Korkeichen liefern wertvollen Rohstoff

Korkeiche geschält - Heike Dommnich
Korkeiche geschält - Heike Dommnich
Korkeichen (Quercus suber) sind robuste Bäume, die besonders in Spanien und Portugal verbreitet sind. Bedeutung hat Kork aber nicht nur für Flaschenkorken.

Korken als Verschluss unserer Weinflaschen kennt wohl jeder. Den Baum dazu findet man in unseren nordeuropäischen Breiten jedoch nicht. Korkeichen (Quercus suber) wachsen als immergrüne Bäume im westlichen und südlichen Europa. Am häufigsten sind sie in Spanien und Portugal. Das kleine Land Portugal liefert weit mehr als die Hälfte des weltweiten Verbrauches an Korken.

Korkeichen sind genügsam und dürreresistent

Korkeichen gehören zur Gattung der Eichen (Quercus). Sie stellen an den Boden keine Ansprüche und sind sehr Dürreresistent. Die Bäume können ihren Stoffwechsel bei großer Trockenheit reduzieren und kommen mit Temperaturen zwischen minus fünf bis plus 40 Grad Celsius zurecht. Korkeichen werden 10 bis 20 Meter hoch, einzelne Exemplare auch 25 Meter. Der Stammdurchmesser erreicht 40 bis 90 Zentimeter. Ihren Namen verdanken sie ihrer dicken Korkrinde. Diese wächst sehr langsam, pro Jahr ein bis ein und 1/2 Millimeter. Die ledrigen Blätter bleiben meist zwei bis drei Jahre am Baum. Die neuen Blätter bilden sich im Mai, wobei sie die alten abstoßen. Korkeichen können bis zu 400 Jahre alt werden.

Korkanbau ist eine Sache für Generationen

Erst nach etwa 30 Jahren kann der Korkbauer seinen Eichen das erste Mal abschälen. Dabei darf er die Korkrinde auf keinen Fall beschädigen, sonst wächst sie nicht wieder nach. Auch darf nur etwa ein Drittel der Rinde entfernt werden, der Baum nimmt andernfalls zu großen Schaden. Danach dauert es zwischen 8 bis 12 Jahre, bis zur nächsten Korkernte. Beerntete Bäume werden nur circa 150 Jahre alt. Man kann von einem Baum ungefähr 100 bis 200 Kilogramm Kork ernten. Nach dem Schälen schreiben die Bauern auf die rot leuchtende Rinde die Jahreszahl, damit zu erkennen ist, wann die nächste Ernte ansteht. Später erscheint die rote Rinde wesentlich dunkler.

Wirtschaftliche Bedeutung der Korkeichenwälder

In Europa werden etwa 340.000 Tonnen Kork im Wert von 1,5 Milliarden Euro produziert. 30.000 Menschen finden in der Korkproduktion Arbeit. Das kleine Land Portugal liefert weltweit den meisten Korken. Rund 51 Prozent der Weltproduktion kommen aus Portugal. Die wichtigsten Verarbeitungsbetriebe liegen Nahe Lissabon, bzw. im Norden des Landes. Hauptanbaugebiet in Portugal ist der Alentejo. Kork der ersten Schälung ist von minderer Qualität. Erst ab der zweiten Schälung stimmt die Qualität für die Herstellung von Flaschenkorken. Die zweite Wahl kann für Fußbodenkork verwendet werden, die dritte Wahl als Dämmstoff oder Granulat. Wer Portugal bereist findet in allen Andenkenläden Korkprodukte, Geldbörsen, Taschen, Untersetzer und mehr. Auch für Schuhsohlen wird Kork gerne genutzt. Ungefähr 70 Prozent des Korks wird jedoch noch für Flaschenkorken genutzt, obwohl diese inzwischen oft durch Alternativen aus Plaste oder Kronkorken ersetzt werden.

Korkeichenplantagen werden von den Bauern gerne mit Weidewirtschaft und Getreideanbau kombiniert. Unter Korkeichen fühlen sich die so genannten Schwarzen Schweine wohl. Sie fressen die Eicheln der Eichen, haben viel Auslauf und ergeben so besonders schmackhaftes Fleisch und Schinken. In der portugiesischen, landestypischen Küche ist das Porco Preto (Schwarzes Schwein) nicht weg zu denken.

Natürliche Korkeichenwälder

Neben den vom Menschen angelegten Korkeichenplantagen gibt es in Portugal und Spanien auch noch natürliche Korkeichenwälder. In diesen Wäldern wachsen neben Steineichen (Quercus ilex), dem Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Olivenbäumen (Olea europaea) und Pinien (Pinus pinea) auch noch zahlreiche Pflanzenarten. Sie bilden den Lebensraum für viele, darunter auch seltene Tierarten. In Korkeichenwäldern findet der von Aussterben bedrohte spanische Pardelluchs (Lynx pardinus) seine letzte Heimat. Leider werden die natürlichen Korkeichenwälder immer mehr von Eukalyptusplantagen verdrängt. Eukalyptus, wichtig für die Zellstoffindustrie, war ursprünglich nur in Australien beheimate. Der Baum verdrängt mit seinem schnellen Wachstum, den tiefen Wurzeln, die dem Boden alles Wasser entziehen und seiner Resistenz gegen Waldbrände schnell jegliche andere Vegetation in seiner Nähe. Wo einmal Eukalyptus wuchs, siedelt sich nur schwer wieder etwas anderes an.

Quelle für die Produktionszahlen: Portugal aktuell

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Heike Dommnich - Heike Dommnich schreibt als freie Autorin für verschiedene Internetportale, fotografiert als gärtnernde Imkerin vor allem ...

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