Konrad II. – Begründer der Dynastie der Salier

1024 wurde Konrad II. zum König des Ostfrankenreiches bestimmt. Er begründete die Dynastie der Salier.

Konrad II. auch Konrad der Ältere genannt, wurde 1024 König des Ostfrankenreichs und 1026 König von Italien. 1027 wurde er zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Ab 1033 trug er auch die Königskrone von Burgund.

Konrad folgte seinen kinderlosen Vorgänger Heinrich II. aus der Dynastie der Ottonen. Er begründete das neue Königshaus der Salier. Unter seiner Herrschaft machte er die Stadt Speyer zur Stätte der Memoria seines Geschlechts und zur Grablege der salischen Herrscher.

Politisch folgte er weitgehend den Wegen seines Vorgängers. Auch Konrad hielt sich in Italien und vor allem in Rom eher im Hintergrund. Er vollendete den von Heinrich eingeleiteten Erwerb des Königreichs Burgund und war ab 1033 auch König von Burgund. Es entstand der Verbund „tria regna“ aus dem ostfränkisch-deutschen, dem italienischen und dem burgundischen Königreichs unter der Herrschaft des deutschen Königs und römischen Kaisers. Unter Konrad kam es zu einer zunehmenden gedanklichen Trennung zwischen Königtum und Reich als Institutionen.

Der junge Konrad

Konrad kam um 990 zur Welt. Seine Eltern waren Heinrich von Worms, der ältesten Sohn des Otto von Worms, und seiner Gattin Adelheid. Heinrich war Graf des Wormsgaus. Er starb im Jahr 1000. Konrad wurde nach dem Tod seines Vaters dem Wormser Bischof Burchard zur Erziehung übergeben.

Nach dem Tod von Kaiser Otto III. gehörte Konrads Großvater Otto von Worms bei der Königswahl zu den Kandidaten. Er konnte sich allerdings gegen Heinrich II. nicht durchsetzen. Unter Heinrich II. verloren die Salier 1002 ihre Herrschaft über Worms. Als Ersatz erhielt er den Königshof Bruchsal und den Königsforst Lußhardt.

Konrad der Ältere wurde 1004 das Familienoberhaupt. 1011 übernahm Konrad der Ältere die Sorge für Konrad den Jüngeren, dem Sohn des Herzogs Konrad vom Kärnten. Das Herzogtum Kärnten übertrug Heinrich II. an Adalbero von Eppenstein.

Heirat 1016 mit Gisela von Schwaben

Konrad heirate wohl 1016 Gisela von Schwaben. Sie war die Tochter Hermanns von Schwaben, der bei der Königswahl 1002 erfolglos Ansprüche geltend gemacht hatte. Konrad versprach sich Einfluss auf das Herzogtum Schwaben. Doch König Heinrich II. machte den Bruder Poppo des verstorbenen Herzogs zum Regenten für dessen Sohn in Schwaben.

Gisela brachte reichen Eigenbesitz und hochrangige Herkunft mit. Ihre Mutter Gerberga war eine Tochter des Königs Konrad von Burgund. Giselas Ahnenreihe ging bis auf Karl den Großen zurück. Ein Jahr nach der Hochzeit wurde 28. Oktober 1017 der gemeinsame Sohn Heinrich geboren. Der wurde als Heinrich III. der Nachfolger seines Vaters als Herrscher des Reichs.

Königswahl 1024 und Königsumritt

Am 4. September 1024 wurde Konrad II. in Kamba zum König gewählt. Doch seine Anerkennung durch alle Großen des Reiches musste er sich noch sichern. Dazu begab sich das Königspaar auf einen Königsumritt durch das Reich. Mehr zu dieser Zeit der Sicherung seiner Herrschaft bietet der Beitrag „König Konrad II. Wahl 1024 und Königsumritt“.

