
- Kräutertee auch für den Garten - © Florentine / pixelio.de
Eine Vielzahl von Kräutern können im Garten eingesetzt werden, um die Pflanzengesundheit zu stärken. Gebräuchlich sind Jauchen, Brühen, Tees und Kaltwasserauszüge. Jauchen müssen, bis sie gebrauchsfertig sind, mindestens 2 Wochen stehen. Dann fangen sie, wie der Name Jauche vermuten lässt, unangenehm zu riechen an. Nicht immer eine Freude für den Nachbarn. Brühen werden durch Abkochen hergestellt, wodurch bestimmte Wirkstoffe besser gelöst, andere wiederum beim Kochen zerstört werden. Bei Kaltwasserauszügen stehen die Wirkstoffe im Vordergrund, die ein Kochen zerstören würde. Die Teezubereitung dagegen ist für manche Kräuter eine gute Alternative, da zum Einen die hitzempfindlichen Wirkstoffe nicht vollständig vernichtet werden, zum Anderen die Wirkstoffe, die Hitze zum Lösen benötigen ebenfalls in den Tee gelangen. Und auch der Geruch ist eher angenehm.
Die Kräuter werden für eine Teezubereitung mit kochendem Wasser übergossen und müssen ein bis drei Minuten ziehen. Wenn nicht anders angegeben kommen auf 10 Liter Wasser je 1kg frisches oder 150g getrocknetes Kraut. Dann muss der Tee abkühlen und wird anschließend, je nach Art der Anwendung, unterschiedlich stark verdünnt. Durch die unkomplizierte und schnelle Zubereitung sind die Tees im Garten fast sofort einsatzfähig.
Kräuterrezepte gegen tierische Schädlinge im Garten
- Ackerschachtelhalmtee wird fünffach verdünnt und zu einem Drittel mit Rainfarntee gemischt. Bei Blattlausbefall wird er mehrmals ausgebracht.
- Kapuzinerkressetee hilft unverdünnt gegen Schild- und Blutläuse.
- Kartoffelwasser oder Kartoffeltee wird ebenfalls unverdünnt gegen Blattläuse, besonders an Rosen verwendet.
- Oregano, echter Dost hilft dreifach verdünnt gegen Kommaschildläuse, wenn im Mai und Juni in regelmäßigen Abständen gespritzt wird.
- Wermuttee wird schwach angesetzt. Auf 10 Liter Wasser werden 300g frisches Kraut oder 30g getrocknetes Kraut gegeben. Er wird dreifach verdünnt bei Befall mit Blattläusen auf die Pflanze gesprüht.
- Majoran, Pfefferminze oder Wermut wird als Tee unverdünnt auf Ameisenlaufstraßen gegossen. Da Ameisen im Verbund mit Blattläusen vorkommen, dienen diese Tees auch der Blattlausprophylaxe.
- Salbei-, Ysop- oder Thymiantee wird dreifach verdünnt auf Pflanze und Boden ausgebracht. Während der Flugzeit der Eulenfalterarten, ab Mitte Mai bis Oktober, wird der Tee auf die Pflanzen ausgebracht. Er hindert die Falter an der Eiablage und hilft somit gegen die bodenwohnenden Erdraupen der Falter, von denen einige als Schädlinge auftreten.
- Brennnesseltee wird dreifach verdünnt und gemischt mit Wermut- und Rainfarntee an er drei aufeinanderfolgenden Tagen auf Erbsen gesprüht. Wenn dies mehrmals im Abstand von 14 Tagen erfolgt, hat der Erbsenwickler keine Chance.
- Knoblauch- oder Zwiebeltee hilft unverdünnt gegen Möhrenfliege, Erdbeermilben und Spinnmilben. Auf 10 Liter Wasser kommen 75g zerkleinerten Knollen.
- Rainfarntee wird aus 300g frischen oder 30g getrocknetem Kraut auf 10 Liter Wasser hergestellt. Zweifach verdünnt wird er an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf das Gemüse gesprüht. Er hilft gegen Möhrenfliege, Zwiebelfliege, Kohlgallenrüssler, Lauchmotten, Sägewespen, Blattrandkäfer und andere Insekten, wenn während deren Flugzeiten behandelt wird. Die Spritzung muss mehrmals im Abstand von 14 Tagen wiederholt werden. Gegen den Dickmaulrüssler wird an den Wurzelhals gespritzt.
- Rhabarberblätter werden frisch im Verhältnis 500g auf 3 Liter Wasser angesetzt und unverdünnt auf Lauch ausgebracht. So hält man die Lauchmotte in Schach.
- Wermut hat ein ähnliches Wirkspektrum wie Rainfarn und wird als Tee genauso hergestellt. Dreifach verdünnt vertreibt er Blattrandkäfer, Erbsenwickler, Kohlfliege, Kohlweißling und Sägewespe.
Mit Kräutertee gegen Pflanzenkrankheiten
- Rainfarntee wird wie oben angegeben hergestellt. Um die Mosaikkrankheit auf Pflanzen in Schach zu halten, muss er an drei aufeinanderfolgenden Tagen ausgebracht werden. Im Abstand von 14 tagen sollte die Spritzung ein paar Mal wiederholt werden.
- Knoblauchtee hilft unverdünnt gegen fast alle Pilzkrankheiten. Er sollte mehrfach ausgebracht werden.
- Meerrettichtee wird unverdünnt während der Blüte in die Obstbäume gespritzt. Mehrfach wiederholt wirkt er hervorragend gegen Monilia. Auf 10 Liter Wasser kommen 300g frische Pflanze. Benutzt wird eine Mischung aus Blättern und Wurzel.
- Kamillentee wirkt desinfizierend. Besonders Baumwunden sollten vor dem Verschließen damit ausgewaschen werden. Außerdem erhöht er die Keimkraft von Samen, wenn sie15 min lang in den Tee gelegt werden. 100g getrocknetes Kraut kommen auf 10 Liter Wasser. Der abgekühlte Tee wird anschließend fünffach verdünnt.
Quellen: Ingrid Gabriel, Gesunde Pflanzen im Biogarten, Falken Verlag 1984
Christa Weinrich OSB Abtei Fulda, Mischkultur im Hobbygarten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008
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