Konrad II. - Erster Italienzug und Krönung zum Kaiser

1026 brach Konrad II. zum ersten Mal nach Italien auf. Er befriedete den Norden und wurde in Rom 1027 zum Kaiser gekrönt.

Weihnachten 1025 verbrachte Konrad II. in Aachen. Dort huldigten seine letzten Gegner aus Lotringen ihm. Anfang 1026 zog Konrad über Trier nach Augsburg. Dort formierte sich im Februar 1026 ein Heer zu seinem ersten Italienzug. Zu den Gefolgsleuten des Königs gehörten u. a. die Erzbischöfe Aribo von Mainz und Pilgrim von Köln. Das erste Ziel war die Stadt Pavia.

Befriedung in Oberitalien

In Pavia wurde nach dem Tod Heinrich II. die von Theoderich dem Großen erbaute Pfalz zerstört. Konrad wollte seinen Herrschaftsanspruch durchsetzen. Doch konnte er Pavia nicht einnehmen. Der König ließ wohl durch einige Soldaten Handel und Schifffahrt mit Pavia blockierten.

Ende März wurde Konrad II., vermutlich durch Erzbischof Aribert von Mailand, zum König der Langobarden gekrönt. Weiter zog Konrad nach Vercelli. Dort feierte er bei seinem Getreuen Leo von Vercelli am 10. April das Osterfest. Wenige Tage darauf starb Leo. Darauf übernahm Aribert von Mailand die Führung der Königstreuen in der Lombardei. Er wollte die Führungsposition der lombardischen Metropole Mailand ausbauen.

Im Juni 1026 war das königliche Heer in Ravenna in Kämpfe mit den Bewohnern der Stadt verwickelt. Konrad zog sich mit seinen Truppen dann nach Norden in ein Sommerlager zurück. Zum Herbstanfang 1026 durchzog das Heer des Königs das lombardische Tiefland von der Etsch bis an die burgundische Grenze. Im Winter gaben dann die Markgrafen in Oberitalien ihre Gegnerschaft zu Konrad auf. Pavia schloss dann Anfang 1027, wohl auf Vermittlung des Abtes Odilo von Cluny, Frieden mit Konrad.

Kaiserkrönung 1027

Nach der Befriedung der Lombardei begab sich Konrad II. Nach Rom. Am 26. März 1027 wurden er und seine Gattin Gisela von Papst Johannes XIX. zum römischen Kaiser gekrönt. Diese Krönungsfeier, die 7 Tage dauerte, soll zu den glanzvollsten des Mittelalters gehören. Anwesend zur Kaiserkrönung waren die Könige Knut der Große von Dänemark und Rudolf III. von Burgund, der Großabt Odilo von Cluny sowie etwa weitere 70 hochrangige Geistliche. Auch Konrads Sohn und designierte Thronfolger Heinrich war nach Italien gereist. Die Gegenwart Rudolfs bestätigte die Annäherung zwischen Burgund und dem römisch-deutschen Reich.

Konrad II. brüskierte Venedig

Schon seit langen schwelte ein Streit um den Rang zwischen den Patriarchen von Aquileja und Grado. Am 6. April 1027 wurde der Streit von Konrad II. zu Gunsten des Poppo von Aquileia entschieden. Venetien wurde der Kirche von Aquileia unterstellt. Mit diesem Beschluss verlor die Kirche von Venedig ihre Selbstständigkeit. Und damit verbunden wurde die politische Autonomie der Stadt beschränkt. Über diese Maßnahme sprach Konrad II. nicht einmal mit der Stadtregierung von Venedig, da er diese für Reichsfeinde und Rebellen hielt. So brach er erstmals mit der Politik Heinrichs II. und dessen Vorgänger, die auf gute Beziehungen mit Venedig achteten.

Zug nach Süditalien

Nach der festlichen Kaiserkrönung zog Konrad II. nach Süditalien. Dort huldigten ihm die Fürsten von Capua, Benevent und Salerno entgegen. Danach wandte er sich wieder nach Norden und hielt sich Anfang Mai wieder in Ravenna auf. Ende Mai erreichte er in Brixen bayrisches Gebiet.

Zeitgenössische Quellen zu Konrad II.

  • Harry Bresslau (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 61: Die Werke Wipos (Wiponis Opera). Hannover 1915, Nachdruck durch Monumenta Germaniae Historica 1989, ISBN 3-7752-5294-0

Literatur zu Konrad II.

  • Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 3. Auflage, Beck München 2011, ISBN 978-3-406-53597-0
  • Egon Boshof: Die Salier. 5. Auflage, Kohlhammer Verlag Stuttgart 2008, ISBN 3-17-020183-2
  • Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125: Kaiser oder Papst?, Thorbecke Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3