Nachfolgeregelung

Vor seinem ersten Italienzug bestimmte Konrad II. mit Zustimmung der Großen des Reiches seinen neunjährigen Sohn Heinrich zum Nachfolger als König. Heinrich wurde in die Obhut des Bischofs Bruno von Augsburg gegeben. Bruno war während der Abwesenheit Konrads der Regent. Am 14. April 1028 wurde Heinrich von Erzbischof Pilgrim in Aachen zum König gekrönt. Anschließend begab sich Konrad mit seinen Sohn Heinrich wieder auf einen Umritt durch das Reich.

Italienzug 1026 und Krönung zum Kaiser 1027

1026 brach Konrad II. nach Italien auf. Er befriedete den Norden und wurde 1027 in Rom zum Kaiser gekrönt. Nach einer Visite im Süden Italiens erreichte er im Mai 1027 bayrisches Gebiet. Mehr dazu bietet der Beitrag „Konrad II. - Erster Italienzug und Krönung zum Kaiser“.

Thronfolger Heinrich wurde 1027 Herzog von Bayern

1027 starb der Herzog Heinrich V. von Bayern. Konrad II. ließ am 24.Juni 1027 von den Großen in Regensburg seinen Sohn Heinrich zum Nachfolger küren.

Der Widerstand des Herzogs Ernst von Schwaben

Zu den heftigsten Gegner von König Konrad II. gehörte der Herzog Ernst von Schwaben. Diesen Konflikt beleuchtet der Beitrag „König Konrad II. und Herzog Ernst II. von Schwaben“.

Eingliederung von Burgund in das Reich 1033

Kaiser Konrad II. erbte 1033 die Königswürde von Burgund. Doch musste er seine Herrschaft über Burgund erkämpfen. Mehr dazu in dem Beitrag „Konrad II. – Der Erwerb des Königreiches Burgund“.

Probleme im Osten

Erhebliche Kräfte band die Auseinandersetzung mit den polnischen Herzögen. Im Norden wurde die Eider als Reichsgrenze zu Dänemark vereinbart. Mehr zu den Konflikten im Osten in dem Beitrag „Konrad II. – Konflikte im Osten des Reiches“.

Entmachtung des Herzogs Adalbero von Kärnten

Herzog Adalbero von Kärnten ging im Verhältnis mit den Ungarn eigene Wege. 1035 wurde er von Konrad II. als Herzog abgesetzt. Mehr über diesen Konflikt bietet der Beitrag „König Konrad II. und Herzog Adalbero von Kärnten“.

Zweiter Italienzug

Ende 1035 brach Konrad II. zum zweiten Mal nach Italien auf. Spannungen zwischen den Bischöfen und ihren Vasallen führten zu Unruhen. Kaiser Konrad II. erließ schließlich verbindliche Regeln für die Verhältnisse zwischen den großen Vasallen und ihren Untervasallen. Mehr zum zweiten Italienzug bietet der Beitrag „Kaiser Konrad II. – Zweiter Zug nach Italien“.

Tod und Nachfolge

Im Winter 1038/1039 war Konrad II. im Osten von Sachsen aktiv und residierte in der Pfalz Goslar. Ende Februar 1039 zog der schon kranke König nach Nimwegen. Ende Mai begab er sich in die Bischofsstadt Utrecht. Dort starb er am 4. Juni 1039 plötzlich und überraschend. In einem feierlichen Zug wurde sein Leichnam nach Speyer überführt. Dort wurde er am 3. Juli 1039 beigesetzt.

Die Nachfolge trat sein Sohn als Heinrich III. an.

Zeitgenössische Quellen zu Konrad II.

  • Harry Bresslau (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 61: Die Werke Wipos (Wiponis Opera). Hannover 1915, Nachdruck durch Monumenta Germaniae Historica 1989, ISBN 3-7752-5294-0

Literatur zu Konrad II.

  • Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 3. Auflage, Beck München 2011, ISBN 978-3-406-53597-0
  • Egon Boshof: Die Salier. 5. Auflage, Kohlhammer Verlag Stuttgart 2008, ISBN 3-17-020183-2
  • Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125: Kaiser oder Papst?, Thorbecke Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3