem klangvollen Namen alles zu kaufen, aber noch mehr zu erleben. Denn nicht nur der Kareval mit dem Rosenmontagszug geben hier ein Gastspiel, sondern auch Events wie die Vogue-Fashion-Out-Night oder der Kö-Lauf für Sportfreunde. Oldtimerrallyes feiern auf der Einkaufsmeile ihren Zieleinlauf und Prachthotels wie der Breidenbacher Hof, das Steigenberger oder das Intercontinental locken Besucher an.

Ein Blick zurück in die Vergangenheit: Aus der Kastanienallee wurde die Königsallee

Die Grundlagen zur Königsallee wurden 1804 von Hofbaumeister Kaspar-Anton Huschberger, Gartenbaumeister Maximilian-Friedrich Weyhe und Wasserbaumeister Wilhelm-Gottlieb Bauer geschaffen. Die anfangs mit "Allee außerhalb der Stadt“ bezeichnete Straße wurde nebst Stadtgraben anstelle niedergelegter Festungsbauwerke als öffentliche Promenade konzipiert und mit mehreren Reihen Bäumen versehen. In den Jahren um 1840 hatte die Kö am Südende nicht nur einen Bahnhof und am heutigen Standort des Hotels Intercontinental einen Exerzierplatz, sondern war Zentrum eines regen Ausflugverkehrs.

Um das Königshaus nach dem Pferdeäpfel-Anschlag auf König Friedrich-Wilhelm IV. wieder gnädig zu stimmen, wurde die seinerzeit Kastanienallee genannte Straße 1851 in Königsallee umbenannt. Die beiden bekannten Denkmäler Bergischer Löwe, geschaffen 1963 von Philipp Hart, und der Tritonenbrunnen, 1902 von Fritz Coubillier erbaut, sind am Süd- und am Nordende der Kö zu sehen. 1985 hat die Königsallee weitgehend ihr heutiges Erscheinungsbild erhalten. Immer wieder aber werden einzelne Ladenlokale aufwändig erneuert oder gar ganze Häuser ersetzt; die Königsallee Düsseldorf bleibt so grundsätzlich immer up to date.

Prominenz, Rehe und Rennautos geben sich auf der Kö die Ehre

Albert Eickhoff betreibt auf der Königsallee eines der bekanntesten Modehäuser Deutschlands. Er legt Wert auf die Feststellung, dass die Produktpalette seines Hauses schon bei 200 Euro beginnt, also weit weniger abgehoben ist, als die Lage seines Geschäftes es vermuten lässt. Mit ein wenig Glück trifft der Passant vor Eickhoffs Laden auch einmal Iris Berben und Thomas Gottschalk nebst Gattin. Ein besonderer Verdienst Eickhoffs liegt darin, die Bambi-Verleihung 2007 nach Düsseldorf geholt zu haben. Dieser Event hat der Stadt zur Vorweihnachtszeit zusätzlichen Glanz beschert: Tom Cruise und Katie Holmes wohnten eine Nacht auf der Kö. Auch Justin Timberlake und Robbie Williams waren schon zu Gast dort.

Doch auch durch die beiden wichtigsten Boulevardbühnen der Stadt, dem "Theater an der Kö“ (Schadow-Arkaden) und der "Komödie Düsseldorf" (Steinstrasse), sind immer wieder Schauspieler aus Film und Fernsehen auf der Kö anzutreffen: Jochen Busse, Heinrich Schafmeister, Manon Straché, Hardy Krüger jr., Harald Schmidt oder Ralf Bauer beispielsweise. Die Rennwagen der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) feierten dreimal ihren Saisonbeginn mit Demonstrationsfahrten auf der Kö. Die Fernsehserie "Alarm für Cobra 11" mit Schauspieler Tom Beck dreht ständig auf der Prachtmeile. Der Bücherbummel auf der Königsallee ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Auf der Königsallee gibt es viel zu sehen und zu erleben

Saturn bietet auf drei Etagen des Sevens direkt an der Kö Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte und Zubehör an. Starbucks hat zum Bedauern der Fans das ehemalige Lichtburg-Kino für sich gepachtet und umgebaut. Die Lichtburg musste in die Kö-Galerie umziehen; dort fanden zwischenzeitlich Talk-Shows mit Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer statt, der prominente Menschen zu unterhaltsamen Gesprächsrunden eingeladen hat. Mit dem fantasielosen Umbau der Kö-Galerie hat dieselbe an Glanz verloren. Restaurants wie das Maredo, das Poccino, La Terrazza, das Victorian und das Café Heinemann sind über die Grenzen der Stadt für ihre Qualität bekannt.

Wem das nötige Kleingeld dazu fehlt, besucht die Deutsche Bank oder Commerzbank auf der so genannten Westseite der Kö, der Bankenmeile. Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberater und Anlageunternehmen sind Mieter der oft glamourös gestalteten Bürohäuser. International agierende Modehäuser wie Massimo Dutti, Tommy Hilfiger und ab Ende 2011 Abercrombie & Fitch sind stets überfüllt. Die Schadow-Arkaden am Nordende der Kö locken mit einem vielfältigen Angebot an Gastronomie: Nordsee Fischspezialitäten gibt es dort ebenso, wie Säfte, Schampus, einen fernöstlichen Imbiß sowie eine Niederlassung der Vapiano Restaurants. Das Einrichtungshaus Stilwerk und Bildergalerien sind in unmittelbarer Nachbarschaft zu finden.

Die Königsallee, die Autos und die Hotels

Keine der führenden Automarken unterhält derzeit – anders als auf den Prachtstraßen in Berlin oder München – einen Showroom auf der Königsallee. Luxusautos gibt es dennoch zu sehen: Meist vor den drei Nobelhotels der Kö, dem Steigenberger Parkhotel, dem neuen Breidenbacher Hof und dem Intercontinental, Königsallee 59. Dort bewacht Doorman Plaschke zuverlässig die Mercedes SLR, die Maybach oder die S-Klassen der solventen Kunden. Teure Porsche, BMW und Bentley gehören jedoch so oder so zum alltäglichen Bild. Für die ist seit dem 08. Juli 2011 die Schmuckmanufaktur Jafarov eine neue Zieladresse: Königsallee 36. Der Club "The Attic" im Haus des Kaufhofs an der Königsallee 1 ein Zugpferd hippen Partyvolkes.

Die Königsallee ist ein Publikumsmagnet

Der Neubau der Buchhandlung Mayersche Droste zeigt, dass die Königsallee weiterhin attraktiv für Investoren ist. Die historisch gewachsene Straße glänzt durch einen vielfältigen Branchenmix, der die Kö für jedermann interessant macht. Doch die Kö noch viel spannender zu machen hat der international renommierte Architekt Daniel Libeskind versprochen, der mit dem Bauprojekt Kö-Bogen bis Herbst 2013 eine vielbeachtete Neugestaltung des Nordendes der Königsallee versprochen und mit "die developer" in Angriff genommen hat. Damit hätte dann der Zieleinlauf der "Classics à la carte" einen noch edleren Rahmen gefunden.

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