Einer der schönsten Badestrände Indiens lädt ein zum Urlaub am Arabischen Meer. Mit Yoga und Ayurveda den Körper geschmeidiger und den Geist freier machen. An der Malabarküste des indischen Bundesstaates Kerala liegend, hat Kovalam trotz seiner Wandlung vom Geheimtipp westlicher Aussteiger hin zu einer Pauschaldestination nichts an Reiz und Sympathie eingebüßt. Nicht alle sind zufrieden mit dieser Entwicklung und lassen es bei einem Aufenthalt bleiben. Hat man sich aber mit den Gegebenheiten angefreundet und Kontakte zur Bevölkerung gebunden, kehrt man gerne zurück. Die Zahl jener die regelmäßig Wochen oder gar Monate hier verbringen ist nicht zu übersehen. Ob Yoga-Anfänger oder Fortgeschrittener in dieser edlen Kunst, ob Ayurveda zwecks Linderung eines körperlichen Leidens oder einfach nur weil es einem gut tut. Kovalam ist der richtige Platz dafür. Eine Vielzahl von Angeboten und Einrichtungen um seinem Körper Gutes zu tun findet der Reisende hier vor. Nicht zu vergessen die Tempelfeste zu Ehren der großen und kleinen Götter des hinduistischen Pantheons.
Die Nähe zur Hauptstadt
Knapp fünfzehn Kilometer entfernt liegt Thiruvananthapuram, die Hauptstadt Keralas. Mit seinem im siebzehnten Jahrhundert erbauten Padmanabhaswamy Tempel und den nicht weit davon entfernten Chalai Market mehr als einen Tagesausflug wert. Der Zutritt zum Tempel ist allerdings nur Hindus gestattet. Berühmtheit erlangte er durch die die Öffnung mehrerer Kammern im Jahre 2011 wo Werte von kolportieren fünfzehn Milliarden Euro in Form von Gold, Silber und Edelsteinen vorgefunden wurden. Kolonialbauen und das übliche Treiben von Indiens Straßen verleihen dieser Stadt ein besonderes Flair. Abgesehen von Taxi oder Rikscha kann Thiruvananthapuram auch mit dem öffentlichen Bus angefahren werden. Einstieg vor dem Eingang des Hotel Leela in Strandnähe und Fahrt bis East Fort, zugleich auch die Endstelle. Der Ausstieg ist somit nicht zu versäumen. Die Busflotte wurde in den letzten Jahren durch Aircondition Busse erweitert und der Komfort dadurch wesentlich erhöht.
Der Strand und seine Kameramotive
Zurück aber wieder an den Strand, wo die verschiedensten Cafés Ansichtskartenblicke auf das Meer werfen lassen. Langsam am Horizont vorüberziehende Containerschiffe und gen Nachmittag aufs Meer fahrende Fischerboote ihrem Bestreben nachgehend, vielleicht doch einmal den wirklich großen Fang zu machen. Vor den Lokalen Obstfrauen mit ihren frischem Früchten, Verkäufer verschiedenster Artikel welche man mehr oder weniger vielleicht doch einmal brauchen könnte und hin und wieder eine Zuträgerin mit einem Fisch der größeren Sorte. Selbstverständlich wird dieser per Kopf getragen. Motive für die Kamera und so nebenbei gelassen einen Espresso oder Lassi genießen. Der Strand, durch einen Felsvorsprung unterteilt in Lighthouse Beach und Hawah Beach, bietet abends wahrlich ein bezauberndes Sunset-Kino. Bei heimischer Küche und Kingfisher Bier bleibt mit Sicherheit der erste Sonnenuntergang des Aufenthalts nicht der letzte. Ein Kingfisher schmeckt überall gleich, das Essen aber ist zweifellos in den hinteren Reihen und Gässchen besser und auch günstiger. Der Lighthouse Beach unübersehbares Kennzeichen ist wie der Name schon sagt der Leuchtturm. Dieser kann zu bestimmten Zeiten bestiegen werden und eröffnet einen Rundblick auf den ganzen Küstenabschnitt. Steht der Reisende mit dem Blick in Richtung Meer, sieht er auf seiner linken Seite ein Fischerdorf mit einer bezaubernden Moschee und ein geruhsamer Fußmarsch dorthin führt durch den indisch-muslimischen Alltag.
Der südindische Islam ist stark von der islamischen Mystik, dem Sufismus, geprägt und Besuche in den Moscheen zeigen das auf eindrucksvolle Weise. Zuvor allerdings ist noch ein Besuch im ehemals besten Haus am Platze, dem Hotel Rockholm, einzuplanen. Der Charme der Siebziger, gepaart mit dem Bemühen erster indischer Tourismusanstrengungen sprüht einem hier entgegen. Einmal dort gewesen, sucht man dieses Plätzchen bei jeder Wiederkehr auf um mit Kaffee und einem kleinen Snack die Weite des Meeres auf sich wirken zu lassen und vielleicht über einen Tagesausflug nach Kanyakumari nachzudenken. Kanyakumari befindet sich in Tamil Nadu und stellt die südlichste Spitze des indischen Festlandes dar. Wenn man es näher haben möchte, empfiehlt sich eine wirklich betörende Bootsfahrt durch die Backwater von Kerala nach Allapuzha. Von hier dann weiter nach Kochi, das in keiner Reiseroute durch Kerala fehlen sollte.
Am Ende die Sonne verabschieden
Fehlt noch der Besuch eines kleineren, vermehrt von Einheimischen bevorzugten Strandabschnittes. Gemächlich über die neu gestaltete Uferpromenade der Lighthouse Beach überquert man die Hawah Beach, folgt einer von kleinen Geschäften gesäumten steilen Straße bis man am Eingang des Leela Kempinski angelangt ist. Ein Hotel der Extraklasse und davor die Busstation in Richtung Thiruvananthapuram. Am Rajiv Gandhi Convention Centre vorbei, eröffnet einem sich die kleine, sympathische Welt südindischer Freizeitgestaltung. Die kleine grüne Moschee am Meeresufer, verschiedenste gut gewürzte indische Snacks und meist nur Malayalam hörend, die Sprache Keralas. Es ist wieder an der Zeit sich hinzusetzen und die Stimmung auf sich wirken zu lassen. Während der Zeit des Sonnenuntergangs, wo hunderte Inder diesem Naturschauspiel beiwohnen, und ein kleiner Ganesha-Schrein sich im Rot der untergehenden Sonne färbt. Hinter einem kleinen, hügeligen Waldstück in dem ab und zu Kühe Schutz vor Sonne und Hitze suchen, ist das Ende dieser kleinen Strandreise. Hinsetzen, ein kühles Getränk oder gar frischer Fisch runden die Schönheit dieser Gegend phänomenal ab.
Quellen:
- Reise Know-How, Indien – der Süden, Martin und Thomas Barkemeier, Auflage 2006
- Indisches Fremdenverkehrsamt, Frankfurt am Main, Entdecken Sie den Süden,