Kühle Tipps für heiße Tage

Am Wasser ist es bei Hitze... - Volker Wollny
Am Wasser ist es bei Hitze... - Volker Wollny
Hitze kann schlauchen. Aber es gibt ein paar einfache Tricks, mit denen man sich helfen kann und wesentlich besser über heiße Tage kommt.

Auch wenn die Medien ein paar heiße Tage oft zu einem Rekord- oder gar Katastrophensommer aufplustern, sind heiße Tage von Mai bis September etwas ganz normales. Das ändert jedoch nichts daran, dass Hitze ganz schön schlauchen kann. Mit etwas Wissen um die Funktionsweise unserer körpereigenen Klimaanlage und ein paar einfachen Tricks kann man sich aber so wirksam helfen, dass die Hitze unter Umständen sogar Spaß macht.

Immer wieder einmal abkühlen

Wer das Glück hat, zwischendurch immer wieder einmal in den Pool, einen See oder Fluss springen zu können, ist natürlich fein raus. Den meisten ist das leider nicht möglich, aber es gibt auch andere Methoden.

Eine kühle Dusche zwischendurch, zum Beispiel in der Mittagspause, ist ebenfalls hilfreich. Allerdings sollte man nicht eiskalt duschen, denn sonst schwitzt man hinterher erst recht: Der Körper registriert die Kälte und unser Temperaturregelsystem begegnet ihr, indem es die "Heizung aufdreht". Das gleiche passiert übrigens, wenn man eiskalte Getränke trinkt: So lecker ein eiskalter Drink an einem heißen Tag ist, etwas nicht zu kaltes ist besser. Ein großer Becher Tee, den man abkühlen lässt, bis er gut zu trinken ist, löscht den Durst hervorragend und hat keine derartigen Folgen. Wer erinnert sich nicht an die Wandertage in der Schulzeit, als es zum mit Butter durchtränkten warmen Salamibrot aus dem Rucksack lauwarme Limonade gab? Auch die löschte den Durst besser als ein eiskaltes Getränk.

Wenn man zum Duschen untertags keine Gelegenheit hat, kann man notfalls auch anders für Abkühlung sorgen: Einfach immer einmal wieder kaltes Wasser ins Gesicht und auf die Handgelenke geben. Noch besser wirkt ein Armbad nach Kneipp: Man taucht dazu einfach die Arme einige Sekunden bis über die Ellenbogen in kaltes Wasser.

Kochsalz ist wichtig

Früher glaubte man, trinken sei bei Hitze nicht gut, denn "man schwitzt ja doch gleich wieder alles aus" und "bekommt immer nur noch mehr Durst". Das ist vollkommener Quatsch: Das Schwitzen ist der natürliche Temperaturregelmechanismus des Körpers. Wenn man nicht durch trinken für genügend Nachschub sorgt, riskiert man eine gefährliche Dehydrierung!

Dass der Durst vom Trinken nicht weggehen will, das gibt es aber tatsächlich: In diesem Falle fehlt nicht nur Wasser, sondern auch Kochsalz, welches man ja beim Schwitzen ebenfalls verliert. Diesen Kochsalzmangel nach starkem Schwitzen und vielem Trinken nennt man in seiner extremen Form auch "Wasservergiftung" und behebt ihn in schweren Fällen sogar mit purem Salz. Daher stammt auch die Weisheit der Fremdenlegionäre in früheren Zeiten, dass man auf dem Marsch in der Wüste nicht trinken dürfe, weil man sonst nicht mehr aufhören könne und trinken müsse, bis man umfalle. Die heute üblichen Kochsalztabletten für die Wüste und den Zusammenhang zwischen Wasser und Salz kannte man damals noch nicht.

In unseren Breiten beugt man dem Kochsalzmangel vor, indem man einen gut gesalzenen Rettich zur Brotzeit genießt und/oder Salz auf Tomatenschnitze, Gurkenscheiben und Paprikspalten streut. Möglicherweise schmeckte aus diesem Grund auch das bereits erwähnte sonnenwarme Salamibrot aus dem Rucksack so gut: "Salami" bedeutet ja nichts anderes als "die Gesalzene".

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Frühes Aufstehen ist im Winter, wenn es noch dunkel ist, einfach grauenhaft. Im Sommer hingegen ist es herrlich. Wer selbständig oder in einer gehobenen Position tätig ist und sich seine Arbeitszeit frei einteilen kann, sollte das ausnutzen. Auch wenn man Gleitzeit arbeitet, sollte man den frühest möglichen Arbeitsbeginn wählen und in manchen Betrieben wird auch vereinbart, dass man bei Hitze früher anfängt und aufhört.

Den Rest des Tages sollte man dann möglichst im Freien verbringen zum Beispiel am Wasser. Wer die pralle Sonne nicht verträgt, bleibt im Schatten - wo man übrigens auch braun wird, zwar nicht so schnell dafür aber ohne Sonnenbrand. Am Badeplatz sucht man sich am besten ein schattiges Plätzchen unter höheren Bäumen, wo ein Lüftchen geht. Dort gibt es auch weniger Bremsen und Stechmücken, vor allem wenn man von feuchten Uferbereichen fortbleibt. Am allerbesten ist es, wenn man nackt badet, denn dann trocknet der Körper in kürzester Zeit wieder ab, wohingegen nasse Badekleidung auch an heißen Tagen für lokale Unterkühlung, zum Beispiel der Nieren, sorgen kann.

Der Aufenthalt im Freien, also an der frischen Luft, macht müde. Früher glaubte man, dass das am Sauerstoff läge. Heute weiß man, dass das Sonnenlicht schuld ist: Wenn man eine gewisse Menge davon bekommen hat, reagiert der Körper mit Müdigkeit. Dadurch hat man nach einem großteils leicht bekleidet oder gar nackt im Freien verbrachten Sommertag bereits früh die nötige Bettschwere, schläft trotz Hitze gut und kommt am nächsten Morgen auch wieder problemlos mit der Sonne aus den Federn..

Volker Wollny, Journalist, Autor und Blogger, Saskia Wollny

Volker Wollny - Tätig als Publizist und Freier Dozent, abgeschlossenes Studium als Ingenieur für Produktionstechnik, Gesellenbriefe im ...

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