
- Das Restaurant Henne Kirkeby Krø - Judith Weibrecht
Nach den Inseln Mando und Fano sollte man seine kulinarischen Ausflüge unbedingt auch aufs Festland ausdehnen.
Die Hofkäserei Enghavegård
Käse gibt es bei der Hofkäserei Enghavegård seit 2001. Henrik Walther-Larsen und seine Frau haben sich hier ihren Traum verwirklicht, nachdem er lange Jahre als Molkereiarbeiter und -ingenieur auch im Ausland tätig gewesen war. Der Käserei ist ein Hofladen angeschlossen und man verkauft an verschiedene Restaurants. Der „Meister“ gibt aber auch Kurse zur Käseherstellung. Wer kommt? „Ach, Leute aus Entwicklungsländern, aus Thailand, aus Nepal, die wollen auch lernen, wie man Käse macht“, sagt er. Gruppen können Führungen mitmachen, einen Blick auf die Käselaibe in der Reifekammer werfen und Herrn Walther-Larsens Ausführungen über die schwierige Käseherstellung lauschen. Von der Anlieferung der Milch von einem Bauern der genossenschaftlich-ökologischen Mokerei Naturmælk bis zum Käse dauere es mindestens 12 Wochen, so Walther-Larsen. Die Dauer des folgenden Reifeprozesses hänge von der Käsesorte ab. Vielen Sorten werden Gewürze oder Kräuter zugefügt. Nachdem einem solchermaßen der Mund wässerig gemacht wurde, findet im Anschluss im einstigen Stallgebäude eine Wein- oder Bier- und Käseverkostung statt. Die Käsesorten sind mannigfaltig, Danbo, Feta, Dessertkäse, Samsø, Flødehavarti. Doch der Star dürfte wohl der "Ho-Holme Käse im Trestermantel" sein. Geruch und pikanter Geschmack sind so einzigartig, dass er schon einige Preise einheimste und in vielen dänischen Spitzenrestaurants zu finden ist.
Schlemmen im Restaurant Henne Kirkeby Krø in Henne
Auch im Henne Kirkeby Krø. Dort gibt es ein grandioses Menü. Man strebt einen Michelin-Stern an, und das völlig zu Recht, wähnt sich aber zu weit von der Hauptstadt entfernt. Als Küchenchef konnte Allan Poulsen gewonnen werden, Dänemarks Chef des Jahres 2008. Sein Gourmetmenü heute: Als Vorspeise weißer Spargel und Garnelen, dazu Schwarzbrot, wilde Kräuter und Hollandaise. Dann Dorsch und Krabbe mit Kartoffelsalat. Gebratenes Kalbsbries mit Gartengemüse, wie überhaupt viele der Zutaten wie Gemüse, Kräuter und Beeren aus den umliegenden Gärten stammen. Zum krönenden Abschluss laben sich die Gäste an einem Dessert an der Erdbeere. Das Auge isst bekanntlich mit, und so ist die Art, die kunstvoll drapierten Speisen auf weißen Tellern und weißen Tischtüchern minimalistisch, aber äußerst ästhetisch anzurichten, lobenswert. Nichts, das den Blick ablenkt. Moderne Architektur in einem altem Gemäuer, Baujahr 1790, findet man im ganzen Gebäude. Auch übernachten kann man im Henne Kirkeby Krø. Zum Mahl empfiehlt der Sommelier die korrespondierenden Tropfen aus dem gut sortierten Keller, z.B. zur Vorspeise einen 2008er Sancerre, Domaine du Carrou. Doch alles soll hier schließlich nicht verraten werden. Probieren ist angesagt, denn Südwestdänemark hat sich auf der kulinarischen Landkarte hervorragend positioniert.
Draußen werden die Schatten länger. Die Sonne verabschiedet sich. Milchiger Himmel. Das Wasser ruht, nur wenige Zentimeter tief. Fast glatt mit silbrigen Mondlichtreflexen. Was wohl der Wattwurm gerade treibt?
