Kyra (9), Jana (8) und die Zwillinge Caroline und Malin (6) sind Freundinnen. Es geht ihnen gut und das wissen sie auch. Sie kennen in ihrer eigenen Stadt ein Haus, in dem Kinder gefördert werden, für die Wohlstand ein Fremdwort ist. Aus eigenem Antrieb haben die "reichen" kleinen Mädchen Steine und Muscheln bemalt, verkauft und den Erlös dem Kinderhaus „Blauer Elefant“ in Bad Oldesloe gespendet. Eine Idee, die Nachahmung verdient.

Kreative kleine Mädchen verschönern Andenken von Klassenfahrt und Urlaubsreise

Freundinnen lieben es gewöhnlich, gemeinsam schöne Dinge zu tun. Für viele ist das gleich bedeutend mit Kreativität. Im vergangenen Sommer hatte Kyra eine zunächst gar nicht so ungewöhnliche Idee: „Lasst uns Steine anmalen und dann verkaufen!“ Eine Menge formschöner Steine und Muscheln hatte sie im Urlaub in Dänemark und bei einer Klassenfahrt nach Glücksburg gesammelt.

Steine und Muscheln mit Serviettentechnik, Acryl, Glitzern und Tatoos gestalten

Gesagt, getan. Mit Acrylfarbe, Tatoos, Serviettentechnik und viel Glitzer wurden die Naturschönheiten noch schöner gemacht. Natürlich war reichlich Fantasie im Spiel. So wurde aus einem Stein ein Auto ohne Räder, aus einer kleinen Muschel ein Fliegenpilz.

Bastelarbeiten verkaufen für einen guten Zweck - Kinder malten fürs Kinderhaus

Zunächst verkauften die vier Freundinnen die kleinen Kunstwerke sozusagen privat für wenige Cent in der Nachbarschaft. Dann kam ihnen die Idee, sie zu Gunsten des Kinderhauses „Blauer Elefant“ zu verkaufen. Die Einrichtung war ihnen bekannt, weil sie mit ihren Eltern regelmäßig ausgedientes Spielzeug, Puzzles und Kuscheltiere dorthin bringen.

Nun stieg ihr Erlös „sprunghaft“ an - die Kunden bezahlten freiwillig mehr. 28 Euro kamen auf diese Weise zusammen.

Lohnende Kinderinitiative und stolze Eltern

Die Eltern der Mädchen waren entzückt und stockten den Betrag auf 50 Euro auf. Zusammen mit einem von den Kindern selbst gemalten Plakat, auf dem natürlich auch kleine Elefanten zu sehen sind, brachten die Mädchen den Betrag nun – hin und her gerissen zwischen Stolz und Bescheidenheit - ins Kinderhaus. Einen kleinen Karton mit ihren selbst bemalten Steinen und Muscheln hatten sie auch noch dabei.

Die Leiterin des Kinderhauses, Renate Günther, bedankte sich herzlich. „Ich glaube, wir gehen jetzt mit allen Kindern schwimmen! Dafür müssen wir natürlich Eintritt bezahlen und das können wir nur, wenn wir Spenden bekommen. Vielen, vielen Dank!“

Helfen als Selbstverständlichkeit - glückliche Kinder wachsen bewusst privilegiert auf

Kyra wünschte sich, dass ihre beste Freundin, die ebenfalls Caroline heißt und später nicht mehr zum festen Kern der Steine-Maler zählte, nicht vergessen wird. „Sie hat auch mitgeholfen und uns ganz toll unterstützt!“ Anderen Kindern, denen es weniger gut geht, zu helfen, ist in den Familien der kreativen Mädchen eine Selbstverständlichkeit. „Ja, und uns geht es wirklich sehr gut!“ sagt Caroline im Brustton der Überzeugung. Die anderen drei nickten. „Genau!“