Kriege, Frieden und die Vereinten Nationen

Kriegerische Auseinandersetzung sind eine Eigenschaft, die nur der Mensch kennt. Die Geschichte der Kriege und warum es den Weltfrieden nie geben kann.

Krieg ist eine Geißel der Menschheit und mit einiger Sicherheit kann man annehmen, dass Kämpfe zwischen den Bevölkerungsgruppen so alt sind wie die Menschheit selbst. Aggressionen gibt es im Tierreich auch, aber hier geht es meist um den Raub oder die Verteidigung der Beute. In Bezug auf die Fortpflanzung gibt es auch Kämpfe. So sorgt die Natur dafür, dass nur die starken und dominanten männlichen Tiere ihre Gene weitergeben. Auch wenn Auseinandersetzungen bei Tieren noch so grausig aussehen, sie dienen nur einem Zweck, dem Erhalt der Art.

Kriege im Altertum!

Wo immer man durch Ausgrabungen in die Antike oder noch weiter zurückgehend auf Überreste menschlicher Zivilisation trifft, findet man Waffen oder Zeugnisse kriegerischer Aktivitäten. Am Anfang waren es räuberische Überfälle von kleineren Gruppen, bei denen die Beute meist Lebensmittel oder Frauen war. Erst mit dem Beginn von Strukturen, die einem Staatsgebilde ähnelten, kam eine gewisse Ordnung in die kämpfenden Parteien. Es entstanden Monarchien und deren Macht repräsentierte das Militär. Wo man auch hinsieht, überall waren Herrscher bestrebt mit Hilfe ihrer militärischen Macht ihr Einflussgebiet zu vergrößern. In Afrika hatten die Ägypter mit den Nubiern ihre Probleme. Das Römische Reich, welches beinahe 1.000 Jahre an der Macht war und unter Kaiser Trajan über drei Kontinente reichte, führte andauernd Kriege. Einer der bekanntesten Auseinandersetzungen ist der zweite Punische Krieg, der im Jahr 201 vor Chr. mit dem Sieg der Römer über die Karthager und ca. 50 Jahre später mit der Zerstörung Karthagos endete. In Asien eroberte der Mongole „Dschingis Khan“ ein Gebiet vom Kaspischen Meer bis zur Japanischen See. Nur in China dürfte man der Kriege überdrüssig geworden sein und baute zum Schutz eine Mauer. Der Baubeginn soll so um 200 v. Chr. gewesen sein.

Vom Mittelalter in die Neuzeit!

Im Mittelalter kämpfte bald jeder gegen jeden. Einer der bekanntesten Kriege der frühen Neuzeit war der dreißigjährige Krieg. Er dauerte von 1618 bis 1648 und war nicht nur eine Auseinandersetzung um Länder und Macht, sondern auch ein Religionskrieg. Von 1792 bis 1815 versuchte Napoleon die Welt zu erobern. So makaber es auch klingen mag, durch Kriege wurde aber der technische Fortschritt voran getrieben. Es wurden immer bessere und wirkungsvollere Waffen entwickelt. Dies zeigte sich auch im Krieg von 1866 und dem Sieg Preußens über Österreich. Die Preußische Armee hatte schon neue Hinterlader- Gewehre, was nicht unwesentlich zum Sieg beitrug. Die Erfindungen Alfred Nobels revolutionierten die Waffentechnik weiter. Wobei nicht das Dynamit, sondern das Ballistit die Schusstechnik voran brachte. Alfred Nobel selber war ein Kriegsgegner. Er glaubte aber, eine besonders wirkungsvolle Waffe würde die Leute vom Krieg abschrecken. Er lernte auch Bertha von Suttner kennen, die auch kurz bei ihm als Sekretärin arbeitete. Vermutlich wurde er durch die Diskussionen und Briefwechsel mit der großen Friedensaktivistin zur Stiftung eines Friedenspreises angeregt. 1905 erhielt Bertha von Suttner den Friedensnobelpreis.

Erster und zweiter Weltkrieg!

Waren die früheren Kriege hauptsächlich Kämpfe Mann gegen Mann, so wurden ab dem ersten Weltkrieg die Auseinandersetzungen immer mehr technisiert. Es wurde auch brutaler, weil es ja immer weniger gegenüber gab. Der Tod kam meist aus der Ferne. Dazu gab es erstmals den Krieg aus der Luft. Besonders grausam war der Einsatz von Chemie. 1914 wurden zum ersten Mal von den Franzosen Tränengas eingesetzt. Die Deutschen verwendeten Chlorgas. Der Einsatz von Giftgas dauerte bis zum Ende des Krieges 1918. Auf Grund der verheerenden Auswirkung dieses Krieges, es gab fast zehn Millionen tote Soldaten und mehr als sieben Millionen zivile Opfer, glaubten nicht wenige, dass es nie wieder einen Krieg geben werde.

Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Illusion der Optimisten auf verheerende Weise. Er kostete ca. sechzig Millionen Menschenleben und wurde erst durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki beendet.

Vereinte Nationen!

Die Vereinten Nationen wurden mit dem Ziel gegründet, den Frieden auf der Welt dauerhaft zu sichern. Nach dem Scheitern des Völkerbundes, dem Vorläufer der Vereinten Nationen unternahm der Präsident der USA Roosevelt zusammen mit dem Premierminister von England Winston Churchill, den Versuch eine Organisation aufzubauen mit dem Ziel, den Frieden auf der Welt zu sichern. Am 1. Januar 1942 unterzeichneten 26 Staaten die Deklaration der Vereinten Nationen. 1945 bei der Konferenz auf Jalta wurden die letzten Formulierungen fertig gestellt und am 26. Juni desselben Jahres von 50 Staaten unterzeichnet. Heute sind 192 Staaten Mitglied bei den Vereinten Nationen, aber der Weltfrieden ist noch immer in weiter Ferne.

Es ist anzunehmen, dass es keinen Weltkrieg mehr geben wird, aber die vielen Konflikte vom Nahen Osten über Afrika, Asien und Südamerika geben der dort lebenden Bevölkerung auch keine großen Perspektiven. Ein gutes Beispiel für friedlicheres Zusammenleben sind Bündnisse, wie die Europäische Union oder Wirtschaftsbündnisse in anderen Regionen. In Europa gibt es zum ersten Mal eine Generation die nie einen Krieg erlebt hat und dies alleine rechtfertigt schon eine Mitgliedschaft in der EU.

So lange aber Egoismus und Nationalismus die Menschen beherrscht, wird es einen Weltfrieden nicht geben.