Krippen in NRW - Im Zeichen der Heiligen Drei Könige

In Nordrhein-Westfalen kann man sich in der Advents- und Weihnachtszeit 2011 auf eine touristische Krippentour begeben. Dies sind die schönsten Ziele.

Die Krippe mit der heiligen Familie, Engel, Madonnen und Heiligenfiguren – nicht nur in Kirchen, auch in vielen Familien begleiten sie traditionell die Adventszeit und das Weihnachtsfest. Liebevoll aufgebaut und hingebungsvoll geschmückt sind die Krippen als plastische Darstellung der Weihnachtsgeschichte um Christi Geburt nicht selten ein Kunstwerk. In der typischen Weihnachtskrippe huldigen die Drei Weisen dem neugeborenen Heiland und bringen ihm kostbare Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Wer selber keine Krippe gestaltet, aber sich dennoch gerne die schönen Figuren anschaut, kann sich in Nordrhein-Westfalen auf Krippentour begeben. Landauf, landab werden Krippen unter privaten Tannenbäumen, aber auch öffentlich in Kirchen, in Schaufenstern oder Museen aufgebaut.

Mehr als 100 Stationen in Köln

In Köln lädt der 16. Kölner Krippenweg vom 21. November 2011 bis zum 6. Januar 2012 zu einem Besuch ein. An über 100 Stationen können Interessierte auf (vor-)weihnachtliche Entdeckungsreise gehen. Zu bestaunen gibt es traditionelle Weihnachtskrippen aus den verschiedensten historischen Epochen, zeitgenössische Künstlerkrippen und volkstümliche Weihnachtsdarstellungen aus unterschiedlichen Kulturen. Die Krippen sind leicht zu finden: Sie stehen an öffentlich zugänglichen Standorten wie Schaufenstern von Geschäften, in kulturellen und kirchlichen Institutionen, im Kölner Hauptbahnhof, auf den Weihnachtsmärkten und natürlich auch in zahlreichen Kölner Kirchen.

Aachen zeigt Krippen auf höchstem Niveau

Zahlreiche Darstellungen von Caspar, Melchior und Balthasar können in Aachen auf dem 12. Aachener Krippenweg an rund 40 Stationen bestaunt werden. Gezeigt wird vom 27. November 2011 bis zum 6. Januar 2012 regionale und internationale Krippenkunst auf höchstem Niveau. Der aktuelle Krippenstadtplan erscheint zu Veranstaltungsbeginn am 27. November.

Kevelaer bietet lebende Tiere

In Kevelaer sind Weihnachtsmarkt und Krippenmarkt eins: Vom 26. November 2011 bis zum 11. Dezember 2011 lädt „die Stadt der Krippen“ zu einem Besuch der adventlich geschmückten Innenstadt ein. Der alljährliche Krippenmarkt ist mit seiner lebensgroßen Heiligen Familie, den lebendigen Tieren und seiner Vielfalt von Krippen und Krippenzubehör einzigartig. In der Luxemburger Galerie kann im Anschluss durch den Weihnachtsmarkt gebummelt werden.

Wuppertal zeigt Graffiti-Krippe

Krippenfiguren aus der Sprühdose? Jawohl, in Wuppertal entsteht bereits zum dritten Mal eine Graffiti-Krippe. Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Martin "Megx" Heuwold und sein Mitarbeiter Lukas Sprenger besprühen etliche Quadratmeter auf dem Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld. Start ist in der 47. Kalenderwoche, voraussichtlich beginnen sie am 21. November mit ihrem Werk. Die Krippe entsteht schrittweise und nimmt so den Charakter der Adventszeit als Vorbereitungszeit auf Weihnachten auf. In Vollendung zeigt sich die Krippe pünktlich am Heiligen Abend – wenn das Christkind in die Krippe gesprüht wird. Eine Besonderheit stellt in diesem Jahr die Begehbarkeit der Krippe ab dem 24. Dezember dar. Die Betrachter werden so gewissermaßen selbst Teil der Krippe. Bis zum 16. Januar 2012 bleibt das Kunstwerk auf dem Laurentiusplatz bestehen.

Düsseldorf schlägt den Bogen nach Bethlehem

Einer der angesagtesten Weihnachtsmärkte in Düsseldorf befindet sich vor dem historischen Rathaus, rund um das Reiterstandbild von Jan Wellem reihen sich die Hütten. Auf diesem Weihnachtsmarkt gibt man sich traditionell und stimmungsvoll. Eine handgeschnitzte, lebensgroße Krippe aus Bethlehem präsentiert sich optimal in der Nachbarschaft von Kunstschmieden, Glasbläsern, Drechslern, Kerzenziehern und anderen Kunsthandwerkern aus der guten, alten Zeit.

Lebende Krippe in der Eifel

Auf dem Manderscheider Weihnachtsmarkt in der Eifel gibt es am ersten Adventswochenende gar eine lebende Krippe. Ein Highlight, vor allem für Familien mit Kindern. Maria und Josef, Ochs und Esel, die Hirten und die Schafe, alles wird vor der Kulisse der mit Kerzen beleuchteten Niederburg in echt dargestellt.

Laienschauspieler auf Schloss Dyck

Die Schlossweihnacht rund um das historische Wasserschloss Dyck in Jüchen genießt nicht nur wegen ihres festlichen Flairs einen überregionalen Ruf. Ein besonderes Highlight ist das lebendige Krippenspiel: Laienschauspieler stellen im Englischen Landschaftsgarten die Weihnachtsgeschichte in beweglichen Bildern und Szenen dar. Sogar ein Engel tritt in Erscheinung. Die Schlossweihnacht findet am 1., 2. und 3. Adventswochenende von 10 bis 20 Uhr statt. Der Eintritt kostet 10 Euro pro Person; Kinder im Alter von 7 bis 16 Jahre zahlen einen Euro.

Soest mit wechselnden Szenen

In Kirchen finden sich immer besonders schöne Krippen. So lohnt ab dem zweiten Adventswochenende (bis zum 2. Februar) ein Besuch der Westfälischen Krippe in der Kirche St. Patrokli in Soest. Hier wird in ständig wechselnden Szenen, von der Verkündigung über die Geburt bis hin zur Ankunft der Heiligen Drei Könige, das Weihnachtsevangelium dargestellt. Und zwar nicht in einem Stall, sondern in einem von allen Seiten einsehbaren Bauernhaus. Kein Wunder, dass die Westfälische Krippe in St. Patrokli zu den größten und realistischsten Anlagen dieser Art gehört.

Werl mit Zebra und Giraffe

Manchmal bestücken Krippen sogar ganze Museen. Im Museum „Forum der Völker“ in Werl (ein Völkerkundemuseum der Franziskaner) ist das zum Beispiel der Fall. Vom ersten Advent bis zum 2. Februar 2012 kann man hier Krippendarstellungen in franziskanischer Tradition bewundern. 500 Krippen aus 60 Ländern zeigt das Museum. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich jeder Kontinent, jedes Land die Menschwerdung Jesu in den landestypischen Formen und Farben darstellt. So ersetzen beispielsweise in afrikanischen Krippen Zebra und Giraffe den hier bekannten Ochsen und Esel.

Angelika Fiedler , A. Fiedler

Angelika Fiedler - Berliner Pflanze von Geburt, früh in die NRW-Landeshauptstadt umgetopft, lebt heute mit Mann, Söhnen und Hund in der Nähe ...

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