Kreatives Schreiben: Tipps zur Ideenfindung

Eine Feder zum Schreiben - Claudia Rothe/pixelio.de
Eine Feder zum Schreiben - Claudia Rothe/pixelio.de
Es gibt eine Reihe einfacher Tricks, mit denen werdende Autoren auf geeignete Motive für ihre Werke stoßen können.

Am Anfang des langwierigen Prozesses, an dessen Ende eine fertige Kurzgeschichte, ein Essay oder gar ein ganzer Roman stehen soll, geht es darum, ein passendes Thema zu finden. Der Autor muss sich überlegen, worüber er schreiben will und wovon seine Geschichte handeln soll. Die zündende Idee zu entwickeln ist nicht einfach, doch es gibt einige simple Tricks, um sich inspirieren zu lassen.

Die Zeitung als Ideenlieferant

Neben den Leitartikeln finden sich in Tageszeitungen auch immer kurze Meldungen und Anzeigen, die eine hervorragende Quelle für Ideen sein können, zumal sie oft nur wenige Hintergrundinformationen enthalten und somit der eigenen Fantasie viel Raum lassen. Aus kurzen Meldungen über kuriose Unfälle, ungewöhnliche Polizeieinsätze oder bizarre Nachbarschaftsstreitereien kann ein Autor eigene Geschichten entwickeln. Auch ungewöhnliche Suchanzeigen regen die Fantasie an. Es empfiehlt sich, über einen längeren Zeitraum solche Fundstücke aus Tageszeitungen auszuschneiden und zu sammeln. So hat man irgendwann eine große Auswahl und kann unter Umständen auch mehrere Artikel, die in keinem Zusammenhang miteinander stehen, kreativ kombinieren.

Hinterlassenschaften aus der Vergangenheit

Auf vielen Dachböden und in Kellern, auf Flohmärkten und in Antiquitätenläden finden sich kleine Schätze, die sich mitunter als inspirierend erweisen. Dies können sowohl Gegenstände, zum Beispiel Möbel oder Geschirr, als auch alte Fotos, Postkarten und Briefe sein. Solche längst in Vergessenheit geratenen Dokumente geben Autoren die Möglichkeit, sie in eine eigene Geschichte einzubetten, oder aber eine reale Familienchronik bzw. eine Biographie zu verfassen, der sich noch niemand zuvor gewidmet hat. Statt die abertausendste Abhandlung über Johann Wolfgang von Goethe, Kaiser Wilhelm II. oder Richard Wagner zu schreiben, wäre es vielleicht faszinierender, die erste Schrift über eine aus regionaler Sicht interessante historische Persönlichkeit anzufertigen.

Aus alt mach neu

Papier ist geduldig. So manches veröffentlichtes Werk verschwindet mit der Zeit aus dem Gedächtnis der Menschen, überlebt seinen Schöpfer und seine Leser um ein vielfaches und landet auf irgendeinem Dachboden oder in einer Ramschkiste auf dem Flohmarkt. Dort kann ein werdender Autor den alten Text entdecken und sich zu etwas Neuem inspirieren lassen. Die Möglichkeiten sind dabei zahlreich. So könnte man eine Art moderne Neufassung herausarbeiten, sich mit einem einzelnen Aspekt aus dem alten Text beschäftigen, oder gar eine Handlung kreieren, die sich um die Entstehungsgeschichte eines solch vergessenen Stücks Literatur dreht. Auch alte Liederbücher können inspirierend wirken - aus jedem überlieferten Song lässt sich eine Geschichte stricken.

Reizwörter können helfen

Ein weiterer Trick, um einen Ansatz für eine Handlung zu gewinnen, sind Reizwörter. Zu diesem Zweck kann der werdende Autor einzelne Worte auf Zettel schreiben und diese in einem Behälter sammeln, um dann drei Worte zu ziehen. Diese sollen nun die Grundlage der zu schreibenden Geschichte bilden. Es ist dabei am sinnvollsten, mit Nomen zu arbeiten. Um viele Wörter zusammen zu bekommen, können Schlagzeilen in Zeitungen hilfreich sein.

Maret Hosemann, Maret Hosemann

Maret Hosemann - Ich habe meinen Magisterabschluss in Deutsche Philologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gemacht und in ...

rss