Obwohl Mittelamerika generell als eine Region mit hohen Kriminalitätsraten gilt, wird Costa Rica als vergleichsweise ruhig und sicher angesehen. Trotzdem stellen vor allem Diebstahl und illegale Schusswaffen signifikante Probleme dar.

Jährlich 3.000 beschlagnahmte Schusswaffen in Costa Rica

Wie überall in Mittelamerika stellen Schusswaffen die Behörden in Costa Rica vor große Probleme. 2,8 Millionen kursieren laut PNUD (Programa de las Naciones Unidas para el Desarrollo / United Nations Development Programme) in den sieben Ländern mit Guatemala als nördlicher und Panama als südlicher Grenze. Obwohl Costa Rica bei weitem keine so erschreckende Statistik aufweist, wie beispielsweise Guatemala, wo allein etwa eine Million Feuerwaffen geschätzt werden, drücken die Behörden in Costa Rica ihre wachsende Besorgnis aus gegenüber der Zahl von mit Waffen durchgeführten Überfällen.

Nach Angaben der Polizei (Fuerza Pública) werden in Costa Rica jährlich durchschnittlich 3.000 Schusswaffen beschlagnahmt. In den vergangen acht Jahren waren es damit über 28.000, zum Großteil Pistolen und Revolver.

Täglich 25 Verletzte in Costa Rica durch Schusswaffen

Berichte des Roten Kreuzes (Cruz Roja) in Costa Rica sprechen von 25 Menschen, die im Land täglich durch eine Schusswaffe verwundet werden. Im ersten Halbjahr 2009 zählte man 4.424 Opfer, die in Krankenhäusern behandelt und damit auch registriert wurden. Die Dunkelziffer liegt höher. Im Jahr 2008 waren es insgesamt 18.022 Verletzte, die nach einem Überfall oder mit einer Schusswaffe eskaliertem Streit in die Ambulanz eingeliefert werden mussten. Die Tendenz ist steigend.

Sprecher des Roten Kreuzes äußern ernste Besorgnis gegenüber dieser Entwicklung. Eine Zunahme der Gewaltbereitschaft wird beobachtet, auch die Zahl der durch Schusswaffen tödlich verwundeten Personen steigt tendenziell. 2007 registrierte das Rote Kreuz 151 Fälle, 2008 schon 218 Fälle. Im laufenden Jahr 2009 wurden bis Mitte September 205 Todesfälle durch Schusswaffen gezählt.

Als besonderes Sorgenkind gilt neben der Hauptstadt San José die nördliche Provinz Limón, wo zwischen Januar und August 2009 bereits allein 41 Menschen getötet wurden und jährlich um die 60 Überfälle gezählt werden.

Auch wenn diese Zahlen gegenüber schätzungsweise 4.500 Mordopfern, die jährlich in Guatemala gezählt werden, marginal erscheinen, sollten auch Reisende vorsichtig sein. Die Mordrate ist damit in Relation zur Einwohnerzahl knapp fünfmal so hoch.

Touristen in Costa Rica sind vor allem von Diebstählen betroffen

Wer als Tourist in Costa Rica unterwegs ist, sollte in erster Linie auf sein Hab und Gut bedacht sein. Immer dreistere Diebstähle sind vor allem in den touristisch gut erschlossenen Provinzen ein wachsendes Problem, Guanacaste mit seinen weitläufigen und gut besuchten Stränden wie bei Santa Cruz und Nicoya wird hier an erster Stelle genannt. In den ersten acht Monaten 2009 wurden dort 300 Diebstähle, geknackte Autos und Überfälle von Touristen und Anwohnern gemeldet. Die tatsächliche Zahl aber liegt höher, denn sehr oft sehen die Betroffenen davon ab, den Diebstahl zu melden. Neben der allgemeinen Ratlosigkeit ist die Ursache oft ein fehlendes Vertrauen in die Polizeibehörden oder die reine Akzeptanz des Verlusts, um weiteren Ärger zu vermeiden. Zudem ist auch die nächste Meldestelle nicht selten mehr als 50 Kilometer weit entfernt. Ausrüstung, Zustand und Motivation der Polizei in den betroffenen Regionen gerät in letzter Zeit immer häufiger in die öffentliche Kritik.

Was Touristen in Costa Rica für ihre Sicherheit beachten sollten

Wer sich in touristischen Gegenden aufhält, sollte sich – ebenso wie in der Hauptstadt San José – ganz besonders an die üblichen Regeln zur Sicherheit halten. Das heißt vor allem am Abend und während der Nacht sehr vorsichtig zu sein und wenn möglich nicht allein draußen herumzulaufen. Am Strand sollten Sachen – egal was, aber vor allem keine Fotoapparate, Geldbörsen etc. – niemals unbeaufsichtigt liegen gelassen werden. Auch im Mietwagen sollte nichts zurück bleiben. Wertsachen an sich sollten nicht zur Schau getragen werden und wenn möglich am besten gleich ganz zu Hause geblieben sein. Reisedokumente sollten am besten auch in Kopie vorliegen, und an einem anderen Ort aufbewahrt werden als das Original.

Quellen