
- Ninja Assassin Filmplakat - Warner Brothers
Die junge Europol-Agentin Mika Coretti stößt bei Nachforschungen in Berlin auf Spuren eines uralten Clans von Ninja-Kämpfern, die als praktisch unbesiegbare Elitekiller weltweit im Einsatz sind und ihre unsauberen Arbeitseinsätze durch Briefchen mit schwarzem Sand ankündigen. Da Frau Coretti mit ihrem explosiven Wissen wohl so einigen Mächtigen auf die Füße tritt, werden prompt eben jene Ninjakiller auf sie angesetzt. Gut, dass es da den desertierten Ninja Raizo gibt, der sich gerade ebenfalls in Berlin aufhält und mit seinem alten Clan noch eine Rechnung offen hat. Seine harte Ausbildung in Japan wird in Rückblenden erzählt, während Raizo in der Gegenwart das Leben der direkt verliebten Europol-Agentin rettet und sich aufmacht den bösen, bösen Clan für immer zu vernichten...
Kritik zu „Ninja Assassin“: Die ohnehin niedrigen Erwartungen werden enttäuscht
„Ninja Assassin“ gehört zu jenen Filmen, von denen man wenig erwartet und die es dennoch schaffen zu enttäuschen. Die Macher scheinen sich wohl gesagt zu haben, dass ein Kampfsportfilm, der auf der Höhe der Zeit optisch ansprechend und ultrabrutal ist, den Nerv der heißspornigen Zielgruppe treffen würde. Leider wurde dabei übersehen oder ignoriert, dass auch zu einem für das Gehirn unanspruchsvollen Film mehr gehört.
Regisseur James McTeigue („V wie Vendetta“) schickt in seinem Actionsplatter den koreanischen Popsänger Rain auf die Leinwand, der genau einen Gesichtsausdruck beherrscht und damit wohl selbst für einen Job als Unterwäschemodell nicht qualifiziert wäre. In „Ninja Assassin“ braucht er mehr Mimik auch nicht zu zeigen, schade nur dass sich die übrigen Darsteller daran gleich ein Beispiel nehmen. Vor allem Naomie Harris, bekannt aus „28 days later“ und den beiden Fortsetzungen von „Fluch der Karibik“ fällt die undankbare Rolle der ehrgeizigen aber naiven Ermittlerin zu, die mit ihrem Bestreben ständig sich selbst und alle anderen in Gefahr zu bringen, eher zur nervigen Nebensache degradiert.
Die Story ist so flach wie verwirrend
Zusammen mit der uninspirierten Leistung der Darsteller dümpelt auch die Story dahin und bleibt seicht wie ein See in der Sahara. Mit vermutlich tief gerunzelter Stirn wurde im Handbuch für Storyschreiber nachgeschlagen und beschlossen, dass eine Spur Rache und ein unnötiges Liebesgeplänkel der Fightingsuppe mehr Würze und dem eindimensionalen Hauptcharakter einen Hintergrund geben. Leider bleibt aber das Brühepulver an der Oberfläche hängen und bildet Fettaugen anstatt die Geschichte abzurunden. Weder die platte Lovestory aus der Vergangenheit noch der nur am Rande erklärte Bruderkrieg der Ninjas ist glaubwürdig.
Müde Action mit einem Übermaß an CGI
Nun ist es nicht so, dass Fans von Kampfsportfilmen eine besonders tiefgründige Story erwarteten. Zufriedenstellen lassen sie sich gern auch mit atemberaubenden Kampfszenen. Leider aber bleibt „Ninja Assassin“ auch in diesem Punkt auf der Seite des Good Will, ohne dass man zur Umsetzung fähig gewesen wäre.
Die Vorbilder „300“ und „Ong Bak“ wurden eher kopiert als dass man eigene Ideen daraus entwickelt hätte. Zudem scheint man das Ziel verfolgt zu haben, die berühmte Massenmetzelszene aus „Kill Bill - Teil 1“, in welcher Uma Thurman per Samuraischwert eine Unmenge Gegner hinmetzelt, diesmal in Farbe zeigen zu wollen. Massenweise Gegner machen aber ebenso wenig eine gute Kampfszene wie gallonenweise CGI-Blut. Dunkle Räumlichkeiten und vermutlich ein Cutter mit Burnout-Syndrom, der die Kämpfe in sekundengetaktete Schnitte zerhacken musste, können über die mangelnde Leistung der Akteure nicht hinweg täuschen. Weniger wäre hier mehr gewesen. Richtig lächerlich wird das Ganze aber in den Massenkämpfen gegen zig Gegner mit Katanas und Maschinengewehren. In der Redaktion von Galileo Mystery dürfte man sich freuen, dass „Ninja Assassin“ schließlich doch beweist wie haushoch ein Ninjakämpfer einem Elitesoldaten überlegen ist, Selbstheilungskräften und Telepathie zum Dank. Schade nur, dass sich „Ninja Assassin“ trotzdem noch ernst nimmt.
Fazit zu „Ninja Assassin“: Nur etwas für Anspruchslose
Seichter Kampfsportmurks, der sich mit zu viel CGI und drögen Plotelementen selbst im Weg steht. Vielleicht lassen sich ein paar ganz anspruchslose Fans fliegender Körperteile damit überzeugen, sonst jedoch ist es schade um’s Celluloid.
Film-Titel: „Ninja Assassin“
Regie: James McTeigue
Produktion: Joel Silver, Andy und Larry Wachowski, Grant Hill
Drehbuch: J. Michael Straczynski, Matthew Sand
Musik: Ilan Eshkeri
Laufzeit: 99 Minuten
FSK: Keine Jugendfreigabe
Mehr Infos zum Film „Ninja Assassin“ gibt's beim Filmverleih Warner
Mehr Infos zum Hauptdarsteller gibt es auf der offiziellen Homepage zu Rain
