Krause Glucke, Fette Henne - Vorkommen und Merkmale

Eine junge Krause Glucke - Anna Ghezzi
Eine junge Krause Glucke - Anna Ghezzi
Merkmale und Vorkommen der Krausen Glucke, wann die Krause Glucke Saison hat, sowie Wissenswertes und Doppelgänger dieser gern gesuchten Speisepilzart.

Die Krause Glucke ist ein vielgesuchter ergiebiger Speisepilz, wobei sie wegen ihrer büscheligen geflechtartigen Erscheinung für unerfahrene Sammler als nicht essbar erscheinen und deswegen völlig zu Unrecht gemieden werden könnte. Das wachsartige gekräuselte Fleisch ist im rohen Zustand vorerst knorpelig, bekommt aber eine angenehme Konsistenz, wenn man den Pilz zubereitet. Die Krause Glucke eignet sich besonders gut zum Braten, kann aber auch für die Suppe oder in getrockneter Form zum Würzen verwendet werden. Nachfolgend kann man viel Wissenswertes rund um die Krause Glucke lesen. Unter anderem erfährt man hier ihre wichtigsten Erkennungsmerkmale, ihre Doppelgänger und wann und wo man diesen aromatischen Pilz finden kann.

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Der rundliche Fruchtkörper der Krausen Glucke erinnert wegen ihrer vielen krausen Verzweigungen an Eichblattsalat oder an einen groben Badeschwamm. Die Fruchtkörper können einen Durchmesser von 40 cm und Wuchshöhen von bis zu 25 cm erreichen und mehrere Kilogramm schwer werden. Das gekräuselte Gebilde der Krausen Glucke entwickelt sich aus einem meist in der Erde steckendem Strunk heraus, aus dem sich nach und nach ein zu allen Seiten ausdehnendes, stark verzweigtes Geflecht mit gekräuselten, ineinander verflochtenen Verästelungen bildet. Zu Anfang ist die Krause Glucke blassgelblich gefärbt, dann bleicht sie allmählich aus, wird schmutzig weiß und bräunlich an den Rändern. Das weißliche Fleisch junger Pilze hat eine wachsartige knorpelige Konsistenz, riecht angenehm würzig und schmeckt leicht nussig. Ältere Exemplare der Krausen Glucke schmecken leicht bitter und sind nicht mehr genießbar.

Wissenswertes über die Krause Glucke

Die Krause Glucke oder auch Fette Henne genannt, gehört zur Klasse der Ständerpilze und zur Gattung der Gluckenpilze. Der Pilz ist ein Wurzelparasit, der Wurzeln und untere Stammteile befällt und dort Braunfäule verursacht. Die Krause Glucke kann in Baumstümpfen viele Jahre leben und von dort aus neue Wirtspflanzen befallen. Selbst wenn man den Pilz vom Baum schneidet, wächst aus dem Strunk innerhalb eines Jahres ein neuer nach. Auf größere Entfernung erinnert dieser essbare Pilz an eine auf dem Baum sitzende Glucke (Henne), daher auch der Name. Die Krause Glucke ist ein ausgezeichneter und ergiebiger Speisepilz, der sich mit den Morcheln geschmacklich messen kann. Der Pilz sollte nur im jungen Zustand gesammelt werden, da Krause Glucken die an den Rändern schon welken oder bräunen, zäh und bitter und daher nicht mehr schmackhaft sind. Außerdem können sie Verdauungsstörungen hervorrufen. Aufgrund ihrer Oberflächenstruktur ist die Krause Glucke nur schwer zu säubern. In den Hohlräumen verbergen sich etliche Kleintiere, sowie Sand und Nadeln. Der Pilz wird am besten unter fließendem kalten Wasser mit den Händen zerteilt und sorgfältig von Fremdkörpern befreit. Der Pilz kann gut gekühlt sehr lange aufbewahrt werden, ohne zu schimmeln. Angeblich enthält der Pilz eine Substanz die Schimmelentstehung verhindert.

Vorkommen und Saison der Krausen Glucke

Die Krause Glucke wächst in Asien, Nordamerika, Nordafrika und Europa. In Europa gedeiht der Pilz in den wärmeren Regionen, ist daher hauptsächlich in Süd-, Südost-, West- und Mitteleuropa anzutreffen. In Deutschland findet man die Krause Glucke vermehrt in Ostdeutschland. Dort ist sie ein bekannter und geschätzter Speisepilz. Die Krause Glucke wächst im Nadelwald am Fuße der Stämme oder an Baumstümpfen, besonders an Kiefern. Sie ist aber auch, wenngleich eher selten an Fichten, Tannen oder Douglasien angesiedelt. Der Pilz bevorzugt basenreiche, nährstoffarme Böden, gedeiht aber auch auf vielen anderen Bodenarten, die jedoch weder zu trocken noch zu nass sein dürfen. Saison: Juli bis November

Doppelgänger der Krausen Glucke

Die Krause Glucke hat einige Doppelgänger und Artverwandte. Eine Verwechslung besteht mit der seltenen, sehr schmackhaften Breitblättrigen Glucke (Sparassis brevipes), welche breitere Blätter aufweist und mit der Tannen-Glucke auch Deutsche Glucke genannt (Sparassis nemecii), die an Fichten und Tannen wächst. Sie ist kräftiger als die Krause Glucke und besitzt nur leicht gewellte, strohgelbe Astenden. Sehr ähnlich ist noch die Eichen-Glucke (Sparassis laminosa), die jedoch nur bei Eichen zu finden ist und breitere, gezonte Blätter hat. Die Eichen-Glucke ist ein ebenso ausgezeichneter Speisepilz wie die Krause Glucke, daher würde diese Verwechslung nicht ins Gewicht fallen. Eine weitere ähnliche Art ist der ungenießbare Eichhase (Polyporus umbellatus), der aber aus etlichen kleinen, gestielten Hüten besteht und dadurch leicht zu unterscheiden ist. Die Krause Glucke kann auch mit dem Klapperschwamm (Grifola frondosa), der hingegen zur Krausen Glucke ein Röhrenfutter besitzt und evtl. noch mit dem Ästigen Stachelbart verwechselt werden. Auch hier wäre eine Verwechslung nicht besonders verherrend, da beide Pilze essbar sind.

  • Quellen:

BLV Naturführer Pilze/ Andeas Neuner, Unsere Pilze/ Hans Mauch und Konrad Lauber/ Hallwag, Steinbachs Naturführer: Pilze / Mosaik Verlag

Bildquelle: uschi dreiucker/ pixelio.de, Harry Regin

Anna, Ghezzi

Anna Ghezzi - Als ständige Autorin der Rubrik Pilze freut es mich besonders, Sie durch die zauberhafte und faszinierende Welt der Mykologie ...

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