
- Konzentration als Azubi - Stefan Dassler
Auszubildender A: „Ich kann mich in letzter Zeit so schwer auf meine Arbeit konzentrieren.“ Auszubildender B: „Wirst du sehr oft von anderen bei der Arbeit gestört?“ Auszubildender C: „Gehen dir vielleicht private Probleme durch den Kopf?“ Auszubildender D: „Machst du insgesamt zu wenig Pausen oder hast du zu wenig Abwechslung bei deinen Aufgaben?“
Was heißt Konzentration?
Unter Konzentration versteht man die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit wissentlich und bewusst auf einen Gegenstand, einen Text oder Gedanken zu richten. Wer konzentriert arbeitet, macht wenige Fehler. Dies ist in der Ausbildung und im Beruf von Bedeutung. Die optimale Konzentrationsspanne bei den meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt bei etwa 30 bis 45 Minuten. Dann sollte man eine (kleine) Pause einlegen.
Ursachen von Konzentrationsstörungen
Konzentrationsstörungen beim Arbeiten oder Lernen haben vor allem drei Ursachen:
- Falsche Vorstellungen über die eigene Leistungsfähigkeit: Beispielsweise zu wenige Pausen, zu lange Lern- und Arbeitsetappen, zu wenig Wechsel der Lern- und Arbeitsinhalte, mangelnde Berücksichtigung von Leistungsschwankungen am Tag, mangelnde Berücksichtigung körperlicher Hinweise wie Hunger, Durst, Schlaf und Bewegung.
- Störungen von innen: etwa Selbstmotivationsprobleme, Müdigkeit, Krankheit, Konflikte und seelische und zwischenmenschliche Probleme.
- Störungen von außen: etwa Lärm, Radio, Musik, schlechtes Raumklima, schlecht ausgestatteter Lern- oder Arbeitsplatz, überfüllter Schreibtisch und Ablenkung und Störungen durch andere Personen.
Manches Konzentrationsproblem lässt sich dadurch lösen, dass man die optimale Konzentrationszeitspanne beachtet – also immer wieder Pausen einlegt. Daneben empfehlen sich Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung von Jacobson, Autogenes Training von Schultz, Meditation oder Yoga. Diese Entspannungsmethoden kann man sich intensiv in Volkshochschulkursen aneignen.
Erste Trainingsaufgabe zur Konzentrationsfähigkeit
Notieren Sie sich über mehrere Zeilen einen Buchstabensalat, in dem sich die Buchstaben e und a sowie k und g befinden. Streichen Sie konzentriert jetzt unter Zeitvorgabe die genannten Buchstaben durch.
Zweite Trainingsaufgabe zur Konzentration
Bei der Entspannungstechnik nach Jacobsen werden Muskeln leicht angespannt und wieder entspannt. Viele Krankenkassen bieten kostenlose CD-ROMs mit dieser Entspannungstechnik an. Führen Sie ein solches Entspannungsprogramm durch.
Führen Sie anschließend nochmals die erste Trainingsaufgabe (Konzentrationsübung) durch. Stellen Sie Veränderungen fest?
Nützliche Tipps zu den Trainingsaufgaben
- Legen Sie beim Arbeiten oder Lernen oder beim Lesen längerer Texte immer wieder kleine Ruhepausen ein.
- Beachten Sie Ihre optimale Konzentrationszeitspanne (beispielsweise 30-45 Minuten).
- Wechseln Sie die Formen des Lernens, um Monotonie zu vermeiden. Beispielsweise erst einen Text lesen, dann Vokablen schreiben, später Formeln vorsprechen.
- Bleiben Sie nicht zu lange bei einem Thema. Das kann ermüden. Planen Sie unterschiedliche Themen beim Lernen und verschiedene Aufgaben beim Arbeiten ein, so sind Sie länger motiviert und konzentriert.
- Treffen Sie Vorkehrungen, dass Sie beim Lernen oder Arbeiten möglichst nicht gestört werden.
- Wenn Sie hungrig, durstig oder müde sind, kann es zu Konzentrationsproblemen kommen.
- Treiben Sie Ausgleichssport und achten Sie auf genügend Bewegung im Büroalltag.
- Wenn Sie mal sehr gestresst und sehr belastet sind, können Sie eine Entspannungsübung machen. So erhöhen Sie wieder Ihre Konzentrationsfähigkeit.
- Es schadet nichts, rechtzeitig vor der Zwischen- oder Abschlussprüfung eine Entspannungstechnik zu erlernen (etwa Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Meditation, Yoga).
Literaturhinweis:
Stefan Dassler: Schlüsselqualifikationen für Auszubildende. Übungen und Trainingsbeispiele. Igel Verlag 2009. 196 Seiten. Euro 19,90.
