Korea im 20. Jahrhundert

Das Gebiet Korea, das uns heute in Form von Nord- und Südkorea bekannt ist, hatte im letzten Jahrhundert eine turbulente Geschichte.

Korea hatte schon im 19. Jahrhundert mit seinem Nachbarn Japan und China zu tun. Zum einen brauchte das Königreich Korea das Kaiserreich China um die Japaner abzuwehren. Bis zum Japanisch-Russischen Krieg (1905) konnten die Japaner von der Halbinsel abgehalten werden. Nach der Niederlage des Zaren konnte Japan seinen Einfluss in Korea aus- und aufbauen. 1910 wurde Korea annektiert. Aus den Verwaltungsposten und diverse Wirtschaftszweigen wurden die Koreaner vertrieben und durch Japaner ersetzt. Das Kaiserreich setzte die gesamte koreanische Bevölkerung an den untersten Rand der Gesellschaft und machte sie zu "Bürgern dritter bzw. vierter Klasse". Korea galt als Kornkammer des Reiches und musste Japan mit allen möglichen Gütern versorgen. Dabei musste es mit dem Kaiser den Ersten sowie den Zweiten Weltkrieg durchstehen.

Der Zweite Weltkrieg

Der Weltkrieg begann in Ostasien nicht erst 1939, sondern schon Mitte der 1930er. Das Reich der Mitte (China), welches Republik wurde, führte zu jener Zeit Bürgerkrieg. Japan nutzte diese Gelegenheit um die Mandschurei zu besetzten und diese zu einen Marionettenstaat aufzubauen.

Nachdem 1941 Deutschland die Sowjetunion und Japan die USA angriffen, änderte sich die internationale Lage drastisch. Jetzt standen weitere Großmächte im Weltkrieg. Diese machten mit Großbritannien aus, dass Korea im Falle eines Sieges der Alliierten zur Gänze unter sowjetische Herrschaft fallen würde. Der Krieg verlief für die Alliierten anfangs eher schlecht, doch mit derzeit gewannen sie immer mehr an Boden. Im Mai 1945 kapitulierte Deutschland und im August 1945 Japan.

Die Mächtekonstellation unter den Alliierten war nicht mehr freundschaftlich, sondern hatte schon Risse. Dies führte dazu, dass die einstige Abmachung bezüglich Korea nicht mehr gültig war. 1945 besetzten die Sowjets den Norden und die Amerikaner den Süden der Halbinsel bis zum 38° Breitengrad.

Ab diesem Zeitpunkt begannen zwei unterschiedliche Staaten zu entstehen. Zum einen ein kommunistisch diktatorisches Nordkorea und ein anfänglich halb demokratisches Südkorea. Südkorea wurde nach den Wahlen von 1948 gegründet und sein erster Präsident wurde Dr. Syngman Rhee (1875-1965). Die Sowjetunion und die USA verließen Korea und überließen die Länder ihren Schicksalen. Die Region war für beide Mächte unwichtig. Denn zum einen wollte die UdSSR China im Block haben und die Amerikaner wollten die Philippinen und Japan auf ihrer Seite sehen.

Doch als am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China als kommunistischer Staat unter Mao Tse-tung ausgerufen wurde, veränderte sich die Lage in Ostasien. Die USA hatten keinen Einfluss auf das chinesische Festland, sondern nur noch Taiwan und Südkorea als Außenposten.

Der Koreakrieg (1950-1953)

1950 überfiel Nordkorea seinen südlichen Nachbarn. Schnell eroberte es verschiedene Stellungen der südkoreanischen Armee. Die Weltgemeinschaft hatte dies anfangs nicht beachtet. Erst als die Nordkoreaner mehr und mehr eroberten, forderten die USA ein UN-Mandat, um auf Seiten Südkoreas eingreifen zu dürfen. Mit Hilfe der UN-Streitkräfte wurden die Nordkoreaner wieder hinter den 38° Breitengrad gedrängt, welche die immer noch bestehende Waffenstillstandsgrenze von 1953 darstellt.

Nach dem Koreakrieg

Seit diesem Überfall blieben die Amerikaner im Lande um einen erneuten Überfall zu verhindern. Dabei wurde auch ein Grenzzone zwischen beiden Staaten eingerichtet, die heute noch schwer bewacht wird.

Südkorea hatte im 20. Jahrhundert einen langen Weg bis zur eigentlichen Demokratie. Bei seiner Gründung wurde es zu einem halb demokratischen Staat unter Syngman Rhee, 1962 übernahm das Militär die Macht unter Park Chung Hee, ihm folgte der General Chun Doo Wan nach. Erst 1980, als Roh Tae Woo zum Präsidenten gewählt wurde, besser sich die Lage. Dieser versöhnte sich mit der Opposition und es wurde ein gemeinsamer demokratischer Verfassungsentwurf ausgearbeitet, welcher am 27. Oktober 1987 von der Bevölkerung angenommen wurde. 1993 kam zum ersten Mal in der südkoreanischen Geschichte ein Zivilist ins Präsidentenamt - Kim Young Sam und 1997 kam Kim Dae-Jung, welcher während der Militärdiktatur in Opposition war, an die Macht.

1990 gab es zum ersten Mal ein Gipfeltreffen zwischen einen sowjetischen Führer und einem südkoreanischen Präsidenten. Dieses Treffen lockerte die angespannte Lage zwischen Moskau (UdSSR), Pjöngjang (Nordkorea), Seoul (Südkorea) und Peking (China). Trotzdem weigerte man sich Südkorea in die UNO aufzunehmen. 1991 entschied die UNO beide koreanischen Staaten aufzunehmen.

Seit dem Jahr 1990 wird eine Friedenspolitik zwischen den koreanischen Staaten vollführt. Jedoch scheitert diese zum Teil an der internationalen Politik oder durch innerkoreanische Zwistigkeiten. Die größten Errungenschaft dieser "Sonnenscheinpolitik" waren:

  • Zusammenführung getrennter Familien
  • Amnestierung politischer Gefangener in Südkorea
  • Entwicklung auf gegenseitige Wirtschafts- und Kulturbeziehungen
Mag. Rene Schreiber, Mag. Rene Schreiber

Rene Schreiber - Zu meiner Person: Ich bin Absolvent der Universität und habe Geschichte mit dem Modul Osteuropäische Geschichte studiert. ...

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