
- Weltkulturerbe Zollverein - Foto: Ursula Harms
53 Städte haben sich als Metropole zusammengeschlossen. Auf dem ehemaligen Zechengelände in Essen, dem Weltkulturerbe Zollverein wird am 9. Januar 2010 ein rauschendes Kulturfest gefeiert. Der Countdown läuft, in ein paar Tagen ist es endlich soweit. Seit 1965 wird jedes Jahr eine andere Stadt Kulturhauptstadt. Die Idee dazu hatte die Griechische Sängerin Melinda Mercouri. Auf Zollverein werden ca. 100.000 Besucher erwartet, darunter Bundespräsident Köhler, Oliver Biermann, Sönke Wortmann und weitere 1200 Ehrengäste. Wenige Tage vor dem großen Kulturfest, steigt die Spannung immens. Angesichts des Wintereinbruchs lautet die bange Frage: „Wie wird das Wetter?“ Denn die Veranstaltungen werden zum Teil im Freien stattfinden. Unter dem Motto „1000 Feuer“ werden zahlreiche Aktionen zu sehen sein. Regionale und internationale Künstler präsentieren ein abwechslungsreiches Programm. Auf allen Hallen und Bühnen wird es gratis Vorführungen geben. Herbert Grönemeyer wird seine eigens für die Eröffnung komponierte Hymne „Komm zur Ruhr“ vortragen. Ein Feuerwerk und eine After-Show- Party, bei der noch einmal so richtig abgetanzt werden kann, runden den spektakulären Abend ab. Auch ein Vorgeschmack auf die Programm-Highlights der Ruhr 2010 wird zu sehen sein.
Die Bewerbung um die Kulturhauptstadt Europas
2006 haben sich 53 Städte des Ruhrgebiets entschlossen, eine gemeinsame Bewerbung für die Kulturhauptstadt 2010 abzugeben. Da eine Region sich am Wettbewerb nicht beteiligen kann, übernahm Essen mit dem Slogan „Essen für das Ruhrgebiet" diese Aufgabe und gewann. Die Jury überzeugte das Gemeinschaftsprojekt der Städte. Auch die Industriekultur des Ruhrgebiets und das Miteinander leben von Einheimischen und Migranten, immerhin 170 verschiedener Nationalitäten, gaben den Ausschlag für die Nominierung. Die Freude über den Sieg war zunächst riesengroß. Ein neuer Slogan wurde kreiert „Ruhr 2010. Aufgrund des wirtschaftlichen Einbruchs j2009, hatten die Macher der Kulturhauptstadt 2010 mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Sponsoren brachen weg, einige Projekte konnten nicht mehr finanziert werden.
Für das Mammutprogramm wurde eine eigene Gesellschaft gegründet. Fritz Pleitgen, der frühere WDR Intendant und Olver Scheytt, Essens ehemaliger Kulturdezernent, übernahmen die Leitung. Künstler aus der Region wurden aufgefordert ihre Ideen einzureichen. Von 2000 die eingingen, wurden 300 Projekte verwirklicht. Die Kosten für die Kulturhauptstadt wurden mit 65 Millionen Euro veranschlagt. Die Eröffnungsveranstaltung schlägt allein mit 2.5 Millionen zu Buche. Den Löwenanteil übernimmt die öffentliche Hand, 48,5 Millionen, der Rest kommt vom Bund, der EU und von anderen Institutionen. Als Hauptsponsoren konnten die Deutsche Bahn, Eon Ruhrgas, Haniel, RWE und die Sparkassen-Finanzgruppen gewonnen werden. .
Welche Projekte gibt es?
Das Kreativteam der Ruhr 2010 hat viele interessante Ideen in das Programm aufgenommen Besonders spektakulär ist die Inszenierung einer 60 km langen Kulturmeile auf dem ehemaligen Ruhrschnellweg, der jetzigen A 40 am 18.07.2010. Die Autobahn wird dann gesperrt und 20000 Tische werden zu einer Tafel und zu einem beispiellosen Kunstwerk, an der sich unterschiedliche Kulturen, Nationalitäten und Generationen der Metropole Ruhr ein Gesicht geben. Ein weiteres interessantes Projekt ist das Henze Projekt. In über 30 verschiedenen Städten und Institutionen werden die Werke des berühmten Komponisten vorgestellt.
Was erhoffen sich die Macher von Ruhr 2010 für die Region?
Die Projekte der Kulturhauptstadt RUHR.2010 sollen den Wandel der Region durch die Kultur deutlich machen. Noch immer stecken viele Vorurteile in den Köpfen der Menschen, wenn sie über das Ruhrgebiet sprechen. Schmutzige Industrie, wenig Grün, Schlechte Luft und Staub in den Städten. Die imposante Industriekulisse der ehemaligen Zeche Zollverein soll bereits bei der Eröffnung das Anliegen der Macher von Ruhr 2010 offenbaren. Die gesamte Region soll in einem neuen Licht gesehen werden, Kultur als Topos, Kultur als neue Energie für die Ruhrmetropole. Auf eine Belebung der Touristikbranche und auf benachbarte Branchen hofft man außerdem. Die ganze Region soll von der Kulturhauptstadt2010 profitieren
