Konrad II. – Der Erwerb des Königreiches Burgund

Der kinderlose König Rudolf III. von Burgund setzte König Heinrich II. zum Erben ein. Dessen Nachfolger Konrad II. konnte sich diesen Erbanspruch sichern.

Rudolf III., genannt der Faule, war von 993 bis 1032 König von Burgund. 1006 schloss der kinderlose Rudolf einen Erbvertrag mit dem Ottonen Heinrich II. Der war als Sohn von Rudolfs Schwester Gisela von Burgund sein nächster Verwandter.

Doch Heinrich starb schon vor seinem Onkel. Damit wäre nach dem herrschenden Erbrecht auch der Anspruch Burgund verfallen. Denn der Nachfolger Konrad II. konnte keinerlei persönlichen Rechte auf Burgund geltend machen. Doch Konrad beanspruchte dieselben Rechte wie sein Amts- und Rechtsvorgänger Heinrich II.

Aus erbrechtlicher Sicht war Graf Odo II. von der Champagne der erste Anwärter auf das Erbe Burgund. Er war als Neffe von Rudolf näher als alle übrigen Anwärter mit dem burgundischen König verwandt. Odo wurde der einzige ernsthafte Rivale des Saliers um Burgund.

Treffen von Konrad II. und Rudolf III.

Im August 1027 trafen sich Konrad II. und Rudolf III. in der Nähe von Basel. Ziel war die Regelung des Übergangs von Burgund an Konrad. Konrads Gattin Gisela trug entscheidend zu einer Einigung zwischen den beiden Herrschern bei. So erreichte Konrad, dass das Königreich Burgund zu den gleichen Bedingungen auf ihn übertragen würde sie seinem Vorgänger Kaiser Heinrich II. zugestanden worden waren.

Kampf um Burgund

König Rudolf III. starb am 6. September 1032 und wurde in der Kathedrale von Lausanne beigesetzt. . Konrad II. war zu dieser Zeit auf einem Feldzug gegen Polen. Diesen Feldzug brach Konrad sofort ab. Er zog noch im Winter 1032/33 mit seinen Truppen nach Burgund.

Zum Jahresende 1032 rückte Graf Odo II. in Burgund ein und brachte im Westen große Teile des Königsreichs in seinen Besitz. In der zweiten Januarhälfte 1033 erreichte Konrad das burgundische Gebiet. Er zog von Basel und Solothurn nach Peterlingen (Payerne). Am 2. Februar ließ er sich dort von seinen Anhängern zum König von Burgund wählen und krönen.

Doch Neuenburg und Murten konnte Konrad nicht einnehmen. Der außergewöhnlich strenge Winter zwang Konrad zur Einstellung der Kämpfe. Er zog sich nach Zürich zurück. Dort erkannten weitere burgundische Adlige ihn als König an.

Konrad musste noch zwei weitere Kriegszüge in den Jahren 1033 und 1034 führen. Erst dann kam es zur Entscheidung über die Macht in Burgund. Am 1. August 1034 wurde der Erwerb Burgunds in der Kathedrale von Genf feierlich besiegelt.

Herrschaft Konrad II. über Burgund

Kaiser Konrad II. mischte sich in Burgund kaum ein. Die schon eingeschränkte Macht der Rudolfinger blieb unter den Saliern so bestehen. Dem Kaiser genügte der mit dem Erwerb der Krone Burgunds vergrößerte Herrschaftsbereich. Vorteilhaft war dazu, dass er nun auch die westlichen Alpenpässe beherrschte und so die Herrschaft in Italien besser zu sichern war. Burgund bestand weiter als selbständiges Königreich innerhalb des Reiches.

Literatur

  • Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 3. Auflage, Beck München 2011, ISBN 978-3-406-53597-0
  • Hermann Kamp: Burgund: Geschichte und Kultur. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-53614-4