
- Ein Blick auf wunderschöne Nesseltierchen - gnubler
Korallen gleichen gewöhnlichen Keramikkunstwerken. Mit ihren faszinierenden Farben prägen sie die Meere. Was aussieht wie Gestein ist in Wirklichkeit ein polypenähnliches Tier mit Fangarmen - wie eine Qualle. An den Tentakeln sind auch kleine Nesselkapseln mit Giftladungen versehen. Korallen fressen Weichtiere, Krebse und kleine Fische.
Wie entsteht im Meerwasser ein Korallenriff?
Beim Bau wirken viele Lebewesen mit. Beispielsweise Stein-, Riff- und Feuerkorallen sowie zahlreiche andere Tierchen. Der Polyp scheidet Kalk aus, welcher direkt als eine Art Festung an ihm angebaut wird. Die Wände wachsen in die Höhe. Ist ein Kalkgebilde ausreichend gewachsen, legt der Polyp - durch geschlechtliche Fortpflanzung - einen neuen Baustein an dieser Stelle. So entstehen große Riffe. Sie können bis zu 40.000 einzelne Polypen umfassen. Riffe sind dementsprechend das Skelett eines einzigartigen Bauplaners. Pro Jahr wachsen die Kalkwände nur etwa zwei Zentimeter. Hat man das Glück und kann als Taucher einen Polypen beobachten wird man ihn in eher flachen Gewässern finden. Grund dafür ist, dass Korallen und Algen sich gegenseitig versorgen. Um sich fortzupflanzen benötigt die Alge Kohlenstoffdioxid. Diesen Stoff holt sie nicht aus der Luft, sie nimmt ihn sich aus einem Karbonat im Wasser. Durch die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid stoßen Algen ständig Kalk in die Meere. Korallen schnappen sich die Kalkabsonderungen und festigen damit ihr prachtvolles Gerüst.
Wo sind Riffe anzutreffen?
Vor allem in Nähe vom Äquator, da Polypen Gewässer mit einer stetig gleichbleibend warmen Temperatur bevorzugen. Tauchfreunde können im bekannten Great Barrier Reef im Osten Australiens nach den hübschen Gebilden suchen. Die Unterwasserwelt der Karibik gibt dem Taucher ebenfalls einen eindrucksvollen Blick. Aber auch in skandinavischen Gewässern sind Riffe zu sehen.
Bedrohtes Tierparadies
Korallen sind sehr bedrohte Lebewesen. Da ihre Kalkwand nur geringfügig wächst kann ein Abbruch eines Stücks nicht sofort nachwachsen. Teile der Korallenriffe werden durch menschlichen Einfluss zerstört. Zum Ersten durch den ständig steigenden Fischfang in den Meeren und zum anderen durch den hohen Gehalt an Kohlenstoffdioxid in der Luft. Hochseefischer müssen um Beute zu machen ihre beschwerten Fangkörbe auf den Grund des Meeres abseilen. Es kommt nicht selten vor, dass dabei Stücke von Korallenriffen beschädigt werden. Kohlenstoffdioxid verwandelt sich unter Wasser zu Kohlensäure und greift so die Kalkwände an. Eine Nachbildung kann man mit einem Stück Brause probieren. Schmeißt man die Brause in Mineralwasser löst sie sich auf. So auch die Koralle. Würde der Ausstoß von giftigen Gasen noch in ferner Zukunft gleichbleibend sein, würden die Überlebenschancen von Korallen drastisch sinken. Positiv ist allerdings, dass bereits erste Riffplätze geschützt werden. Somit können sich Fische und Korallen erholen und eine neue Generation aufbauen.
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