Kostenlose Spiele - wenn Werbung nicht hält, was sie verspricht

Geld für kostenlose Spiele - Michael Grabscheit / pixelio.de
Geld für kostenlose Spiele - Michael Grabscheit / pixelio.de
Wenn man sich durch unfaire Vorteile an die Spitze kaufen kann, können vermeintlich kostenlose Browserspiele schnell teurer werden als Vollpreisprodukte.

„Jetzt kostenlos spielen!“ - eine Bannerwerbung, über die jeder Internetnutzer schon das ein oder andere Mal gestolpert ist. Hunderte, wenn nicht tausende verschiedener Spiele im Internet versprechen Spielvergnügen, ohne dass man dafür auch nur einen Cent zahlen muss. Doch der vermeintliche Spaß für umsonst kann bereits nach wenigen Tagen zur Kostenfalle werden und den Preis von Vollpreisspielen um ein Vielfaches übersteigen.

Wenn man für kostenlose Spiele zahlen muss

Kaum eines dieser Spiele hält, was es anfangs verspricht. Während das grundlegende Spiel tatsächlich kostenlos ist, setzen die Anbieter oft auf den Siegeswillen der Spieler und bieten unfaire Vorteile gegen reales Geld an. Wer sich auf die Versprechungen der Anbieter verlässt, wird schon nach kurzer Zeit von anderen Spielern übermannt und schließlich frustriert aufgeben.

Die Art der Vorteile sind dabei in vielen Spielen ähnlich. Für Geld kauft man sich eine Spielwährung, beispielsweise Gold oder Diamanten. Diese Diamanten können später bei Bedarf für bestimmte Verbesserungen wie einen einmaligen Rohstoffschub oder höhere Kampfwerte eingetauscht werden. Während normale Spieler einen Engpass an Rohstoffen erleiden, bekommen die Zahlfreudigen einen Vorsprung, welcher auch mit viel Spielgeschick uneinholbar ist.

Wie man in vermeintlich kostenlosen Browserspielen zum Bezahlen gedrängt wird

Die Taktik der Anbieter, um den Spieler zum zahlen zu bewegen, ist fast immer gleich. Nach einer unproblematischen Anmeldung hat man oftmals einige Wochen Zeit, sich mit dem Spiel und dessen Regeln vertraut zu machen. In dieser Zeit kann man eine Handvoll Aufgaben abschließen, welche gleichzeitig als Tutorial dienen. Als Belohnung für diese Quests bekommt der Spieler einige Diamanten geschenkt, die ihm die Vorteile des Zahlsystems deutlich machen. Besonders perfide: Passt man die Wirtschaft seines Spiels an die erhöhte Rohstoffproduktion oder die größeren Lagerhäuser an, führt das nach Ablauf dieser Probezeit oftmals zu einem Rückschlag, welcher nur durch eine Verlängerung der Vorteile und damit dem Bezahlen von echtem Geld wieder auszugleichen ist.

Die Rechnung der Unternehmen geht auf: Hat ein Browserspiel erst einmal einen gewissen Grad an Bekanntheit erreicht, finden sich viele Nutzer, welche gerne bereit sind Geld zu zahlen, um in den Ranglisten ganz weit oben mitspielen zu können. Oftmals gibt es auch besonders ehrgeizige Gilden oder Allianzen, welche nur zahlende Spieler in ihren Reihen zulassen. Ein bezahlter Account kann dabei je nach Spiel und Mitteln des Besitzers zwischen fünf und 200 Euro monatlich kosten.

Positive Ausnahmen - Bezahlen nur für kosmetische Veränderungen

Doch nicht jeder Anbieter von Browserspielen greift zu solchen Methoden, um die Kosten der Produktion und des Betriebs zu decken. Viele besitzen zwar ebenfalls einen Shop, in dem man für bares Geld einkaufen kann, bieten dort jedoch nur optische Veränderungen wie Ziergebäude oder einzigartige Bannerfarben an. Spielerische Vorteile entstehen dadurch nicht, was ein ausgeglichenes Miteinander ermöglicht. Bemerkenswert dabei: Viele Spieler greifen besonders oft und gerne auf diese fairen Angebote zurück, um dem Hersteller ihre Anerkennung auszudrücken und sich so auch finanziell bei ihm zu bedanken.

Quellen:

Bildnachweis: © Michael Grabscheit / pixelio.de