
- Mit Strindberg zur Hölle - Bibliothek der Provinz
Begrenzt von der Donau im Süden und dem Böhmerwald im Norden liegt das mystische Mühlviertel. Genau hier, in dieser okkulten Landschaft Österreichs aus ewigem Granit, bedeckt von üppigen Wiesen und uralten Wäldern, spielen die Kriminalromane des Autors Ernst Reinhard Schöggl.
„Es ist mir wichtig, die Region, in der ich lebe, kulturell aufzuwerten und bekannter zu machen. Dabei passiert es mir natürlich, dass ich Charaktere, die mir in meinem Leben untergekommen sind, nachzeichne. Aber ich bemühe mich, das ohne moralische Wertung zu tun“, so der Autor, in dessen Geschichten sich, wie so oft bei Schriftstellern, Realität und Fantasie vermischen. Mit Humor werden die von ihm aufgezeigten, fiktiven gesellschaftlichen Schattenseiten für den Leser erträglicher.
Ernst Reinhard Schöggl wurde 1948 in Perg geboren, wo die meisten seiner Krimiplots spielen. Er studierte Altphilologie und Germanistik, unterrichtete am Bundesoberstufenrealgymnasium Perg, war Fußballtrainer und Reiseleiter, bevor er nach einer Muskelerkrankung 2005 literarisch tätig wurde. „Ich liebe die Buntheit der Welt und beschäftige mich gern mit den Menschen und all ihren Facetten.“ Eine gute Basis, um Stoff für seine Geschichten zu sammeln. Waren es zunächst Satiren, in denen er die Region um Perg aufleben ließ, so folgten bald darauf die Kriminalromane „Das Waldhaus“ (2007) und „Mit Strindberg zur Hölle“ (2008). Im kommenden Jahr wird der dritte Kriminalfall, der bis nach Wien und Bratislava in der Slowakei reicht, das idyllische Städtchen erschüttern und Chefinspektor Leo Dörr aus Linz wird, wenn es nach Ernst Schöggl geht, noch einige Fälle im Mühlviertel zu lösen haben.
Mord im Waldhaus
Die beschauliche Idylle des oberösterreichischen Kleinstädtchens Perg wird empfindlich gestört: Innerhalb weniger Tage passieren zwei Morde. Ein pensionierter Finanzbeamter wird erschlagen in seiner Badewanne aufgefunden und kurz darauf wird ein mit einer Hacke getöteter Bauunternehmer in einer abgelegenen Waldhütte entdeckt. Die darauffolgenden Ermittlungen in den besseren Kreisen der Provinzgesellschaft gestalten sich für Chefinspektor Dörr aus Linz schwierig. Nach und nach bröckelt die morbide Fassade der gutbürgerlichen Scheinwelt und er stößt auf einen suspekten Selbstmord und Gerüchte um dubiose Vorkommnisse im Waldhaus.
Ernst Reinhard Schöggl: Das Waldhaus. Bibliothek der Provinz 2007. Gebunden, 109 Seiten. Euro 18,00.
Mit Strindberg zur Hölle
In seinem zweiten Kriminalroman verknüpft Ernst R. Schöggl ein Stück Weltliteratur aus dem Roman „Inferno“ des schwedischen Dichters August Strindberg mit der Krimihandlung. Ein Schüler findet bei einem Ausflug in die malerische Klamschlucht bei Saxen eine halbverkohlte, weibliche Leiche im so genannten Drachenloch. Genau dort, wo Strindberg seine Höllenvision hatte. Chefinspektor Leo Dörr kommt wieder aus Linz angereist und glaubt zunächst an einen Ritualmord. Doch nach einem Besuch im Museum in Saxen kann er einen Zusammenhang mit der Literatur des schwedischen Dichters nicht mehr ausschließen.
Ernst Reinhard Schöggl: Mit Strindberg zur Hölle. Bibliothek der Provinz 2008. Gebunden, 125 Seiten. Euro 18,00.
Satirenband
Ende August 2008 erscheint ein weiterer Satirenband mit grotesken Geschichten: „Wolf im Katzenpelz. Satyresken“. Darin geht es um den Außenseiter Wolf, Muttersöhnchen und ewiger Student, der sich in die um einiges ältere, verheiratete Brigitte verliebt. Der Duft einer bestimmten Seifenmarke verbindet sie noch, als sie sich längst aus den Augen verloren haben. Als Wolf nach vielen Jahren ein Schriftstück eines jungen Mädchens zu lesen bekommt, spürt er wieder diesen unwiderstehlichen Duft in seiner Nase. „In diesen Geschichten läuft nichts so, wie es sich die Protagonisten erwarten. Als wäre ein antiker Satyr im Spiel, werden die Idyllen gestört“, so der Autor, der bei einigen Geschichten seine Liebe zum literarischen Morden nicht verleugnen kann: Es handelt sich um Kurzkrimis mit erotischen Motiven.
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