Im Osten und Norden des Reiches musste Konrad II. einige Probleme lösen. Dabei band die Auseinandersetzung mit den nach Selbstständigkeit strebenden polnischen Herrschern in besonderen Umfang seine Kräfte.
Das Verhältnis mit Polen
Der Herzog Boleslaw ließ sich nach dem Tod von Heinrich II. Ostern 1025 zum König krönen. Er starb kurz darauf am 17. Juni 1025. Doch auch sein Nachfolger Mieszko ließ sich mit seiner Gemahlin Richezza zum König krönen. Seinen Bruder Bezprym, der Konrad die Treue hielt, vertrieb er aus dem Land.
Die Krönung der polnischen Herzöge zu Königen betrachtete Konrad als feindselige Akte und Missachtung seiner Herrschaftsrechte. Als eine Maßnahme in diesem Zusammenhang kam es zu einer Annäherung an den Dänenkönig Knut II.
1028 fiel Mieszko in die östlichen sächsischen Marken ein. Ende 1028 wurde das Bistum Zeitz nach Naumburg verlegt. Konrad konnte 1031 die Lausitz und das Milzener Land wieder unter seine Herrschaft bringen, Im Juli 1033 war Mieszko auf dem Hoftag in Merseburg zum Frieden bereit. Er verzichtete dafür auf die Königswürde, akzeptierte das Vasallenverhältnis zu Kaiser und Reich und akzeptierte den Verlust der Lausitz und des Milzener Landes.
Das Verhältnis mit Böhmen
Herzog Udalrich von Böhmen erschien im Juni 1033 nicht zum Merseburger Hoftag. Konrad II, entzog ihm das Herzogtum und sein Sohn Heinrich führte das erste Mal eine Streitmacht gegen Böhmen. Neuer Herzog in Böhmen wurde Udalrichs Bruder Jaromir. 1034 folgte nach einigen Wirren Bretislav als Herzog von Böhmen. Der erkannte die Oberhoheit des Kaisers an und huldigte Konrad II. im Mai 1035 in Bamberg. und stellte Geiseln.
Konflikt mit Ungarn
1030 kam es zu Streitigkeiten zwischen Bayern und Ungarn. Konrad II. wollte diese militärisch entscheiden. Doch das gelang nicht. Sein Sohn Heinrich löste 1031 den Konflikt und überließ dem ungarischen König das Gebiet zwischen Leitha und Fischa.
Verständigung mit dem Dänenkönig Knut
Konrad II. wollte das Zweikaiserproblem entschärfen und seinen Sohn Heinrich mit einer byzantinischen Prinzessin vermählen. Doch dieses Vorhaben scheiterte. Danach suchte Konrad die engere Verbindung mit dem angelsächsisch-dänischen Königshaus. Zu Gunsten einer familiären Verbindung trat er Schleswig und das Gebiet zwischen Eider und Schlei an den dänischen König Knut II. ab. Auf dem Bamberger Hoftag 1035 kam es zur Verlobung zwischen Thronfolger Heinrich und Knuts Tochter Gunhild. Am 6. Juni 1036 wurden die Beiden in Nimwegen vermählt. Der Kölner Erzbischof salbte und krönte Gunhild am 29. Juni 1036.
Literatur
- Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus, 3. Auflage, Beck München 2011, ISBN 978-3-406-53597-0
- Martina Kleinau: Die Ursachen des Konflikts zwischen Heinrich II. und Boleslaw I. Chrobry. Grin Verlag München 2010, ISBN 978-3-6406-2282-5
- Alexander R. Rumble (Hrsg.): The Reign of Cnut. King of England, Denmark and Norway. Leicester University Press London 1994
