
- Peter Bause - Brunnert
Peter Bause war angekündigt. Er sollte aus seinem neuen Buch "Man stirbt doch nicht im dritten Akt" lesen und so ganz nebenbei durften die Besucher ein kleines "Bausenfrühstück" zu sich nehmen. "Eine Anmeldung ist nicht erforderlich" hieß es in den Ankündigungen und genau das könnte ein kleiner Fehler des Freundeskreises gewesen sein. Denn nur wenige Minuten nachdem das Theaterrestaurant an diesem 28. Januar 2012 geöffnet wurde war praktisch jeder Platz besetzt. Stühle wurden zusätzlich herangeschafft, die letzten Brötchen belegt bis auch diese endgültig auf den Rest gingen. So wirkte vieles noch etwas chaotisch. Doch sowohl die Besucher als auch der Künstler sahen das alles noch mit heiterer Ruhe noch Nachsicht. Schließlich war dies das erste Kulturfrühstück.
Brötchen, Bause und Begeisterung
Professor Klaus Peter Nebel, 1. Vorsitzender des Freundeskreises und sein neun Monaten im Amt räumte bei seiner Begrüßung in Bezug auf den unerwarteten Ansturm ein: "Wir müssen uns auch ersteinmal darauf einstellen. Aber wir hoffen nun auf eine gelungene Geburt, Gebärvater Bause wird es schon richten." Und Bause richtete es dann auch. In drei mal 20 Minuten las er aus seinem Buch "Man stirbt doch nicht im dritten Akt" und begeisterte sein Publikum einmal mehr. Zunächst erklärte der gebürtige Gothaer, dass er als Schauspieler ein Diplom habe, das heißt "ich kann nochmeinen Dorktor machen. Darum ist es wichtig Quellenangaben zu machen." Ein Mikrofon war für den Schauspieler nicht aufgestellt, aber für einen Peter Bause kein Problem. Denn schließlich gehört er noch zu den Schauspielern deren Stimme hervorragend ausgebildet wurde und somit unerschütterlich bis in die letzte Reihe dringt. Ein Ohrenschmaus eben.
Und wo war bitte der Intendant?
Und so erfuhr das Publikum Schwänke aus einem bewegten Schauspielerleben, sondern auch so ganz nebenher was typisch DDR war. Zum Beispiel, dass das junge Ehepaar Bause sich einst eine wunderbare Ledercouch kaufte, die aber leider noch nicht in ihre Wohnung passte weil diese zu klein war. Und was viele unterschätzen: Auch Schauspieler müssen manchmal körperliche Arbeit leisten, aber wenn das das zum Duz-Angebot des großen und geschätzten Kollegen Herbert Grosse führt, nimmt man so etwas natürlich gerne auf sich. Bauses lebendige Erzählweise ließen die Zeit im Fluge vergehe. Und so waren alle am Ende dieses gelungenen Kultufrühstück restlos begeistert
Dass sich bei einer solchen gelungenen Veranstaltung die Intendanz des Altonaer Theaters nicht blicken ließ dürfte allerdings einem Affront gleich kommen und nicht unbedingt für Axel Schneider sprechen. Das nächste Kulturfrühstück findet am 25. Februar 2012 um 11 Uhr statt. Dann ist Gottfried Böttger zu Gast.
