Bei Männern gelten Kürbiskerne beziehungsweise Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel aus oder mit Kürbiskernen schon seit langer Zeit als wirksame Hilfe bei leicht- bis mittelgradiger Prostatavergrößerung und den damit zusammenhängenden Beschwerden. Der pflanzliche Stoff gehört damit nicht ausschließlich in die naturheilkundliche Behandlung, sondern ist durchaus auch in der Schulmedizin bewährt und anerkannt.

Das Kürbiskerne auch eine wohltuende Wirkung auf die weibliche Blase haben können, ist noch nicht so sehr in das Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungen, obwohl viele Frauen unter einer Blasenschwäche beziehungsweise Reizblase leiden. Hier muss man unterscheiden zwischen einer durch Bindegewebsschwäche bedingten schwachen Beckenbodenmuskulatur, die oftmals mit dem unwillkürlichen Abgang von Harn während des Hustens, Niesen oder Tragen schwererer Gegenstände verbunden ist oder aber den Symptomen einer Reizblase, bei der meist keine organischen Veränderungen nachzuweisen sind. Bei einer Reizblase meldet der Blasenmuskel fälschlicherweise ein starkes Harndrangsignal an das Gehirn, obwohl die Blase nur sehr wenig gefüllt ist. Die Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt, oft ist die Symptomatik jedoch an bestimmte Voraussetzungen und Situationen gekoppelt, weitere wissenswerte Informationen dazu im Artikel Reizblase - Ursachen, Symptome und Therapie.

Kürbiskerne – gute Wirkung bei Prostatavergrößerung, Blasenschwäche und Reizblase

Kürbiskerne sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie beispielsweise Provitamin A, Vitamin B, C und E, Kalzium, Magnesium, Eisen, Selen und Zink und ungesättigten Fettsäuren. Doch dies allein würde nicht ausreichen, um die gute Wirkung auf Blase und Prostata zu erklären. Ausschlaggebend sind die Lignane, die zu den pflanzlichen Östrogene gehören. Sie entfalten im menschlichen Körper eine harmonisierende Wirkung auf den Hormonspiegel und zeigen eine antioxidative Wirkung. Bei Männern können sie die Entstehung einer gutartigen Prostatavergrößerung verhindern helfen, oder im Falle des schon bestehens, diese bremsen. Bei Frauen haben sie stärkende Funktionen auf die Blase und können einer späteren drohenden Harninkontinenz vorbeugen.

Der Arzneikürbis Curcubita pepo ist auch in der Schulmedizin anerkannt

Kürbiskerne werden laut Kommission E, der selbstständigen, wissenschaftlichen Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) für die Anwendungsgebiete der nicht bakteriell bedingten Reizblase und gutartigen Prostatavergrößerung im Stadium I und II empfohlen. Kürbis ist jedoch nicht Kürbis. Weltweit werden zurzeit rund 100 Kürbisarten mit annähernd 1.000 Sorten beschrieben. Der für Blasen- und Prostatabeschwerden relevante Kürbis ist der Arzneikürbis Curcubita pepo, der vom Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" der Universität Würzburg im Jahre 2005 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt wurde. Die Jury begründete ihre Wahl, dass dieser Kürbis ein Paradebeispiel dafür sei, dass die Wirkung nicht nur Eingang in die Naturheilkunde gefunden hätte, sondern auch in die Schulmedizin.

Kürbiskerne in natura knabbern oder in Tabletten- und Kapselform einnehmen?

Es ist durchaus möglich, die wohltuende Wirkung von Kürbiskernen durch ihre ursprünglich Form zu erleben. Meistens scheitert dies jedoch an der Kontinuität. Es ist tatsächlich einfacher, ein bis dreimal am Tag eine Kapsel mit dem standardisiertem Extrakt einzunehmen, anstelle einer Menge von Körnern, so wohlschmeckend sie auch sein mögen. Insbesondere, wenn schon Beschwerden vorhanden sind und man nicht nur Vorbeugung betreiben möchte, empfehlen sich Medikamente mit Kürbiskernextrakt. Auch hier gibt es Unterschiede, denn auch Herstellungsart und Extraktionsmittel sind für die Wirksamkeit entscheidend. Voraussetzung für die Qualität von Kürbispräparaten, welche dem neuesten Erkenntnisstand entsprechen sollten, ist ein hochkonzentrierter hydrophiler Extrakt, welcher in weiterer Folge eine Standardisierung auf Lignane (Enterodiol) gewährleistet.

Literatur:

Kommission E: Monographie Cucurbitae peponis semen (Kürbissamen), Bundesanzeiger Nr. 223 (30.11.1985) und Nr. 11 (17.01.1991).

Terado T, Sogabe H: Open Clinical Study of Effects of Pumpkin Seed Extract/Soybean Germ Extract Mixture. Jpn J Med Pharm Sci 2001; 6(5): 727-37.

Schmidlin C, Kreuter M: Cucurbita pepo. Möglicher Einfluss auf hormonelle Ungleichgewichte bei Inkontinenz. Phytotherapie 2003; 3: 16-18.

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